30.07.2020 - 11:06 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Marktrat will Falkenberg noch attraktiver machen

Den politisch Verantwortlichen in Falkenberg liegt viel daran, dass der Ort liebenswert und das Wohnen in der Gemeinde erstrebenswert bleibt. Mit einem Ortsentwicklungskonzept treibt man die Gedanken voran.

Falkenberg mit seinen historischen Häusern soll noch attraktiver werden. Dafür sorgen auch die Ideen, die im Marktrat vorgestellt wurden.
von Werner RoblProfil

"Falkenberg hat viel zu bieten", stellte Bürgermeister Matthias Grundler in der zurückliegenden Sitzung des Gemeinderates zufrieden fest. Die Burg, viele Freizeitmöglichkeiten, Natur, Umwelt und vieles mehr rückte der Gemeindechef als "lohnenswerte Elemente" in den Mittelpunkt. Grundler verwies auch auf die Arbeitsplätze, darunter im aufstrebenden Unternehmen IGZ, die gemeinsam dafür sorgten, dass immer mehr Menschen im Ort arbeiten möchten.

Viele Wohnanfragen

Kaum eine Woche vergehe, in denen kein Wohnungs- oder Grundstückssuchender an ihn herantrete. Das Interesse sei beeindruckend, fasste der Bürgermeister zusammen und ließ durchblicken, dass Baugrundstücke zwar vorhanden, aber "nicht alle greifbar" seien. Um das Problem abzufedern, leiste eine mögliche Erweiterung des Siedlungsgebietes "An der Schäferkapelle" einen wichtigen Beitrag.

"Man darf aber auch die umliegenden Ortsteile nicht vergessen", versprach Grundler, auch die Dörfer in die Planungen mit einzubeziehen. Ziel müsse es sein, die Aktivitäten, was das Wohnen und den Tourismus betrifft, kontinuierlich zu steigern. "Die notwendige Infrastruktur müssen aber wir bereitstellen." Als wichtige Aufgabe bezeichnete er den Erhalt der Grundschule, um auch jungen Familien Perspektiven zu bieten. Bei der weiteren Gestaltung des Ortsbildes sollten auch "mögliche moderne Gebäudeformen einen Platz finden können". Grundler versprach, die Eigentümer von leerstehenden Häusern oder freien Grundstücken gezielt anzusprechen.

Entwicklung "atemberaubend"

Rat holt sich die Gemeinde derzeit bei den Weidener Städteplanern SHL Architekten. Emil Lehner und dessen Tochter Christina Lehner waren zur Juli-Sitzung eingeladen. "Wir vergleichen die Situation in Falkenberg mit einer Art Aufbruchstimmung im 19. Jahrhundert", machte der Architekt deutlich. "In Falkenberg passiert derzeit eine Weichenstellung", sprach er von einer "atemberaubenden Entwicklung". Der Ort habe alles Mögliche getan, um eine Schlusslicht-Stellung abzugeben. Jetzt dürfe man die Ernte einfahren.

"Man muss aber auch dafür kämpfen, die benötigten Bauflächen an Land zu ziehen", sagte Lehner. Zudem sollten auch im Sanierungsgebiet Nischen gefunden zu werden, die der eine oder andere suche, um dort zu leben. Um dies zu erreichen, werde man nach Lösungen suchen und damit auch bei der Regierung werben.

Das positive Bild von Falkenberg untermauerte er mit Beispielen, was im Ort umsetzbar wäre. Mit Christina Lehner machte er deutlich, welche Fehler man vermeiden müsse. Um die Sanierungswilligen bei ihren Vorhaben zu unterstützen, empfahl der Architekt eine "Gestaltungs-Fibel".

Die dafür notwendige Satzung sollte so schlank wie möglich gehalten werden. Zudem sollten darin auch Ausnahmen fixiert werden. "Die Argumente im Dialog mit den Fachleuten und den Bau- beziehungsweise Sanierungswilligen müssen stimmig und überzeugend sein", forderte Lehner. Auch in einer gebietstypischen Ortsentwicklung könne es Sonderlösungen geben. "Aber nur, wenn der Marktrat zustimmt." Die nach Ansicht Lehners "schlanke Satzung" stellte er im Entwurf vor.

Leerstandskataster gefordert

Den Ansatz einer Ausweitung des vorhandenen Baugebietes "An der Schäferkapelle" sah der Referent durchaus positiv. Die zusätzlichen Grundstücke, die möglicherweise dafür infrage kämen, seien aber nur "ein Tropfen auf den heißen Stein". Noch seien die Grundstücksankäufe nicht unter Dach und Fach, ließ Bürgermeister Grundler auf Anfrage anklingen. "Wir warten noch auf das grüne Licht der Behörden."

Mit der Gestaltung des Ortskernes, aber auch mit der Schaffung von neuem Bauland müsse man sich intensiv auseinandersetzen, mahnte er in der Sitzung. Hans Enslein (CSU) stellte fest: "Der Bedarf ist zweifellos vorhanden." Gerhard Enslein (UBF) forderte ein Leerstandskataster. "Machen wir uns auf den Weg, auch wenn er an manchen Stellen dornig sein wird", schloss Grundler den Tagesordnungspunkt.

Weiterer Bericht über die Marktratssitzung

Falkenberg
Auch die Gastronomie trägt dazu bei, dass das Leben in Falkenberg liebenswert ist.
Als einen wichtigen, aber nur kleinen „Tropfen auf den heißen Stein“ bezeichnete Architekt Emil Lehner die Ausweitung des Baugebietes „An der Schäferkapelle“.
Dr. Emil Lehner (Dritter von links) war zur Gemeinderatssitzung gekommen, um über das künftige Ortsentwicklungskonzept zu referieren.

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