09.02.2021 - 17:45 Uhr
FensterbachOberpfalz

Godelmann: Unerwartete Lösung für Tankstellen-Standort

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Das Unternehmen Godelmann verzichtet auf den Bau einer LNG-Gastankstelle östlich der Kreisstraße in Högling. Warum Chef Bernd Godelmann trotzdem sein Ziel erreicht, erläutert er im Gespräch.

Links der Kreisstraße hätte die LNG-Tankstelle der Firma Godelmann entstehen sollen. Sie hat nun Platz auf dem Werksgelände (im Hintergrund rechts), weil das Unternehmen rechts der Straße Erweiterungsflächen erwerben konnte.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Manche Probleme lösen sich dann doch ganz unerwartet. Für ein Bürgerbegehren in Fensterbach gibt es keinen Grund mehr: Der Betonsteine-Hersteller Godelmann verzichtet auf den Neubau einer LNG-Tankstelle östlich der Kreisstraße. Dagegen hatte sich Widerstand geregt, wurde ein Bürgerbegehren gestartet. Das ist nun obsolet. Es gebe eine bessere Lösung, erläuterte Geschäftsführer Bernd Godelmann am Dienstag im Gespräch mit den Oberpfalzmedien.

Bürgerbegehren gestartet

Fensterbach

"Vor wenigen Tagen konnten wir Grundstücke gleich am Werksgelände westlich der Kreisstraße erwerben", sagte Godelmann. Die Verhandlungen über den Kauf der Flächen nördlich der Industriestraße liefen seit längerem. Bislang hatte das Unternehmen darauf keinen Zugriff. "Wir haben eine Einigung erzielt," sagte der Geschäftsführer. "Die neue Situation bringt uns viele Vorteile", zumal die Flächen direkt neben dem Werksgelände liegen. Über den Verzicht auf die Pläne jenseits der Kreisstraße habe er am Montag sowohl Bürgermeister Christian Ziegler als auch die Initiatoren des Bürgerbegehrens informiert. Letztere hätten signalisiert, dass sie nicht grundsätzlich einer Erweiterung des Unternehmens nicht im Wege stehen würden. "Wir sind zuletzt beständig gewachsen", sagte Godelmann. Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind fester Bestandteil der Unternehmenskultur. Seit 2015 arbeitet das Betonsteinwerk CO2-neutral – ziemlich einmalig in der Branche. Der "Green Brand Award" ist ein Beleg dafür.

Auf dem Werksgelände

Der Kauf der Grundstücke auf der Westseite der Kreisstraße eröffne nun völlig neue Perspektiven, sagte Geschäftsführer Bernd Godelmann

Die Flächen auf der Westseite der Ensdorfer Straße (Kreisstraße) ermöglichen nun das, was Godelmann nach eigenen Worten von Anfang an favorisiert hätte: Dass sowohl die Mitarbeiter-Parkplätze als auch die neue Tankstelle auf der Seite der Straße bleiben, an der auch das Werk steht. "Wir bauen eine fünfte Tankstelle im Werksgelände", sagt er den Oberpfalz-Medien, zwei Diesel- und zwei Autogas-Tankstellen (LPG, für Stapler) bestehen bereits. Diese zusätzliche Flüssigerdgas-Tankstelle (LNG) ist weiterhin für die Lkw des Unternehmens gedacht. Mit den neuen Zapfsäulen auf dem Werksgelände fallen Lagerflächen weg, die nun gegenüber der Industriestraße entstehen werden. Gleichwohl betont Godelmann, dass die nun obsoleten Pläne alle nötigen Erfordernisse erfüllt hätten.

Die jetzt von Godelmann erworbenen Grundstücke sind im Flächennutzungsplan bereits für gewerbliche Nutzung vorgesehen. "Ein Bauantrag wird bald folgen", sagte Bernd Godelmann. "Hätten wir die Grundstücke schon vor ein paar Monaten erwerben können, hätten wir uns die Pläne gespart", betonte der Geschäftsführer. Das Grundstück jenseits der Straße wird das Unternehmen behalten. "Der Landwirt, der es jetzt bewirtschaftet, kann das auch weiterhin."

"Keine Grundlage mehr"

Das Unternehmen bleibe seiner Linie treu, auf möglichst nachhaltige Energien zu setzen. Die Lkw mit Gasantrieb stoßen deutlich weniger Kohlendioxid und Feinstaub als Diesel-Trucks aus. Auf lange Sicht soll der Treibstoff zum Teil oder sogar ganz aus Biogasanlagen aus der Region stammen, blickt Godelmann nach vorn. "Dann wäre der Treibstoff komplett CO2-neutral." Pläne für eine Hackschnitzelheizung sind in Arbeit, sie soll dann die Hallen und Bürogebäude über ein Nahwärmenetz versorgen, die noch mit Heizöl geheizt werden.

Bürgermeister Christian Ziegler zeigte sich erleichtert, dass sich nun eine für alle zufriedenstellende Lösung ergeben habe. An diesem Mittwoch hätte der Gemeinderat über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entscheiden sollen. Das fällt nun flach: "Es gibt keine Grundlage mehr dafür. Das Bürgerbegehren hat sich erledigt", sagte Ziegler. Er sei froh, dass sich die Angelegenheit nun für beide Seiten günstig entwickelt habe. Und ganz nebenbei spart sich die Gemeinde auch eine Stange Geld: Ein Bürgerentscheid bedeutet in etwa den gleichen Aufwand wie eine Wahl.

Gastankstelle: Was bisher geplant war

Fensterbach

"Das Bürgerbegehren hat sich erledigt."

Bürgermeister Christian Ziegler

Bürgermeister Christian Ziegler

 

 

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