21.05.2021 - 18:19 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Landkreis Tirschenreuth: Tourismusauftakt nach sechs Monaten Pause

Kann ich im Urlaubsort einen Corona-Test machen? Wer darf zusammen in einem Zimmer schlafen? Diese Fragen stellten sich nicht nur Urlauber, sondern auch Familie Lindner aus Falkenberg. Seit Freitag darf sie wieder Gäste beherbergen.

Wolfgang und Carolin Lindner sind froh: Seit Freitag dürfen sie wieder Übernachtungsgäste in ihrem Gasthof in Falkenberg empfangen. Im Biergarten sitzen, Bernd Sommer, Roland Grillmeier, Matthias Grundler und Johannes Reger (von links)zusammen. Das ist möglich, weil zwei von ihnen bereits vollständig geimpft sind.
von Katrin Pasieka-Zapf Kontakt Profil

Endlich ist es soweit: Nach einem halben Jahr Pause darf Familie Lindner wieder Übernachtungsgäste in ihrem Gasthof Zum Goldenen Stern in Falkenberg empfangen. Nachdem zu Beginn des Monats bekannt geworden war, dass Reisen - bei einer stabilen Inzidenz unter 100 - zu Pfingsten wieder möglich sein werden, stand bei Carolin und Wolfgang Lindner das Telefon nicht mehr still. Dennoch blieben viele Fragen offen, einige konnten erst am Freitagvormittag geklärt werden.

"So wie Familie Linder ging es allen Hotels und Beherbergungsbetrieben", sagt Stephanie Wenisch, Tourismusreferentin im Landkreis. "Wir haben mit Rundmails versucht, die Betriebe und privaten Vermieter auf dem aktuellsten Stand zu halten", erzählt sie. Viele offene Fragen, konnten in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt und dem Gaststättenverband geklärt werden.

Ausreichend Testmöglichkeiten

"Die erste Frage, die die Gäste stellen ist: 'Kann ich bei Ihnen einen Test machen?", sagt Carolin Lindner. Die Frage ist berechtigt, schließlich müssen Übernachtungsgäste, die weder geimpft noch genesen sind beim Check-In und dann alle 48 Stunden einen negativen Corona-Test vorweisen. "Der Corona-Test darf bei der Anreise höchstens 48 Stunden bei einem PCR-Test und höchstens 24-Stunden bei einem POC-Antigentest alt sein", erklärt sie. Für den Fall, dass ein Gast keinen Test vorweisen kann, hat Familie Lindner auch Selbsttests organisiert. Unter Aufsicht durchgeführt gelten auch diese als Nachweis. "Die größte Sorge der Gäste ist, dass sie vor Ort keinen Test machen können", sagt Stephanie Wenisch. Diese Bedenken sind im Gebiet des Oberpfälzer Walds unbegründet. "Hier gibt es ausreichend Testmöglichkeiten."

Zum Auftakt in die Tourismussaison war auch Landrat Roland Grillmeier als Vorsitzender der Tourismusgemeinschaft Oberpfälzer Wald nach Falkenberg gekommen. "Der 21. Mai ist ein wichtiges Datum für uns", sagt er. Die niedrige Inzidenz lasse es zu, dass nun endlich wieder Touristen in den Landkreis kommen dürften. "Der Oberpfälzer Wald hat viel Natur und Ausflugsmöglichkeiten, aber auch kulinarisch einiges zu bieten", so Grillmeier. Schon im vergangenen Jahr bemerkte Familie Lindner eine größere Nachfrage an ihren Gästezimmern. "Kleine, ländliche Unterkünfte werden für Urlauber immer interessanter", freut sich Carolin Lindner. Ein neues Bewusstsein für die Natur und für den Urlaub vor der Haustüre sind ihrer Meinung nach die Gründe dafür.

Von Inhaber Wolfgang Lindner, der den Traditionsbetrieb seit zehn Jahren leitet, erfuhren Bürgermeister Bernd Sommer (Vorsitzender Ikom Stiftland) und Bürgermeister Johannes Reger (Vorsitzender Steinwald-Allianz) und Falkenbergs Bürgermeister Matthias Grundler aus erster Hand, wie die Betriebe die lange Durststrecke durchlebten. Vereinzelte berufliche Übernachtungsgäste sowie "Essen to go" konnten dabei die entstandenen Verluste kaum abmildern. "Wir wollen jetzt durchstarten und versuchen, den Verlust abzumildern", so Lindner.

Zimmerbelegung anfangs unklar

Besonders freut sich die Familie über ihre ersten Gäste, die am Freitagvormittag aus Berlin angereist sind. Und auch für die restliche Woche sind die fünf Zimmer im Goldenen Stern schon ausgebucht. "Wir sind so froh, endlich wieder Gäste bei uns im Haus zu haben", sagt Carolin Lindner. Unklarheiten gab es zu Beginn der Woche noch mit der Zimmerbelegung. Während Familien zusammen in einem Zimmer schlafen dürfen, ist das für Reisende aus zwei verschiedenen Haushalten nicht möglich. Hier werden zwei Einzelzimmer benötigt. "Schade", findet Wenisch, schließlich kämen in den Oberpfälzer Wald viele Freunde, um gemeinsam zu wandern oder Rad zu fahren.

Unterstützung bekommen Falkenbergs Gastwirte auch von der Gemeinde. Wie Matthias Grundler berichtet, wurden Anträge, die Bestuhlung auf öffentliche Flächen auszuweiten, genehmigt. "Zusammenhalt ist sehr wichtig. Alle haben es verdient, dass es wieder aufwärts geht", so der Bürgermeister. Verpflegen darf Familie Lindner ihre Übernachtungsgäste nicht nur im Biergarten, sondern auch bis 22 Uhr im Innenbereich. "Durch diese Regelung sind wir nicht vom Wetter abhängig", sagt Carolin Lindner.

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Johannes Reger, Bernd Sommer, Wolfgang und Claudia Lindner, Stephanie Wenisch, Matthias Grundler und Roland Grillmeier eröffneten in Falkenberg die Tourismussaison im Landkreis Tirschenreuth.
Familie Lindner (Mitte) zusammen mit Johannes Reger, Bernd Sommer, Stephanie Wenisch, Roland Grillmeier und Matthias Grundler (von links).
Hintergrund:

Tourismus im Landkreis Tirschenreuth in Zahlen

  • Das Statistische Landesamt ermittelte, dass die Übernachtungen im Oberpfälzer Wald 2020 im Vergleich zu 2019 um 30,7 Prozent zurückgingen, im Landkreis Tirschenreuth sogar um 34,7 Prozent.
  • Vergangenes Jahr wurden im Kreis Tirschenreuth 266 580 Übernachtungen gezählt, im Jahr zuvor waren es 405 832. Im Schnitt blieben die Gäste 3,7 Tage.
  • Der Oberpfälzer Wald ist eine touristische Arbeitsgemeinschaft der Landkreise Schwandorf, Neustadt/WN und Tirschenreuth sowie der Stadt Weiden. (kaz)

 

 

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