15.12.2019 - 15:09 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Bürgermeisterkandidat lebt die Toleranz

Außer den Gemeinderatskandidaten wusste niemand, wer sich in Flossenbürg bei der SPD um das Amt des Bürgermeisters bewirbt. 65 Gäste kommen am Samstag zur Nominierungsversammlung. Sie sind die ersten, die das Geheimnis erfahren.

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen stellt die SPD die Weichen für die Kommunalwahl. Am Samstag wurden die Kandidaten nominiert. Das Prozedere geht völlig problemlos über die Bühne.
von Bernhard NeumannProfil
Eine Überraschung: Holger Bannert tritt für die SPD um das Bürgermeisteramt an.

Holger Bannert tritt an beim Renen zum Chefsessel im Rathaus. Er steht auch auf Platz eins der Gemeinderatsliste zur Kommunalwahl.

In „Murphys Pilsstube“ berichtete Vorsitzender Roman Schell den 65 Teilnehmern von den Vorbereitungen: „Es waren intensive Treffen. Sie zeugten von der Bereitschaft, sich miteinander und mit Herzblut für den Ort engagieren zu wollen.“ Schell blieb es vorbehalten, den Vorschlag für die Bürgermeisterwahl einzubringen: „Die SPD tritt mit Holger Bannert an." Offen, menschlich und sozial zeige er großes Interesse für die Kommunalpolitik. "Bannert ist keiner der polarisiert. Er lebt Toleranz.“

Der mit 32 von 33 Stimmen bestätigte Kandidat stellte sich, seine Beweggründe und Ideen vor. Er ist verheiratet, hat ein Kind und wohnt mit der Familie am südlichen Ortseingang. Seit neun Jahren hat der 39-Jährige als Qualitätsfachingenieur viel mit Kunden zu tun: „Da musst du mit Menschen umgehen können.“ Der Anstoß, sich mehr für das Geschehen vor Ort zu interessieren sei vom früheren Bürgermeister Hans Kick gekommen. „Er imponierte mit einem Engagement ohne parteipolitische Scheuklappen.“

Diener statt Chef

Der Seiteneinsteiger lobte die im Vorfeld der Nominierung an den Tag gelegte Arbeit aller Gemeinderatskandidaten. „Erfolg kann nur ein Team haben.“ Als wichtige Ziele führte Bannert mehr Transparenz, das Mitnehmen der Bürger bei Entscheidungen und einen fairen Umgang untereinander ins Feld. „Die Gemeinde sollte zudem als Vermittler zu Behörden auftreten, junge Familien, die Jugend und genauso die Senioren in den Blickpunkt rücken." Einen hohen Stellenwert nehme die Städtebauförderung ein. Dabei sei es nötig, intensiver mit den Menschen zu sprechen. "Ein Bürgermeister ist nicht Chef, sondern Diener der Bürger.“

Mit und ohne Parteibuch

Souverän wickelte die ehemalige Geschäftsführerin des SPD-Unterbezirks Gisela Birner die Nominierung der 24 Kandidaten, darunter sechs Frauen, ab. Der Vorschlag wurde einhellig akzeptiert. Er beinhaltet nicht nur Mitglieder der Partei, sondern auch Männer und Frauen, die sich ohne Parteizugehörigkeit für den Ort einsetzen wollen. Und das nicht nur im Gemeinderat, wie die Vorstellung zeigte, sondern darüber hinaus in weiteren Bereichen.

„Respekt, was ihr auf die Beine stellt. Vermittelt den Wählern diese gute Stimmung und die Bereitschaft, für sie zu arbeiten“, zeigten sich Kreisgeschäftsführer Markus Ludwig und SPD-Landratskandidat Peter Lehr beeindruckt vom Versammlungsverlauf. Genesungswünsche gingen abschließend an die ehemalige Gemeinderätin Christa Kraus. „Sie hätte sich über diesen Abend gefreut. Wir wünschen ihr alles Gute“, sagte Roman Schell unter lang anhaltendem Beifall.

SPD-Kandidaten:

In kleineren Kommunen darf die Zahl der Gemeinderatskandidaten die doppelte Zahl der zu vergebenden Sitze umfassen. Auf der Liste der SPD finden sich damit 24 Männer und Frauen:

1. Holger Bannert, 39 Jahre, Diplomwirt Ing. FH, Qualitätsfachingenieur; 2. Andrea Egner, 44, Verkäuferin, Gemeinderätin; 3. Roman Schell, 48, Technischer Angestellter, Gemeinderat; 4. Pamela Wünsche, 37, Geprüfte Betriebswirtin IHK; 5. Ulrich Krapf, 45, Berufsschullehrer, Gemeinderat; 6. Silke Schulte-Bahrenberg, 31, Gesundheits- und Krankenpflegerin; 7. Thomas Pentner, 37, Wirtschaftsingenieur, Gemeinderat; 8. Christian Stahl, 49, IT-Systemkaufmann, Gemeinderat.

9. Ramona Möschl, 38, Metzgereifachverkäuferin; 10. Peter Gruber, 59, Gastwirt, dritter Bürgermeister; 11. Jürgen Lugert, 48, Kaufmännischer Angestellter; 12. Florian Jakob, 29, Technischer Systemplaner; 13. Reinhold Kreuzer, 54, Qualitätsprüfer; 14. Thomas Egner, 49, Parkett- und Bodenlegermeister; 15. Fabian Gruber, 24, Werkzeugmechaniker; 16. Ludwig Faltermeier, 18, Ausbildung zum Physiotherapeuten.

17. Gerd Reinl, 55, Qualitätsplaner; 18. Tamara Seidl, 23, Einzelhandelskauffrau; 19. Walter Lugert, 51, Bürokaufmann; 20. Martin Högen, 60, Betriebsratsvorsitzender; 21. Oliver Moser, 45, Elektroniker; 22. Hilmar Jakob, 60, Qualitätsprüfer; 23. Yvonne Pentner, 33. Erzieherin (Elternzeit); 24. Ernst Gruber, 67, Pensionist.

Ersatzkandidaten sind Adolf Egner, Birgit Schell und Christian Gruber. (nm)

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