30.01.2020 - 09:55 Uhr
Oberpfalz

Faschingsglück

Menschen haben schon immer Spaß daran, sich zu maskieren oder in eine andere Rolle zu schlüpfen. Legen Sie einfach mal Ihre Vorurteile, Hemmungen und Beklemmungen ab und gönnen Sie sich etwas Blödsinn, meint die OWZ-Glücksexpertin.

Tatsächlich kann so etwas Sinnfreies wie das Verkleiden im Fasching richtig glücklich machen.
von Autor EWAProfil

"Tante Frieda kommt als Nonne, Onkel Paul, der geht als Tonne. Mit Alaaf und mit Helau grüßt der Mann wie auch die Frau ..." So beschreibt Schriftsteller Erhard Horst Bellermann die fünfte Jahreszeit. Doch warum feiern so viele von uns eigentlich so gerne Fasching? Fakt ist: Die Begeisterung am Verkleiden ist absolut nichts Neues. Wir Menschen hatten schon immer Spaß daran, uns hinter Masken zu verstecken, einmal in die Rolle von jemand anderen zu schlüpfen. Davon zeugen zum Beispiel Gemälde in Höhlen. Im antiken Griechenland und im alten Rom gab es eine lebendige Theaterszene mit vielen bunten Kostümen, im Mittelalter wurde auf Narrenfesten die kirchliche Ordnung verspottet.

"Das Rollenspiel bietet Möglichkeiten, die es in der Ernstwelt der Erwachsenen so nicht mehr gibt", erklärt Wolfgang Oelsner. Der Kinder- und Jugendpsychotherapeut muss es wissen, denn schließlich hat er sich in mehreren Büchern mit der Liebe vieler Menschen zum Fasching beschäftigt. "Wir haben alle Hunderte Talente, müssen uns aber von den meisten verabschieden, wenn wir uns für ein bestimmtes Leben entscheiden. Wenn wir uns verkleiden, können wir einmal aus dem Alltag ausbrechen und einfach jemand anderes sein." Ob verwegener Westernheld, mutiger Geheimagent, Chirurg im OP, die Queen, reicher Scheich oder sexy Glamourgirl - jetzt dürfen wir also einmal genau das sein, was wir schon immer sein wollten.

Und das ganz ohne Gefahr zu laufen, uns für die falsche Rolle entschieden zu haben. Denn schließlich können wir unser Kostüm jederzeit wieder ablegen und in unser eigenes Leben zurückkehren. Ist das nicht herrlich? Tatsächlich kann so etwas Sinnfreies wie das Verkleiden im Fasching richtig glücklich machen. Irgendwie ist so eine Party in der fünften Jahreszeit doch ein wenig wie Ferien vom Alltag. Und alles ist wunderbar einfach: Eine Prinzessin ist eine Prinzessin, ein Pirat ein Pirat und ein Krokodil eben ein Krokodil. Und doch sind wir alle gleich. Niemand fragt, was wir beruflich machen, ob wir studiert haben, wie viel wir verdienen. Grenzen verwischen, das Ansprechen von Fremden und das Kennenlernen werden wesentlich leichter.

"An Karneval machen wir Urlaub von der sozialen Rolle", erklärt Oelsner. "Alles ist unkomplizierter und unverkrampft." "Das ist ja alles schön und gut", sagen Sie nun vielleicht, wenn Sie zu den Faschingsmuffeln gehören. "Aber das ist einfach nichts für mich." Und dass Sie gerne Sie selbst bleiben, auch im Fasching. Schade eigentlich. Denn so nehmen Sie sich die Chance, einfach mal ohne Grund glücklich zu sein. Legen Sie also am besten einfach mal Ihre Vorurteile, Hemmungen und Beklemmungen ab und erlauben Sie sich, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Sie müssen das alles auch gar nicht so ernst nehmen - schon gar nicht sich selbst. Gönnen Sie sich und den anderen ruhig einmal im Jahr diesen Blödsinn. Sie selbst sein können Sie auch morgen wieder.

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