28.09.2021 - 14:39 Uhr
MünchenOberpfalz

Florian Post nimmt nach Wahlniederlage seine Familie in den Fokus

Der gebürtige Leuchtenberger Florian Post (SPD) ist nach zwei Legislaturperioden nicht mehr im Deutschen Bundestag vertreten. Seine politische Laufbahn liegt damit vorerst auf Eis, "aber man soll niemals nie sagen".

Der gebürtige Leuchtenberger Florian Post wird künftig nicht mehr im Bundestag vertreten sein. Er nimmt seine Niederlage aber sportlich..
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

Florian Post hat im Münchener Norden als Direktkandidat für die SPD einen einsamen Wahlkampf geführt. Nach parteiinternen Meinungsverschiedenheiten hatte er die Kandidatur für einen Platz auf der Landesliste der Bayern-SPD verloren. "Die Münchener SPD hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass sie mich nicht mehr will", sagt der 40-Jährige. Mit 21,9 Prozent holte er am Sonntag zwar das beste Ergebnis aller SPD-Direktbewerber in der Landeshauptstadt, es reichte aber nur für den dritten Rang.

"Natürlich hätte ich gerne gewonnen und bin auch ein Stück weit enttäuscht", räumt der gebürtige Leuchtenberger ein. "Aber ich nehme es sportlich und mit Würde." Obwohl er seine politische Arbeit gerne fortgeführt hätte, gehe er "erhobenen Hauptes". Enttäuschend sei für ihn auch gewesen, dass sich am Wahlabend keiner seiner Parteikollegen bei ihm gemeldet habe. Damit sehe er seine hauptamtliche Arbeit als erledigt an, zumal wichtigere Dinge anstünden.

Gedanklich befinde er sich bereits "auf dem Weg in ein neues Leben". Seine Zwillinge sind 13 Wochen alt, daher wolle er sich nun erst einmal um seine Familie kümmern. Wirtschaftlich sei er unabhängig und habe Zeit, sich zu sortieren. Einer anderen Partei werde er sich jedenfalls nicht anschließen und auch nicht aus der SPD austreten. Selbst ein Comeback in der Politik wolle er nicht komplett ausschließen. "Man soll niemals nie sagen."

Eine Rückkehr nach Leuchtenberg und damit an die politische Basis schließt Post allerdings definitiv aus. Von 2005 bis 2009 war er Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. "Meine Heimat bleibt München", betont er. Nach dem Abitur am Max-Reger-Gymnasium in Amberg 2001 studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München sowie an der Universität Passau Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Steuerrecht. 2006 schloss er das Studium als Diplom-Kaufmann ab. Danach arbeitete er in München bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und anschließend bis Mitte 2012 bei den Stadtwerken. Von 2013 bis 2021 saß er für die SPD im Bundestag.

Im Interview sprechen Florian Post und Christian Ude über den Ärger in der SPD

München

"Die Münchener SPD hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass sie mich nicht mehr will."

Florian Post

 

 

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