Die liebenswürdige, gütige, aufgeschlossene und heimatverbundene Verstorbene erblickte am 5. März 1931 in Altzedlisch im Kreis Tachau/Sudetenland als Traudl Emmerling das Licht der Welt. Mit ihren Eltern und den Brüdern Helmut und Edmund wurde sie 1946 aus ihrer Heimat vertrieben. Über Oberbayern wurde die Familie im Flosser Amt sesshaft.
Als kaufmännische Angestellte arbeitete sie in Altenhammer und heiratete 1958 den Landwirt Fritz Stangl aus Ellenbach. Aus der Ehegemeinschaft gingen die Töchter Waltraud und Maria sowie Sohn und Hoferbe Josef hervor. In Ellenbach schlug die sehr beliebte Bäuerin ihre Zelte auf und war eine angesehene Nachbarin.
Politisch engagierte sich Traudl Stangl im CSU-Ortsverein, war Gründungsmitglied lange Zeit Zweite Vorsitzende der Frauen-Union. Im Kreisverband Neustadt übte sie das Ehrenamt als Schatzmeisterin aus. Stangl erhielt als erste CSU-Frau Vertrauen und Mandat im Marktrat, dem sie von 1990 bis 1996 angehörte. Der Tod ihres Mannes Fritz war für sie ein schwerer Schicksalsschlag. Ein großes Anliegen war der Heimatvertriebenen die Kirchenrenovierung in ihrem Geburtsort Altzedlisch/Egerland, für die sie viele Opfer brachte. Bis zuletzt sah man Traudl Stangl im Katholischen Seniorenkreis, den sie nicht missen wollte. Ihr Wissensdurst über die Flosser Ortsgeschichte gehörte zu ihrem Hobby.
Am Montag fand in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer Eucharistiefeier, zelebriert von Heimatpriester, Pater Leo, statt. Die musikalische Gestaltung übernahmen Klara Bäumler (Orgel) und Brigitte Beer (Sopran). CSU-Vorsitzender Sebastian Kitta beklagte den Tod "eines Ehrenmitglieds von hohem Ansehen". Unter überaus großer Anteilnahme fand Stangl im katholischen Friedhof ihre letzte Ruhe.















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