01.01.2021 - 09:01 Uhr
FensterbachOberpfalz

Für Ruhewald bei Wolfring ist Detailarbeit nötig

Das Objekt steht bereits. Doch was alles notwendig ist, um aus einem Forstareal einen Ruhewald zur Bestattung von Urnen zu machen, mutet erstaunlich an. Im Fensterbacher Gemeinderat rücken viele Einzelheiten in den Fokus.

Der Eingangsbereich zum Ruhewald auf einer Anhöhe nördlich von Wolfring: Das Vorhaben von Carl Graf zu Eltz, dort Urnen bestatten zu lassen, hat jetzt eine wichtige Hürde im Fensterbacher Gemeinderat genommen.
von Autor HOUProfil

Auf einer Anhöhe nördlich von Wolfring wird aus einem Wald ein Ruhewald. Die Planungen dazu laufen seit Monaten. Ausgelöst hat sie der in Wolfring ansässige Gutsbesitzer Carl Graf zu Eltz, zu dessen Besitz das Areal gehört. Es liegt nicht weit entfernt von einem schon seit mehreren Jahren existierenden Solarpark. In alle vorbereitenden Maßnahmen ist auch der Fensterbacher Gemeinderat eng eingebunden.

Die Umwidmung zum Ruhewald beinhaltet eine Vielzahl einzelner Details. Die in Amberg ansässigen Planer Martina Dietrich und ihr Bruder Stephan Dietrich berichteten jetzt erneut in einer Gemeinderatssitzung darüber. Dies geschah im Zuge der Aufstellung des sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplans.

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Fensterbach

Wenn aus Wald ein Ruhewald wird, ist eine Bürgerbeteiligung ebenso notwendig wie die Anhörung von Trägern öffentlicher Belange. Das ist unterdessen geschehen. Von Bürgerseite her, so informierte Martina Dietrich, habe es keine Einwände gegeben. Auch die angefragten Stellungnahmen öffentlicher Träger hätten sich in Grenzen gehalten. Dazu zählt die Verkehrsbehörde des Landratsamtes, auf deren Betreiben hin ein Ortstermin an der westlich des Ruhewaldes vorbeiführenden Straße von Wolfring nach Trisching stattfand. Dabei hatte sich verdeutlicht, dass eine eigene Abbiegespur zum Waldgelände nicht notwendig erscheint.

Danach ging es in die Details. Eines davon: Im Flächennutzungsplan steht das Gelände bisher als Waldfläche. Nun muss das Areal als Ruhewald ausgewiesen werden. An seinem Zugang werden 33 Stellplätze für Fahrzeuge entstehen. Doch was ist, wenn dort eine Urnenbestattung mit einer größeren Anzahl zu erwartender Trauergäste stattfindet? Dann, so wurde in der Sitzung offenkundig, wird es von Wolfring aus einen Shuttle-Service per Bus geben. Den habe der Ruhewald-Betreiber zu gewährleisten. "Sind Baumfällungen geplant?" wurde gefragt. Nein, hieß es.

Auch das erfuhren die Gemeinderäte: "Der Ruhewald ist offen für Tiere". Anders ausgedrückt: Es gibt keine Umzäunung wie auf Friedhöfen. Unerwünscht sei die Befahrung wie etwa mit Mountainbikes. Eine Dokumentation hinsichtlich der Bestattungsorte einzelner Urnen wird es geben. In Martina Dietrichs Vortrag mischte sich der geschäftsleitende Beamte Peter Fleißner mit der Feststellung ein: "Es muss geklärt werden, was dann geschieht, wenn der Träger des Vorhabens die Ruhewaldnutzung aufgibt und die festgesetzten Ruhezeiten für die Urnen zu diesem Zeitpunkt noch laufen". Das sei mit dem Eigentümer zu besprechen.

Einstimmig entschied der Gemeinderat, die Planungen für den Ruhewald nach Abwägung aller Belange zu genehmigen. In einem weiteren Beschluss wurde der Bebauungsplan als Satzung auf den Weg gebracht.

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