11.10.2019 - 13:18 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Wunschzettel der Bienen

Renate Feuchtmeyer ist Imkerin. Die Expertin verriet in der Imker-Kreisversammlung in Falkenberg, welche bescheidenden Anliegen Bienen haben.

Über verschiedene Themengebiete referierten Renate Feuchtmeyer und Kreisvorsitzender Johann Schön (Zweiter von rechts) im Falkenberger Prockl-Saal.
von Werner RoblProfil

Renate Feuchtmeyer hat Forstwirtschaft studiert. In ihrer Freizeit bietet die gebürtige Niederbayerin auch Naturführungen an. Tätig ist sie an der Staatlichen Fachberatung für Bienenzucht in Amberg, stellte sich die Wahl-Oberpfälzerin im Prockl-Saal vor. Die Referentin versprach, dass sie sich einem eher "entspannteren Thema" widmen werde. Die Mitarbeiterin an der Fachstelle ist vielen Imkern bekannt. "Kontaktieren Sie uns. Das ist unser Job. Wir versuchen Ihre Fragen zu beantworten."

In ihrem Vortrag verriet Feuchtmeyer, "welche Wünsche die Honig- und Wildbienen im Herzen tragen". Der Wunschzettel sei alles andere als unerfüllbar, erklärte sie und empfahl, geeignete Nistmöglichkeiten, Paarungsplätze und Futterstellen zu schaffen. Wildbienen - die Bestimmung der einzelnen Arten sei schwierig - bräuchten auch Schutz vor dem Regen und einen sicheren Ruheplatz in der Nacht. Man könne ruhig einmal auch das eine oder andere stehen lassen, empfahl sie, die Gartenschere im Herbst nicht zu oft einzusetzen. Denn: "Die Wildbienen, Hummeln und andere Nützlinge können zum Beispiel in den Stauden überwintern."

Bienen und Blüten würden eine Symbiose bilden, fasste Feuchtmeyer das Referat über die "schönen Garten-Farbtupfer" und ihre geflügelten Gäste zusammen. Vielfältige Nahrung gebe es aber nur an geeigneten Pflanzen. Der abschließende Teil der Kreisversammlung war den Ergebnissen des Bienen-Neurologen Professor Randolf Menzel von der FU Berlin gewidmet, der sich aktuell mit Pestiziden befasst. Über die wichtigsten Eckpunkte informierte Kreisvorsitzender Johann Schön, der dabei auch an den Bayerischen Imkertag in Amberg erinnerte. Dort habe sich Menzel über die negativen Wirkungen der Chemikalien auf die Honigbienen geäußert. "Bienen mit präpariertem Futter hatten ein deutlich schlechteres Erinnerungsvermögen", beleuchtete Schön die Erkenntnisse von Menzel. Die Bienen fänden auf Irrwegen oder gar nicht zurück.

Er bedauerte, dass auch die Königin an den negativen Einflüssen zu leiden habe, die von einem geschwächten "Hofstaat" ernährt werden müsse. Schön folgerte: "Die Völker entwickelten sich deutlich negativer als die kontrollierten Bienenvölker, die nicht mit den Pestiziden in direkte Berührung kamen."

Was beim Treffen im Prockl-Saal aber überraschte, war die Mitteilung, dass man offenbar einen Wirkstoff (Flumethrin) entdeckt habe, der es möglich mache, der gefürchteten Varroa-Milbe Einhalt zu gebieten. Der Kreisvorsitzende bedauerte aber, dass ihm aktuell noch kein Imker bekannt sei, der damit Erfahrungen sammeln konnte. "Nach dem weitgehenden Verbot von Glyphosat und mehrerer Neonicotinoiden laufen in den zwei kommenden Jahren die Zulassungen von chemischen Mitteln mit Thiacloprid und Imidacloprid aus", so der Vorsitzende.

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