In dieselbe Richtung zielt die Masterarbeit der Studentin Corinna Loewert, in der es um Möglichkeiten zur Konfliktlösung zwischen Landwirtschaft und Naturschutz geht (wir berichteten). Der SPD-Sprecher Robert Lindner sprach sich im Marktrat dafür aus, die Ergebnisse der Arbeit abzuwarten und in die Umsetzung des Antrags einfließen zu lassen.
Loewert wird die Bevölkerung einbeziehen und in nächster Zeit kurze Interviews führen. Lindner, der selbst Imker ist, sagte, es wäre sehr wünschenswert, wenn es mehr Blühstreifen gäbe. Walter Pröls (CSU/FL) wies erneut darauf hin, dass Landwirte bereits verstärkt von sich aus ökologische Flächen und Blühstreifen anlegten. Das bestätigte der FDP/UB-Sprecher Heinz Kett: "Man sieht wirklich immer mehr Grünstreifen." Andrea Gollwitzer (CSU/FL) regte an, auch geeignete Flächen der Straßenbauverwaltung einzubeziehen.
Überackerungen abstellen
Gleichzeitig ist sich der Marktrat einig, endlich gegen Überackerungen bzw. eine allgemeine unrechtmäßige Nutzung von Gemeindegrund vorzugehen. Loewert spricht bereits mit einigen Landwirten. Keinesfalls möchte man Einzelfälle ohne Not eskalieren lassen, doch sollte eine einvernehmliche Lösung nicht möglich sein, werde man die Flächen neu vermessen lassen, die Kosten dafür müsse der Verursacher tragen. Manfred Venzl (CSU/FL) sagte, er könne sich nicht vorstellen, dass dieses letzte Mittel notwendig werde. Wichtig sei, mit den Landwirten zu reden. Lindner unterstrich: "Wir haben im Interesse des Marktes zu handeln."
Argument "Außenbereich"
Für den Ortsteil Kalmreuth will der Marktrat eine Satzung erlassen, die es ermöglichen soll, dort unter bestimmten Bedingungen neu zu bauen; die Satzung würde das Totschlagargument "Außenbereich" aushebeln, das ansonsten jedes nicht privilegierte Bauvorhaben im Keim erstickt. Bürgermeister Günter Stich sagte, es sei grundsätzlich erfreulich, wenn junge Leute in der Heimat bleiben und hier bauen wollten. Stich betonte, es gehe ausdrücklich nicht um die Schaffung eines Baugebietes; es werde nur ein Innen- und ein Außenbereich abgegrenzt, damit sei keinerlei Erschließungspflicht durch die Gemeinde verbunden.
Nur Kalmreuth geeignet
Auf den Einwand Ketts, eine solche Satzung müsse dann auch für die anderen Dörfer der Gemeinde gelten, sagte Stich, die für Kalmreuth maßgeblichen Kriterien - nicht ausschließlich Landwirtschaft, sondern auch Kleingewerbe und Wohnbebauung - träfen auf kein anderes Dorf zu.
Markus Staschewski (SPD) wandte ein, vor einiger Zeit sei erst ein Bauantrag im Außenbereich abgelehnt worden, nun suche man im Fall Kalmreuth nach Lösungen, da offenbar ein Mitglied des Marktrates Interesse bekundet habe. Das fördere möglicherweise die Politikverdrossenheit und bringe das Gremium in ein ungutes Licht.
Der Marktrat hat sich darauf verständigt, vor einer Entscheidung erst mit dem Landratsamt eine Skizze der Ortsgemeinschaft Kalmreuth zu diskutieren, die nach einer Dorfversammlung entstanden ist, in der 17 Anwohner für die Satzung unterschrieben haben.












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