11.03.2020 - 18:01 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Wegen Corona: Gedenkakt zur Befreiung des KZ-Flossenbürg abgesagt

Das alljährliche Treffen der Überlebenden des KZ-Flossenbürgs und deren Angehörigen ist etwas besonders. Umso schwerer wiegt die Absage zum 75. Jahrestag.

Die zwei Säulen stehen da, wo einst das Tor zum Häftlingsbereich des Konzentrationslagers Flossenbürg war. Alljährlich ziehen hier die Überlebenden hindurch, um mit einem Gedenkakt an ihre Befreiung zu erinnern. Am 75. Jahrestag fällt dieser aus - wegen des Coronavirus.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Der Ausbreitung des Coronavirus fallen auch der Gedenkakt und alle Feierlichkeiten zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers in Flossenbürg (Kreis Neustadt/WN) zum Opfer - aus Vorsicht und aus Verantwortung gegenüber den Gästen. "Die Absage war alternativlos", sagte Gedenkstättenleiter Jörg Skriebeleit. Er verweist zur Begründung auf die Fürsorge gegenüber den Gästen. Dies habe keine andere Entscheidung zugelassen.

Im Gespräch nach der Bekanntgabe der Absage spricht er auch von einer großen Traurigkeit über die Situation. Zugleich verweist er darauf, das einzelne Gruppen wegen der Ausbreitung des Coronavirus ihr Kommen bereist abgesagt hätten, etwa jene aus Italien. Nicht nur die Italiener hätten sich in den Vergangenen Tage gemeldet und "die Reisen nach Flossenbürg aufgrund der Situation in den jeweiligen Ländern stornieren müssen". Für den geplanten Gedenkakt am 26. April hatten sich mehr als 1000 Gäste aus aller Welt angemeldet, darunter zwei Dutzend ehemalige Häftlinge und mehrere Hundert Angehörige. Die Gedenkstätte hatte deshalb die Kapazitäten erweitert und plante statt eines Zeltes für 700 Personen eines für rund 1000 aufzustellen. Besonders die Überlebenden, alles Hochbetagte sind durch das Coronavirus besonders bedroht.

Die Absage der Veranstaltungen zwischen dem 23. und dem 26. April wurden von der Gedenkstätte Flossenbürg mit der Stiftung Bayerische Gedenkstätten abgestimmt. Die Entscheidung wird vom Stiftungsrat, darunter der Sprecher der Überlebenden des Konzentrationslagers Flossenbürg, Jack Terry, mitgetragen. In Bayern wurde zudem auch der für den 3. Mai geplante Gedenkakt in Dachau abgesagt. Stiftungsdirektor Karl Freller betonte: "Die Sicherheit und Gesundheit insbesondere der hochbetagten ehemaligen Häftlinge und Befreier und ihrer Angehörigen stehen an erster Stelle."

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