23.06.2020 - 11:57 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Rasche "Rettung" aus der Burg

Einsätze in der Burg Falkenberg stellen für Feuerwehren eine besondere Herausforderung dar. Schwierig wird die Lage, wenn das Unglück im Dachgeschoss passiert ist. Die Falkenberger Wehr spielte das komplizierte Szenario einmal durch.

Die Befürchtung, dass sich in den oberen Räumen der Burg eine Person befinden könnte, bewahrheitet sich. Sofort werden Erste Hilfe-Maßnahmen eingeleitet.
von Werner RoblProfil

Seit 15. Juni dürfen die Feuerwehren nach der coronabedingten Zwangspause wieder üben. Die Erlaubnis geht aus einem Schreiben hervor, das das Bayerische Staatsministerium des Inneren an die Verantwortlichen der Feuerwehren verschickte. „Wir sind sehr froh darüber und beschlossen, sofort nach der Entscheidung die Ausbildung unserer Aktiven fortzusetzen“, erklärt Roland Höcht von der Feuerwehr Falkenberg gegenüber Oberpfalz-Medien.

„Wir begannen mit den Maschinisten. Vor wenigen Tagen folgten die Atemschutzträger“, informiert Höcht konkret über einen eher seltenen Übungseinsatz, der ihn und seine Kameraden ins Innere der Burg Falkenberg führte. Die Ausbildung stand unter dem Motto „Erkundung und Personenrettung in der Burg Falkenberg“.

Über Treppenhausschacht

Die Feuerwehr Falkenberg wurde unter dem Übungsschlagwort „BMA-Alarm in der Burg, Schwaige 3“ in die Ortsmitte gerufen. „Das angenommene Szenario jedoch stellte uns vor eine besondere Herausforderung“, berichtet Höcht über den Brandmeldeanlagen-Alarm. Er schildert die Situation wie folgt: Der Erstanfahrtsweg liegt in der Schwaige zwischen dem Tagungszentrum und der Burg – unweit des Brauhauses. Wie Höcht weiter erläutert, musste der Zugang zur Burg über den Treppenhausschacht erfolgen. „Das hat aber bedeutet, dass das gesamte Einsatz-Equipment nach oben getragen werden musste“, führt der Feuerwehr-Sprecher im Gespräch mit Oberpfalz-Medien aus. Geleitet wurde der mit den Verantwortlichen der Burg abgestimmte Einsatz von den Kommandanten Andreas Zölch und Harald Fischer.

Das angenommene Szenario stellte uns vor eine besondere Herausforderung.

Gruppenführer Roland Höcht

Bereits während der kurzen Anfahrt rüstete sich ein Angriffstrupp mit Atemschutzgeräten aus. Vor Ort erfuhr man, dass im Dachgeschoss der Burg ein Rauchmelder ausgelöst hatte. Wie Roland Höcht weiter mitteilt, sei man zudem auch davon ausgegangen, dass sich am "Brandort" Personen aufhalten könnten. Daraufhin erfolgte eine Lageerkundung. „Währenddessen“, so Höcht, „machte sich der Sicherungstrupp - ausgestattet mit Atemschutzgeräten – für den Einsatz bereit“. Tatsächlich entdeckte man im oberen Treppenbereich einen „bewusstlosen Monteur".

„Die Rettung ging sehr zügig vonstatten“, blickt Höcht auf die sofort eingeleitete Aktion zurück, um das Leben des "Verletzten" zu retten. Erste-Hilfe-Maßnahmen starteten sofort. Danach brachte man den „Monteur“ aus der Gefahrenzone. Per Funk wurde eine Trage angefordert, um ihn damit ins Freie zu schaffen. Wie Höcht in seinem Rückblick ausführt, folgte eine weitere Burg-Erkundung, bei der man zwei ausdampfende Kanister vorfand. „Diese wurden sorgfältig verschlossen und ins Freie gebracht.“

Geschoss für Geschoss

Die Hiobsbotschaft, dass der Hausmeister vermisst wird, sorgte für die nächsten Sorgenfalten, so Höcht. Nur schwer konnte man sich bei der Suche – so die Annahme – Geschoss für Geschoss vorarbeiten. Der Hausmeister blieb unauffindbar. Noch während der Suchaktion hat man aber erfahren, dass er wohlbehalten, außerhalb der Burganlage, angetroffen wurde.

Nach der eher seltenen Übung in Burg Falkenberg fasst Gruppenführer Roland Höcht das Training zusammen: „Die Übung war erfolgreich.“ Zudem sei man froh, dass nach der coronabedingten Zwangspause die Ausbildungen fortgeführt werden. Selbstverständlich geschah beim Übungseinsatz alles unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln und unter Verwendung von Mund- und Nasenmasken, betont Roland Höcht. Ausdrücklich weist er darauf hin, dass die Freiwilligen Feuerwehren - auch in Corona-Zeiten - „an 365 Tagen, manchmal auch an 366 Tagen im Jahr“ der Bevölkerung zur Seite stehen, um zu helfen.

Der „bewusstlose Monteur" ist geborgen und wird von den Atemschutzträgern ins Freie gebracht.

Bericht über die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Falkenberg

Falkenberg
Die Bergung über die steile Burgtreppe erweist sich für die Rettungskräfte als besonders schwierig.
Nach der coronabedingten Zwangspause übt die Feuerwehr Falkenberg wieder. Auf einen Brandmeldeanlagen-Alarm aus der Burg, folgt ein "Einsatz".
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