04.10.2019 - 14:36 Uhr
FichtelbergOberpfalz

Über Berg und Tal

Seit fünf Jahrzehnten bringen Seilbahnen die Menschen auf den Ochsenkopf. Ein Rückblick fördert viele Geschichten aus der Geschichte zutage.

Zufrieden blicken (von links) Axel Herrmann, Andreas Schreyer (Betriebsleiter Seilbahnen), Stephan Unglaub, Landrat Herrmann Hübner, Alt-Landrat Klaus-Günther Dietel und Karl-Heinz Glaser zurück.
von Gisela KuhbandnerProfil

Dass es kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung gibt, hat sich wieder einmal bei der Feierstunde anlässlich der Eröffnung der Seilbahnen vor 50 Jahren am Ochsenkopf bewahrheitet. Trotz Nieselregens und dichten Nebels waren viele gekommen, um diesen Festakt mit zu begehen. Dass von den Seilbahnen kaum etwas zu sehen war, beeinträchtigte die Feier nicht. Wurde doch mehrfach betont, welch wichtige Rolle sie, damals, zusammengefasst eine der längsten Europas, vor allem für den regionalen Tourismus spielen. Landrat Hermann Hübner, Vorsitzender des Zweckverbandes für Fremdenverkehr und Wintersport im Fichtelgebirge, blickte an der Bergstation auf die Anfänge der Seilbahn-Erfolgsgeschichte und weitere Investitionen des Verbandes zurück.

Im vorigen Jahr hat die Verbandsversammlung die Weichen für weitere zukunftsweisende Maßnahmen am Ochsenkopf gestellt und der Errichtung von 10er-Kabinenbahnen zugestimmt: vorerst auf der Nord-, und in seinem zweiten Abschnitt auf der Südseite. Nach einer vorläufigen Berechnung belaufen sich die Kosten für beide Bahnen auf rund 26 Millionen Euro.

Das Erlebnis Bergsommer - sei es in Form von Wandern, Erholen, Regenerieren - habe Konjunktur, sagte der Landrat, und die Erfolgskurve zeigte im vergangenen Sommer klar noch oben. Gerade im Fichtelgebirge wurde und werde in diesem Sinne mit vielerlei Projekten vorgesorgt, um den Gästen ein ganzjähriges Erlebnisszenario bieten zu können.

"Und dazu sind die neuen barrierefreien Kabinenbahnen - quasi als die dritte Seilbahngeneration - ein sehr wichtiger Baustein." Nach der Wintersaison 2019/20 soll mit den Vorarbeiten begonnen und der Betrieb mit der Nordbahn kurz vor Weihnachten 2020 aufgenommen werden.

Während bereits Bratwurstduft in der Luft hing, beglückwünschten die Bürgermeister Stephan Unglaub (Bischofsgrün), Axel Hermann (Warmensteinach) und zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Glaser den Verband zu diesem Jubiliäum. Glaser freut sich zudem, dass sich der Zweckverband für die Errichtung einer für die Ganzjahresnutzung geeigneten Servicestation an der Bleaml-Alm in Neubau ausgesprochen hat und das Konzept in Arbeit ist.

Der Feier an der Bergstation begann mit einem beeindruckenden ökumenischen Berggottesdienst im Berggasthof und endete mit einem Lachen, wozu Axel Hermann die Anwesenden am "Tag des Lächelns" motiviert hatte.

Unzählige Menschen haben in der Ochsenkopf-Seilbahn schon einen solchen Ausblick genossen.
Hintergrund:

Geschichte eines Erfolges

Aus der Erfolgsgeschichte der Seilbahnen und weiteren Investitionen des Zweckverbandes für den Fremdenverkehr und den Wintersport im Fichtelgebirge: In der Sitzung des Kreistags Bayreuth am 2. September 1967 wurde der Bau beschlossen, genau ein Jahr später war die Grundsteinlegung. Am 15. Februar 1969 wurde die Nordbahn eingeweiht, im Frühjahr die Südbahn. Die Gesamtkosten für beide Seilbahnen beliefen sich auf umgerechnet rund 1,7 Millionen Euro. Im Jahr 1979 fand die Einweihung der Sommerrodelbahn statt (Kosen 310 000 Euro).

Außerdem hat sich Zweckverband in den 1980er Jahren an der Erweiterung des Fichtelsees beteiligt. 1991 wurde auf der Nordseite die kuppelbare Haubensesselbahn für 3,75 Millionen Euro errichtet, sechs Jahre später auf der Südseite (Kosten 3,0 Millionen Euro). 2006 kamen die Beschneiungsanlage auf der Nordseite (2,0 Millionen Euro) sowie eine Single-Trail-Strecke auf der Südseite dazu. 2,4 Millionen Euro kostete der Alpine Coaster, der seit 4 Jahren in Betrieb ist. Insgesamt hat der Zweckverband bisher rund 15 Millionen Euro in seine Anlagen investiert und bis Ende 2018 rund 22 Millionen Fahrgäste befördert.

Unzählige Menschen haben in der Ochsenkopf-Seilbahn schon einen solchen Ausblick genossen.
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