Flossenbürg
10.08.2018 - 17:05 Uhr

Chance für den Ort Flossenbürg

Das DEST-Gebäude am Rande des Steinbruchs soll Teil der KZ-Gedenkstätte werden. Dort wäre Platz für Projekte mit der Universität Regensburg. Doch noch ist es nicht im Besitz der Stiftung.

Das ehemalige Verwaltungsgebäude der SS-eigenen Firma DEST (Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH) ist seit einiger Zeit eingerüstet. Die Maßnahme ist Teil der Bausicherung. paa
Das ehemalige Verwaltungsgebäude der SS-eigenen Firma DEST (Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH) ist seit einiger Zeit eingerüstet. Die Maßnahme ist Teil der Bausicherung.

(paa) Das ehemalige Verwaltungsgebäude der SS-eigenen Firma DEST (Deutsche Erd- und Steinwerke GmbH) dürfte künftig auch von der KZ-Gedenkstätte genutzt werden. Das signalisierte der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten Karl Freller am Donnerstag bei einer Pressekonferenz anlässlich der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung von Universität Regensburg und KZ-Gedenkstätte. Freller nannte es eine Chance für den Ort, dass eine renommierte Universität wie die Regensburger in den Ort kommt. Hochschule und Gedenkstätte wollen ihre Zusammenarbeit in Wissenschaft, Forschung und Bildung intensivieren.

Freller sagte, er wolle sich im Stiftungsrat dafür einsetzen, dass die Stiftung das ehemalige DEST-Gebäude am Rande des Steinbruchs übernimmt und der Gedenkstätte zur Verfügung stellt. Das Haus ist seit einiger Zeit eingerüstet. Es ist gesichert worden, um den weiteren Verfall zu stoppen. Nach einer Renovierung könnte es für Tagungen, Seminare oder Forschungen im Zuge der Zusammenarbeit zwischen Universität Regensburg und KZ-Gedenkstätte genutzt werden. Allerdings wurden dazu am Donnerstag noch keine konkreten Angaben gemacht. Freller meinte nur: "Es liegt nahe, dass so ein Gebäude, das den Raum bietet, auch dazu genutzt wird." Etwas Besseres könne nicht passieren, dass der Inhalt zum Gebäude passe. Für die ehemaligen Häftlinge sei es ein Triumph, dass die früheren SS-Gebäude nun genutzt würden, um das Andenken an die Opfer zu wahren, erklärte Gedenkstättenleiter Jörg Skriebeleit.

Kultusminister Bernd Sibler (CSU) betonte, die Gedenkstätte solle im Konsens weiter entwickelt werden. Und ergänzte: "Wir haben eine historische Verantwortung im Ursprungsbereich, dem Steinabbau." Er verwies aber auch auf die bestehende Rechtslage im Fall des ehemaligen KZ-Steinbruchs. Es hätten eine Reihe von Gesprächen stattgefunden, und es werde weitere geben, machte er deutlich. Er ringe darum, einen gesellschaftlichen Konsens zu finden.

 
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