04.05.2021 - 09:16 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Steine des Anstoßes am neuen Flossenbürger Radweg

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

"wehwehweh.BAYERWALD-GRANIT.de": Mit einem Schild monieren Walperer, dass der Granit für die Stützmauer am künftigen Radweg nach Floß nicht aus Flossenbürg stammt. Doch wo kommen die Steine her?

Mit diesem Schild kritisieren die Walperer, dass die Steine für die Mauer am künftigen Radweg nicht aus Flossenbürger Granit sind.
von Thorsten Schreiber Kontakt Profil

Walperer erlaubten sich am Wochenende auf dem künftigen Radweg am Ortsausgang von Flossenbürg Richtung Floß einen Scherz. An der Stützmauer lehnte ein Schild mit der Aufschrift "wehwehweh.BAYERWALD-GRANIT.de". In der Böschung oberhalb des Schilds steckten außerdem gelbe Holztafeln mit chinesischen Schriftzeichen und der Frage "Chinesische Mauer?". Vermutlich wollten die Scherzkekse damit ausdrücken, dass es sich bei den Steinen nicht um Flossenbürger Granit handelt.

Laut Bürgermeister Thomas Meiler ist das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach für die Baustelle zuständig. Der dortige Abteilungsleiter Felix Steghöfer teilte mit, dass die Gemeinde zwar einen Teil der Steine zur Verfügung gestellt habe. Sie hätten aber nicht ausgereicht, daher musste die Behörde die Maßnahme ausschreiben. "Wir haben keine Handhabe, welcher Granit verbaut wird, und können keine Rücksicht auf regionale Firmen nehmen, auch wenn es wünschenswert wäre. Wir müssen neutral ausschreiben." Den Zuschlag für die Bauarbeiten inklusive Radwegebau, Erdarbeiten und Stützmauer erhielt die Georg Huber, Inhaber Josef Rappl, GmbH & Co. KG aus Rötz. Das Unternehmen habe dann die restlichen Steine von einem Zulieferer aus dem Bayerischen Wald hinzugekauft, informierte Steghöfer. Ein Experte habe bestätigt, dass der verbaute Granit "dem Flossenbürger sehr ähnlich ist".

Anschluss an Bocklweg

Flossenbürg

Allerdings wollte die Baufirma auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien keine weiteren Details über die Herkunft der Steine preisgeben. Es handle sich um "eine günstigere Alternative" zum Flossenbürger Granit, erklärte ein Sprecher immerhin. Mehr sagte er nicht. Vielleicht hatten die Walperer mit ihrer Frage nach der Chinesischen Mauer, mit der sie auf eine eventuelle Herkunft des Granits aus China anspielten, ja doch nicht ganz unrecht. Mittlerweile sind die Schilder schon wieder verschwunden...

Auf dieser Holztafel steht die Frage "Chinesische Mauer?" Damit spielen die Walperer darauf an, dass der Granit aus China stammen könnte.
Mit Schildern und Tafeln monieren die Walperer, dass die Steine für die Mauer am künftigen Radweg nicht aus Flossenbürger Granit sind.

"Wir haben keine Handhabe, welcher Granit verbaut wird, und können keine Rücksicht auf regionale Firmen nehmen, auch wenn es wünschenswert wäre."

Abteilungsleiter Felix Steghöfer vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach

Hintergrund:

Flossenbürger Granit

  • Gelbgrauer, mittelkörniger Granit, der nachweislich seit 1769 in mehreren Steinbrüchen abgebaut wird
  • Zweiglimmer-Granit aus dem Oberkarbon
  • Zwei Gesteinstypen: Flossenbürg Blau und Flossenbürg Gelb-Grau
  • Enthält 36 Prozent Quarz, 31 Prozent Alkalifeldspat, 19 Prozent Plagioklas, 6 Prozent Biotit, 5 Prozent Muskovit und Chlorit sowie 3 Prozent Akzessorien wie Apatit, Turmalin und opakes Erz
  • Durch Limoniteinlagerung schwach gelblich gefärbt; Quarz verleiht ihm die blaugraue Farbe
  • Glimmereinlagen sind Biotit und Muskovit: Biotiteinlagerungen erzeugen das körnige Gefüge, Muskovit zeigt sich in Form kleinster silbrig glänzender Schuppen
  • Korngrößen: circa 1,5 bis 2 Millimeter

Quelle: Wikipedia

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.