Bereits am Freitagnachmittag holte man sich eine starke, rund 30 Meter hohe Fichte aus dem Wald in der sogenannten Wart, die von den Kirwamoidln und -Burschen am Aufstellplatz am Samstagvormittag entsprechend verziert und geschmückt wurde. Am Nachmittag ging es ans Aufstellen des Baums. Nicht nur die Burschen sondern viele männliche Helfer aus den umliegenden Ortschaften und die Kollegen aus Kastl packten mit an, um das Wahrzeichen in die Senkrechte zu bringen.
So nach gut eineinhalb Stunden war es geschafft. Die Fichte war mit Hilfe von vier sogenannten Goißen und mit viel Freibier für die Helfer unter dem Kommando von Altkirwabursch Siegfried Wittmann gehoben und mit Keilholz in der Baumgrube verankert worden. Außerdem wurde ein massives Podest fürs Austanzen aufgebaut. Der Baum wurde die ganze Nacht bewacht, damit ihm auch kein Schaden zugefügt werden konnte, wie es in vergangenen Jahren schon vorkommen ist. Im Wirthaus selbst herrschte Bombenstimmung mit den Tschuckis aus Freudenberg. Am nächsten Vormittag wurde in der Pfaffenhofener St.-Martin-Kirche ein Gottesdienst gefeiert. Nachmittags ging es ans Einholen der Moidln mit einem Oldtimerschlepper mit Strohfuhrwerk. Die Allersburger Musikanten stimmten die zehn Paare auf ihren großen Auftritt rund um den Kirwabaum ein, zu alledem lachte die herbstliche Sonne vom Himmel.
Fesch sahen die Kirwapaare in Dirndl und Lederhose aus, als sie angeführt von den Musikanten und dem letztjährigen Oberkirwapaar Christina und Daniel das Tanzpodest bestiegen und von den zahlreichen Zuschauern mit Applaus begrüßt wurden.
Auch die speziellen Kirwa-Flachmänner der Boum durften am Podium nicht fehlen. Das Lampenfieber war einigen schon anzumerken, als die Musikanten die ersten Takte für einen Boarischen anstimmten. Die Akteure zeigten aber dem Publikum, was man so alles an bodenständigen Tänzen in schweißtreibenden Übungsabenden erlernt hatte. Als neues Oberkirwapaar wurden Alexa Sager und Phillip Janker ausgewählt. Auch das Gstanzlsingen wurde durch die Kirwaleut nicht ausgelassen und es wurden lokale Gegebenheiten und auch Promis aufs Korn genommen. So wurde bekannt, da ein ehemaliger Kirwabursch am Dorffest etwas zu lang in der Bar war und den Nachhauseweg nicht mehr gefunden hat. Anstatt an der Lauterachbrücke nach links zu gehen, bog er nach rechts ab noch dazu mit einem fremden Fahrrad. Weit ging es aber dann nicht mehr, weil ein Graben an der Lauterach Endstation war. Besagter schlief seinen Rausch aus und deckte sich mit dem Fahrrad zu, bis ihn am Morgen Kirchgänger so fanden.
Auch die Kastler Kirwaleut waren an der Reihe: "As Kastler Gstanzl-Singen is a Drama, weil des Mikrophon nicht gscheit geht, macht es ohne Mikrophon wie wir Pfaffenhofer, wo mas a ohne Technik recht guad versteht."
Ferner wurde bekannt, dass den Kastler Pfarrer eine weibliche Skulptur im Fenster eines seiner frommen Schafe in Pattershofen stört und dass das Sammeln für die Christbaumversteigerung der Feuerwehr eine äußerst anstrengende Sache ist, wenn der Sammler zum Dank statt der Einladung einen großen Geldschein an den Spender gegeben hat.
Der Montagnachmittag begann mit dem lustigen Kirwabärtreiben. Korbinian Janker wurde dafür in Ketten gelegt und rußgeschwärzt. Danach trieb man ihn unter der Leitung des Obertreibers Wastl Weber durchs Dorf und der Bär versuchte, falls es ihm gelang,vor allem die jungen Mädchen anzuschwärzen. Da Viehhauser Hias sorgte für die musikalische Unterhaltung am Abend. Bei der Kirwabaumverlosung hatte Heinz Fasoldt das Glück des Tüchtigen, er gab den Gewinn aber zurück. Das Keilholz ging an Anna Rauch, der Baum selbst wurde mit dem fünffachen Wert von Johannes Welzl aus Pfaffenhofen amerikanisch ersteigert. Die Kirwaleit bedankten sich zum Abschluss bei Wirtin Bärbel mit einem Präsent.
















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