09.07.2020 - 13:28 Uhr
Fockenfeld bei KonnersreuthOberpfalz

In der Spätberufenen-Schule in Fockenfeld gehen die Lichter aus

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Die Spätberufenen-Schule in Fockenfeld schließt in einigen Tagen. Was dann aus der Immobilie wird, ist noch völlig unklar.

Was wird aus dem Anwesen in Fockenfeld? Der Orden ist auf der Suche nach einer Nachnutzung.
von Josef RosnerProfil

Die Spätberufenenschule St. Josef in Fockenfeld stellt mit Ende des Schuljahres 2019/2020 den Schul- und Seminarbetrieb endgültig ein. Mit der Abiturfeier am Samstag, 18. Juli, werden die letzten sechs Abiturienten die Schule verlassen. 65 Jahre lang hat die Spätberufenenschule jungen Männern ermöglicht, sich beruflich neu zu orientieren. Der Schwerpunkt lag dabei auf dem Priesternachwuchs. Etwa 400 Priester hat Fockenfeld hervorgebracht. Auch ständige Diakone, Pastoralreferenten, Lehrer, Ärzte, Politiker und vielen andere sind aus der Schule hervorgegangen.

Die Absolventen fanden in Fockenfeld den Mut und das geistige Rüstzeug, um Ja zu ihrer ganz persönlichen Berufung zu sagen. Die Zahl der Absolventen unterstreicht die unschätzbare Bedeutung, die dieser kleine Ort für die Menschen in Bayern und darüber hinaus hatte. Am Samstag, 18.Juli, endet mit der Abiturfeier diese Ära. Im mittlerweile kleinsten Gymnasium Bayerns werden die letzten sechs Abiturienten verabschiedet.

Die drei Patres (von links), Pater John Gali, Pater Friedhelm Czinczoll und Pater Benedikt Leitmayr verbleiben bis auf Weiteres im Kloster Fockenfeld und betreuen von dort aus ihre Pfarreien in Waldsassen. Münchenreuth und Konnersreuth. Wie es mit der Immobilie in Fockenfeld weitergeht, steht bislang noch nicht fest.

Arbeitsgruppe gebildet

Unterstützt von einer Arbeitsgruppe bemühen sich die Oblaten des heiligen Franz von Sales (OSFS) seit Monaten, eine zukunftsorientierte Nutzung für Fockenfeld zu finden. Zur Arbeitsgruppe gehören Generalvikar Michael Fuchs und stellvertretender Finanzdirektor Wolfgang Bräutigam von der Diözese Regensburg, Michael Eibl, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge, Äbtissin M. Laetitia Fech vom Kloster Waldsassen, der Konnersreuther Bürgermeister Max Bindl, der Waldsassener Bürgermeister und Zweckverbandsvorsitzende der Ikom Stiftland, Bernd Sommer, Ralf Olbrück von Pro Secur Vermögensberatung und -verwaltung, Provinzökonom Pater Sebastian Leitner von den Sales-Oblaten und Pater Benedikt Leitmayr vom Kloster Fockenfeld.

Aktuell gibt es dem Vernehmen nach mehrere Interessenten für die Immobilie, darunter ist auch ein ehemaliger Fockenfelder, der Arzt geworden ist und die Anlage über eine Stiftung zu einem Gesundheitszentrum machen möchte. Einige der Bewerber haben Fockenfeld bereits besichtigt. Die Ideen sind weit gestreut. Die Gespräche gehen weiter. Entschieden ist nur, dass die Oblaten des heiligen Franz von Sales das Haus aufgeben. Bis zum Verkauf der Immobilie, die früher zum Kloster Waldsassen gehört hat (die Patres nutzte sie zeitweise als Sommersitz), wollen sie dort die Stellung halten. Pater Benedikt Leitmayr würde auch danach in einem passenden Zukunftsprojekt mitarbeiten, so hört man.

Seminarbetrieb bald zu Ende

Hier lesen Sie mehr über die Spätberufenenschule:

Fockenfeld bei Konnersreuth

Pater Hans Junker, Pater Franz Sonntag und Bruder Bernhard Häfelein sind für ihren nächsten Lebensabschnitt bereits nach Eichstätt/Bayern gezogen. Hausoberer Bruder Markus Adelt wird Ende August nach Dachsberg/Oberösterreich, gehen. Pater Friedhelm Czinczoll, Pater John Gali und Pater Benedikt Leitmayr bleiben bis zum Verkauf der Immobilie und einer damit verbundenen Nutzungsänderung in Fockenfeld.

Sie gehen von dort aus weiter ihren seelsorgerlichen Tätigkeiten in Münchenreuth, Waldsassen und Konnersreuth nach, die sie auch dem Verkauf weiter ausüben wollen. Die Sonntagsmesse in Fockenfeld um 7.30 Uhr wird bis auf Weiteres in der Kapelle gefeiert.

Hintergrund:

Die Geschichte der Spätberufenenschule:

  • 1946 Gründung der Spätberufenenschule in Eichstätt
  • 1948 Übersiedelung der Spätberufenenschule nach
    Hirschberg bei Weilheim
  • 1951 übernehmen die Oblaten des heiligen Franz von Sales auf Betreiben der Konnersreutherin Therese Neumann den Klosterhof
  • 1955 Die Spätberufenenschule wird nach Fockenfeld verlegt
  • 1960 Beginn eines neuen Schuljahres mit 150 Schülern
  • 1963 erstes Abitur in Fockenfeld
  • 1966 staatliche Anerkennung der Spätberufenenschule
  • 1968 Segnung der neu erbauten Seminarkapelle durch Bischof Dr. Rudolf Graber.
  • 1979 Erstes Kollegstufenabitur
  • 1985 - 1987 Sanierung des Schlosses. Auch der 1870 bei einem Brand zerstörte Festsaal wird wieder hergestellt.
  • 2020 Die Spätberufenenschule schließt am 18. Juli ihre Pforten

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