16.06.2020 - 15:49 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Tor zur Burg öffnet sich einen Spalt

Die schlechte Nachricht vorweg: Der Biergartenbetrieb muss heuer ruhen. Aber es gibt auch Positives zu berichten: Andere Teilbereiche der Burg Falkenberg sollen wieder öffnen.

In der Burg Falkenberg endet die coronabedingte Schließung nur zum Teil. Zum 1. Juli startet der Hotel- und Tagungsbetrieb.
von Harald Dietz Kontakt Profil

Wegen der Corona-Pandemie ist Burg Falkenberg seit 17. März geschlossen. Die vielseitig genutzte Burg mit Hotel- und Tagungsbetrieb, Lokalität für Familienfeiern und andere Events, mit Biergarten im Burghof, aber auch das Museum mit den beliebten Burgführungen waren davon gleichermaßen betroffen. Viele Anfragen und Buchungen wurden auf das nächste Jahr verlegt. "Natürlich sind die Menschen enttäuscht, dass sie ihren Geburtstag oder ihre Hochzeit nicht bei uns feiern können. Sie haben aber auch viel Verständnis für die besonderen Umstände", erklärt Bürgermeister Matthias Grundler.

Am Montagabend traf sich der Verein „Forum Falkenberg – Freunde der Burg“. In einer Vorstandssitzung mit Bürgermeister Matthias Grundler und Burgmanagerin Teresa Würth lotete man aus, welche Bereiche der Burg nun wieder geöffnet werden könnten. Grundsätzlich gelte: Der Schutz für Gäste und Mitarbeiter ist oberstes Gebot. Bei der Wiederöffnung wolle man sehr umsichtig vorgehen, verdeutlicht Bürgermeister Matthias Grundler. Richtschnur seien nicht nur die Vorgaben der Bayerischen Staatsregierung, sondern auch ein umfangreiches Regelwerk, das der Hotel- und Gaststättenverband den Betrieben an die Hand gegeben hat, erläutern Matthias Grundler, Herbert Bauer (Vorsitzender des Vereins „Forum Falkenberg – Freunde der Burg“) und Teresa Würth in einer Telefonkonferenz mit Oberpfalz-Medien.

Angesichts der zahlreichen Auflagen haben sich die Verantwortlichen des Betreibervereins „Forum Falkenberg – Freunde der Burg“ dazu entschlossen, zunächst nur den Hotel- und Tagungsbetrieb zum 1. Juli 2020 wieder aufzunehmen, teilt Teresa Würth mit. "Der Hotelbetrieb ist in Bayern seit dem 30. Mai wieder erlaubt. Wir haben uns aber bewusst die Zeit genommen, die Einhaltung der Schutzmaßnahmen auch in der Burg, die vielseitig genutzt wird, sicherzustellen", so Herbert Bauer.

Abstand halten

"Tagungen sind ebenfalls wieder möglich. Um den Abstand zu wahren, gilt für Tagungen eine Höchstteilnehmerzahl je nach Saalgröße. Maximal können 20 Personen zugelassen werden." Die Einzelheiten müssten jeweils mit der Burgmanagerin besprochen werden. Für die Gäste gelten natürlich Verhaltensregeln, die vor einer Infektion mit dem Coronavirus schützen sollen.

Tagungen sind wieder möglich.

Herbert Bauer, Vorsitzender "Forum Falkenberg"

"Burgführungen können aktuell nicht stattfinden – wegen der Abstandsregeln", greift Herbert Bauer einen weiteren Punkt auf. Er verdeutlicht: "Im Filmraum hätte nur eine Person Platz." Von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern habe man ein umfangreiches Konzept erhalten, wie die Schutzauflagen auch im Museumsbetrieb eingehalten werden können. "Auf unserer Burg ist das aber nur sehr schwer, bis gar nicht zu realisieren", hebt Bürgermeister Grundler hervor. Vielleicht gebe es ab September oder Oktober wieder Führungen, hofft Herbert Bauer. Allerdings müssten dazu die Abstandsregeln gelockert werden. Auf Nachfrage informiert er, dass an den Führungen im ersten Jahr rund 10.000 Interessierte teilnahmen. In den folgenden Jahren waren es stets rund 6000.

Private Feierlichkeiten wie zum Beispiel Hochzeiten müssten ebenfalls noch warten. Bis September sind die Buchungen ohnehin abgesagt oder verschoben worden, sagt Matthias Grundler. Ob der Betrieb danach wieder anlaufen könne, hänge ganz klar von den Auflagen ab. "Unter den derzeitigen Bedingungen ist es extrem schwierig, Abstandsgebot und andere Punkte bei einer größeren Anzahl von Personen einzuhalten. Zudem sind gute Laune, sich mit allen Gästen auszutauschen und gemeinsam zu feiern, ja gerade das Schöne an solchen Anlässen." Das sei nur schwer mit dem Abstandhalten und Mundschutztragen zu vereinbaren und noch schwerer einen ganzen Abend lang zu kontrollieren. Grundsätzlich möglich seien aber Trauungen in der Burg.

Zu hohe Anforderungen

Im Biergarten im Burghof bleibt es heuer ruhig. Bei einer Öffnung würden Abstandsregeln, Maskenpflicht auf dem Weg zum Platz, das Notieren von Kontaktdaten oder auch die regelkonforme Nutzung der Toilettenanlage verpflichtend sein, so Grundler. Er erläutert: "Insbesondere in Kombination mit den beliebten Burgführungen hatte der Biergarten an den Sonntagen Zulauf aus der Region. Weil die Führungen nicht mehr stattfinden können und auch der Personaleinsatz unter den erhöhten Anforderungen wohl kalkuliert sein will, haben wir uns dazu entschlossen, den Biergarten in der Saison voraussichtlich nicht mehr zu öffnen." Denn auch ein Selbstbedienungsbetrieb wäre nicht möglich.

Bestens besucht ist stets der Kunsthandwerkliche Adventsmarkt rund um die Burg Falkenberg

Falkenberg

Der Kulturbetrieb mit Konzerten, Lesungen und Vorträgen muss sehr zum Bedauern von "Forum Falkenberg – Freunde der Burg" bis auf Weiteres ruhen. Auch Veranstaltungen wie das Weinfest der Jungen Union im August oder bereits das Vatertagsfest der DJK im Mai sind betroffen, verdeutlicht Grundler, der hervorhebt: "Unser Blick geht nach vorne. Die Buchungen für das Jahr 2021 laufen verstärkt an. Und sollten die Auflagen bis nächstes Jahr gelockert werden, freuen sich sowohl das Team rund um Teresa Würth als auch die ehrenamtlich engagierten Mitglieder wieder darauf, zahlreiche Gäste auf der Burg begrüßen zu können." Allen sei daran gelegen, das kulturelle Angebot wieder hochfahren zu können.

Angesichts der am Dienstag von Ministerpräsident Markus Söder verkündeten weiteren Lockerungen der Corona-Beschränkungen wird sich der Verein "Forum Falkenberg – Freunde der Burg" in Kürze wieder treffen, um neu zu beraten, was möglich ist. Dies teilte Vorsitzender Herbert Bauer am Dienstagnachmittag auf Nachfrage mit.

Bericht zu den von Ministerpräsident Markus Söder verkündeten Lockerungen der Corona-Beschränkungen

München
Hintergrund:

In Kurzarbeit

Der Lockdown belastet den Verein „Forum Falkenberg – Freunde der Burg“ natürlich wirtschaftlich. "Durch verschiedene Maßnahmen und nicht zuletzt das Kurzarbeitergeld kann ein Teil der Verluste aber abgefangen werden", informiert Vorsitzender Herbert Bauer im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Der Verein „Forum Falkenberg – Freunde der Burg“ ist Pächter der Burg.

"Drei Beschäftigte in Voll- beziehungsweise Teilzeit befinden sich ganz oder teilweise in der Kurzarbeiterregelung, was eine enorme Hilfe ist, die Zeit zu überbrücken. Leider sieht es für die geringfügig beschäftigten Servicekräfte schlechter aus. Man hat sich hierzu bereits viele Gedanken gemacht." Viele von ihnen würden gerne wieder arbeiten, Hotelgäste empfangen oder in den Sommermonaten im Biergarten arbeiten, so Bauer.

"Der Betrieb lief gut, bis Corona kam. Durch die Krise merkt man erst, wie viele Menschen sich einbringen und letztlich an so einem Betrieb dran hängen", ergänzt Bürgermeister Matthias Grundler. Herbert Bauer: "Unser Ziel ist es, die Beschäftigten zu halten. Wir hoffen, dass sie bei der Stange bleiben und starten, wenn es wieder weitergeht."

Grundler fügt hinzu: "Ehrenamtliche sehnen sich danach, wieder Gäste durch die Burg führen zu können."

Weil die Burgführungen noch nicht stattfinden können und auch der Personaleinsatz unter den erhöhten Anforderungen wohl kalkuliert sein will, hat der Vorstand von "Forum Falkenberg – Freunde der Burg" entschieden, den Biergarten im Burghof (Bild) in dieser Saison voraussichtlich nicht mehr zu öffnen.
Im Blickpunkt:

Grundler: Lärmschutz gewährleistet

Bekanntlich führten in der Vergangenheit Veranstaltungen auf dem Burggelände auch zu Diskussionen mit juristischem Beistand, wie es Matthias Grundler formuliert. Der Bürgermeister informiert dazu: "Wir haben eine neue Baugenehmigung angestrebt." Dabei sei gewissermaßen "jeder Handgriff betrachtet worden". Damit verknüpft ist laut Grundler ein 70-seitiges Lärmschutzgutachten.

Bereits seit mehreren Wochen liegt der neue Baugenehmigungsbescheid des Landratsamtes vor. "Und an den halten wir uns", bekräftigt Grundler. Das Papier ist natürlich mit Auflagen verbunden. So seien ein "paar Maßnahmen" im Außenbereich der Burg notwendig. Der Falkenberger Bürgermeister nennt hier unter anderem die Stichworte Verkehrslenkung und Parkplätze. Ein wichtiges Thema sei das Parken nach 22 Uhr. Besucher sollen ihre Fahrzeuge am Graf-Schulenburg-Weg (Burgwiese) abstellen. Für Feiern in der Burg sei ein Belüftungskonzept nötig, damit nicht willkürlich Fenster geöffnet werden.

Grundler: "Für mich gilt, die Burg ist ein tolles Projekt. Das setzt aber einen soliden Betrieb voraus. Wir glauben, dass der Lärmschutz mit Blick auf die Nachbarschaft gewährleistet werden kann."

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