Floß
23.02.2026 - 15:02 Uhr

Flosser Original Hans "Buwer" Witzl verstorben

Der Tod von Hans "Buwer" Witzl, einem wahren Original aus Floß, hat viele Menschen berührt. Ein Mann mit großer Leidenschaft für Holzschnitzerei und Schießsport. Ein Nachruf auf einen besonderen Menschen.

Bei den Sportschützen fühlte er sich Buwer Witzl (rechts) wie zu Hause. Links neben ihm: seine Tochter Petra. Archivbild: Fred Lehner
Bei den Sportschützen fühlte er sich Buwer Witzl (rechts) wie zu Hause. Links neben ihm: seine Tochter Petra.

Noch am 6. Januar hatte Buwer (Hans) Witzl im Kreise seiner Familie seinen 87. Geburtstag erleben dürfen, doch seine länger anhaltende Krankheit verbesserte sich nicht und machte sich immer stärker bemerkbar. Für seine Frau Linde und die fünf Töchter mit Familien traf sein Tod am 14. Februar mitten ins Herz. Auch die Bevölkerung ist tief betroffen über den Tod eines waschechten Flossers und Originals, auf den man stolz sein konnte.

In Floß am 6. Januar 1939 als Sohn der Eheleute Anna und Ludwig Witzl geboren, mit seinen Geschwistern aufgewachsen, in die Volksschule gegangen und in das Berufsleben eingestiegen, verehelichte er sich mit Linde Schaller aus Floß. Auf seine fünf Töchter, Heidi, Petra, Elke, Johanna und Stefanie, war er besonders stolz. Der Buwer kannte kein Rasten und Ruhen. Solange er konnte, war er stets auf Achse für die Seinen und auch für den Nächsten, wo er ein hilfsbereiter, ehrlicher und treuer Freund und Kamerad war.

Der Schießsport bei der Königlich privilegierten Schützengesellschaft 1834 und die Holzschnitzerei waren neben den vielen Hobbys, darunter die Tierliebe, seine Leidenschaft. Alles, was er anpackte, hatte Hand und Fuß. Ein Allroundman, wie man ihn selten erlebt. Das Schießen übertrug sich auch auf seine Töchter. Unvergessen die Leistungen von Tochter Petra, die bei den Olympischen Spielen in Atlanta die Silbermedaille im Kleinkalibergewehr gewann.

Die Flosser Schützen hätten "eine ihrer markantesten Persönlichkeiten verloren", schreibt die Königlich privilegierte Schützengesellschaft. 68 Jahre lang sei Buwer Witzl Mitglied gewesen. Sein Herzblut und handwerkliches Geschick (beim Schnitzen von Scheiben) hätten das Vereinsleben über Jahrzehnte hinweg geprägt. Von 1965 bis 1978 wirkte er als 2. Kassier, gehörte über zwei Jahrzehnte dem Gesellschaftsausschuss an und stand der Gemeinschaft von 1998 bis 2004 als 2. Schützenmeister vor. 2005 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. „Buwer war ein Unikat, ein Mann mit klarer Meinung, aber vor allem mit einem riesigen Herz für seine Schützenbrüder und -schwestern."

Seine Tugenden und Begabungen entfalteten sich bei der Holzschnitzerei mit einmaligen Kunstwerken. Künstlerische Unikate, die bei Ausstellungen immer wieder größte Bewunderung fanden. Gerne sah man den Witzl Buwer in Gesellschaftskreisen, zumal er es verstanden hatte, seinen gesunden, frischen und erheiternden Humor immer wieder zum Besten zu geben. Sein Familienheim im Tulpenweg im Ortsteil Ziegelhütte war sein Ein und Alles. Mit seiner Linde verbrachte er dort seinen wohlverdienten Lebensabend. Der Mittelpunkt seines Lebens war die Familie, für die er alles gab.

Die Trauerfeier mit Verabschiedung fand am vergangenen Samstag im katholischen Friedhof mit Ansprache, musikalischer Begleitung durch den Evangelischen Posaunenchor und ehrenden Nachrufen statt. Eine große Trauergemeinde, darunter zahlreiche Vereine, Freunde und die Bevölkerung, sagten dem Verstorbenen ein letztes „Servus, Buwer“. Am 6. März wird Buwer Witzl um 15 Uhr im Urnenwaldfriedhof „Oberer Birsching“ in Stadt Eschenbach beigesetzt.

 
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