16.11.2020 - 10:38 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Hass und Spaltung überwinden

Mit einem Gottesdienst und einer Kranzniederlegung gedachte der Markt Falkenberg der Opfer beider Weltkriege. In seiner Ansprache am Ende des Gottesdienstes formulierte Bürgermeister Matthias Grundler einen eindringlichen Appell.

Nach dem Gottesdienst wurde ein Kranz von Mitgliedern des Soldatenbundes zum Kriegerdenkmal gebracht.
von Werner RoblProfil

„Probieren wir, Frieden zu bringen. Beten wir, dass auf der ganzen Welt Frieden herrscht“, bat Pfarrvikar Charles John beim Gottesdienst am Volkstrauertag. Am Ende der Messfeier überließ der Geistliche Bürgermeister Matthias Grundler das Rednerpult. „Friede, Demokratie und nicht zuletzt die europäische Einigung sind die Antwort auf zwei Weltkriege und das dunkelste Kapitel unserer Geschichte“, betonte der Bürgermeister in seiner Rede zum Volkstrauertag.

Junge Menschen - und da nehme ich mich selbst nicht aus – können sich nicht vorstellen, welche Schrecken der Krieg mit sich brachte.

Bürgermeister Matthias Grundler

"Manche Probleme, über die wir heute klagen, verblassen im Angesicht des unvorstellbaren Leids", sagte Matthias Grundler. „Junge Menschen - und da nehme ich mich selbst nicht aus – können sich nicht vorstellen, welche Schrecken der Krieg mit sich brachte." Grundler erinnerte an anderer Stelle an die derzeitigen Krisenherde auf der Welt und mahnte, die Erinnerungen an die Vergangenheit stets wach zu halten. Man dürfe die Augen nie verschließen.

Matthias Grundler forderte dazu auf, "die Grundpfeiler unserer freien Gesellschaft zu bewahren und zu verteidigen“. Der Bürgermeister bedauerte aber, dass manche Menschen immer wieder versuchen würden, diese Grundpfeiler einreißen zu wollen. „Extremismus von rechts oder von links, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Verschwörungstheorien finden immer wieder ihren Weg in die Köpfe mancher Leute." Damit werde der Nährboden für Hass und Zwietracht geschaffen, unterstrich das Gemeindeoberhaupt am Ende des Gottesdienstes. Er forderte dazu auf, all jener zu gedenken, die ums Leben kamen, weil sie „Widerstand geleistet haben und im Dienst für unser Land gestorben sind“.

Der Falkenberger Bürgermeister kam auch auf die aktuelle Corona-Pandemie zu sprechen und nannte sie auch einen Charaktertest für die Gesellschaft. „Meine Hoffnung und meine Überzeugung ist es, dass wir ihn bestehen. Ich wünsche mir, dass Menschlichkeit, Solidarität und der Zusammenhalt stärker sind als Hass und Spaltung.“ Grundlers Appell lautete, Krieg und Gewalt keinen Raum zu geben.

Der Soldatenbund Falkenberg stellte unter dem Kommando von Hermann Meier eine Ehrenwache. Der Kranz – als äußeres Zeichen des Gedenktages – wurde danach zum Kriegerdenkmal gebracht. Auf die gewohnte Gedenkfeier am Kalvarienberg wurde heuer aber coronabedingt verzichtet. Die Kranzniederlegung durch den Soldatenbund fand lediglich im kleinen Kreis statt.

An das Kriegsende vor 75 Jahren erinnert ein Gedenkstein am Kalvarienberg

Falkenberg
Unter dem Kommando von Hermann Meier stellte der Soldatenbund eine Ehrenwache.
Die Ansprache zum Volkstrauertag hielt Bürgermeister Matthias Grundler in der Pfarrkirche Sankt Pankratius.
Mit einem Kranz erinnerte der Markt Falkenberg an die Opfer beider Weltkriege. Die anschließende Niederlegung am Kriegerdenkmal fand nur im kleinen Kreis statt.

 

 

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