29.03.2020 - 20:31 Uhr
FlossOberpfalz

Floß: Lindner (SPD) gewinnt Stichwahl

Der Markt bleibt in roter Hand. Robert Lindner ist neuer SPD-Bürgermeister und setzt damit nach Fred Lehner und Günter Stich die bald 50 Jahre währende Vorherrschaft der Sozialdemokraten im Flosser Amt fort.

Ein Bild, das die außergewöhnlichen Umstände nicht besser dokumentieren könnte: Die beiden Kandidaten stehen einsam im Schulhaus, auf das Ergebnis wartend, mit dem notwendigen Sicherheitsabstand zueinander; rechts der neue Bürgermeister Robert Lindner, links Oliver Mutterer.
von Gabi EichlProfil

Robert Lindner (SPD) gewinnt die Stichwahl in Floß. Der bisherige Zweite Bürgermeister Oliver Mutterer von der FDP/UB, der bei der Wahl vor zwei Wochen vorn gelegen hatte, unterliegt Lindner mit 47,4 Prozent (1078 Stimmen), der SPD-Mann kommt auf 52,6 Prozent (1195). Im ersten Wahlgang hatte Mutterer ganz knapp mit 34,5 Prozent vor Lindner gelegen (33,7). Die Wahlbeteiligung ist leicht gestiegen auf 80,6 Prozent, am 15. März waren es 76,7 Prozent gewesen.

In einem Punkt äußern sich Lindner wie auch Mutterer und der noch amtierende Bürgermeister Günter Stich übereinstimmend: Lindner trete sein Amt angesichts der Corona-Pandemie in einer enorm schwierigen Zeit an, deren Folgen - auch für die wirtschaftliche Situation der Gemeinde - noch nicht annähernd abzusehen seien. Lindner bittet daher am Wahlabend auch ausdrücklich um Zusammenarbeit über alle Fraktionen hinweg.

Mutterer zeigt sich gelassen: „Die Flosser sehen sich in dieser schwierigen Zeit einfach bei Robert besser aufgehoben.“ Die Niederlage werde keinesfalls sein künftiges Engagement als Marktrat beeinträchtigen. In einem Facebook-Post schreibt Mutterer: „Wer mich kennt, der weiß dass ich alles was ich die letzten Jahre gemacht habe aus Liebe und mit Herz für unser Floß gemacht habe. Und daran wird sich auch nichts ändern!“ Und er ruft gleichzeitig eindringlich auf, Lindner zu unterstützen: „Darum bitte ich Euch!!! Er braucht uns jetzt .... Alle!“

Bürgermeister Günter Stich kann nicht verhehlen, dass er sich über die Weitergabe des Stabes an einen Genossen freut. Nach 30 Jahren Fred Lehner und 18 Jahren Stich könnten die Sozialdemokraten in zwei Jahren das Fünfzigjährige im Markt feiern.

Stichwort „Feiern“: Angesichts einer nach wie vor rasant steigenden Zahl neuer Corona-Fälle äußert sich Stich ebenso zurückhaltend in puncto Feiern wie die beiden Kandidaten Lindner und Mutterer. Es sei eine außergewöhnliche Situation, sagt Stich, die so noch keiner erlebt habe. Schon allein der Wahlabend mit zwei einsamen Kandidaten, die in der Schule auf das Ergebnis warten; „jeder würde gern gratulieren und man kann nicht mal die Hand schütteln.“ Stich sagt, er werde alles tun, um Lindner in den kommenden schwierigen Monaten bestmöglich zu unterstützen.

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