25.06.2020 - 12:34 Uhr
FreihungOberpfalz

Der Freihunger Bürgermeister Uwe König im Porträt

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Bevor Uwe König am 1. Mai Bürgermeister von Freihung wurde, war er 28 Jahre lang bei der Datev in Nürnberg beschäftigt. Inzwischen stellt er unerwartet viele Parallelen zwischen diesen beiden Tätigkeitsbereichen fest.

Uwe König, der Bürgermeister von Freihung, vor dem Rathaus, das seit dem 1. Mai sein Arbeitsplatz ist. Der neue Beruf in seinem Heimatort gibt ihm auch die Chance, die Mittagspausen jetzt zu Hause mit seiner Familie zu verbringen.

Uwe König wurde 1968 geboren und wuchs zusammen mit einer Schwester und einem Bruder auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Eltern in Freihung auf. Schon früh musste er zu Hause mit anpacken. Von daher kommt auch die Begeisterung für die Waldarbeit, die er in seinen eigenen sechs Hektar Wald ausüben kann.

König besuchte die Realschule in Weiden, wo er später auch an der Fachoberschule sein Fachabitur ablegte. Seinem erfolgreichen Diplom-Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Nürnberg folgten zwölf Monate Wehrdienst als Sanitätssoldat bei der Bundeswehr. Im Anschluss daran trat er eine Stelle bei der Firma Datev in Nürnberg an. Dort war er 28 Jahre im IT-Controlling beschäftigt, seit 1995 als stellvertretender Team- und Abteilungsleiter. Die Wertschätzung für ihn als Mitarbeiter bezeugt sein ehemaliger Arbeitgeber mit einer Wiedereinstellungszusage. König und zwei weitere Kollegen der Datev wurden bei den Kommunalwahlen zu neuen Bürgermeistern gewählt – das Unternehmen unterstützte ihr Vorhaben.

Das Ergebnis der Bürgermeister-Stichwahl in Freihung

Freihung

Königs Amtsantritt stand unter dem Vorzeichen der Unsicherheit durch die Corona-Pandemie. Er ist sich jedoch nicht sicher, ob das seinen Start in die neue Aufgabe erschwert oder erleichtert hat. Unerwartet viele Parallelen konnte er bisher zwischen der Kommunalverwaltung und seiner bisherigen Tätigkeit feststellen, vor allem im rechtlichen Bereich. Als Bürgermeister sei er nicht nur Vorsitzender des Gemeinderates, sondern zugleich auch Leiter der Verwaltung. "Einen beträchtlichen Teil zu einem funktionierenden Gemeinwesen tragen hier die Beschäftigen mit ihrem Fachwissen und der Sachkompetenz bei."

Königs Ziel ist es nach eigener Aussage, die Marktgemeinde mit Herz vorwärts zu bringen und noch lebens- und liebenswerter zu machen. Als Beispiel nennt er unter anderem die Themen, Bauplätze und Gewerbegebiete zu schaffen, sowie den Aufbau und den Erhalt der Infrastruktur. Auch die erste Bürgersprechstunde hat bereits stattgefunden, denn von Anfang an betonte König, dass die Bürger im Mittelpunkt stehen sollen.

Bisher Jugendbeauftragter

Seit 2014 sitzt der 51-Jährige für die Freien Wähler im Gemeinderat. In dieser Zeit war er Jugendbeauftragter und für den Fördermittelantrag und die Gestaltung der KUBE (Kommunikations- und Begegnungsstätte) mit verantwortlich. So wird demnächst auf dem Gelände der ehemaligen Tennisanlage in Freihung ein neuer Treffpunkt für Jung und Alt entstehen. "Die kommunalpolitische Arbeit in diesem Gremium liegt mir", sagt König. Das sei letztlich die Motivation gewesen, für den Posten des Bürgermeisters zu kandidieren.

Der Bericht über die Nominierung von Uwe König als Bürgermeisterkandidat der FW in Freihung

Freihung

Seit dem Amtsantritt zeigte er sich auch überörtlich verantwortungsbewusst und übernahm beim Kreisverband Amberg-Sulzbach des Bayerischen Gemeindetags die Funktion des Schriftführers und als Bevollmächtigter bei der Genossenschaft der AOVE-BioEnergie.

Doch nicht nur auf politischer Ebene engagiert sich König fleißig, auch bei vielen ehrenamtlichen Organisationen hat er Ämter übernommen. 14 Jahre lang war er im Elternbeirat des Sonderpädagogischen Förderzentrums Sulzbach-Rosenberg, in dessen Förderverein er sogar Gründungsmitglied ist und 2. Vorsitzender. Ebenfalls Gründungsmitglied ist er bei der Jugendfördergemeinschaft (JFG) Haidenaab-Vils, außerdem Kassenprüfer. Bei den Freien Wählern Freihung hat er das Amt des Schriftführers inne und bei der Jagdgenossenschaft Seugast das des Kassiers. Überdies ist er im evangelischen Kirchenvorstand tätig und Vereinsmitglied der Feuerwehr Freihung.

Dem FC Freihung treu

Seit seinem achten Lebensjahr ist König dem FC Freihung ein treues Mitglied. Egal ob als Spieler, Betreuer oder wie seit 20 Jahren als Kassier, steht er der Fußballabteilung ehrenamtlich zur Seite. Dem Verein schreibt er die Leidenschaft zu, sich für die Gemeinschaft und seine Gemeinde zu engagieren.

Sein politisches Interesse ist ihm offensichtlich in die Wiege gelegt worden. Königs Vater war über 40 Jahre Mitglied bei den Freien Wählern, so dass ihn von Kindesbeinen an die lebhaften politischen Diskussionen prägten.

Die größte Kraft für die neue Herausforderung zieht der Bürgermeister aus seiner Familie. Mit seiner Frau Monika, die aus Weiden stammt, ist König seit 1999 verheiratet. Das Paar hat eine Tochter, Karina, und einen Sohn, Daniel. Bereits die erste gemeinsame Wohnung befand sich in Freihung, bevor die junge Familie 2002, 14 Tage vor der Geburt des Sohnes, in ihr neu erbautes Eigenheim einzog.

Seine Familie sei stolz auf den Wahlerfolg und stehe voll hinter ihm, erzählt König. "Skeptisch sind sie jedoch, ob die Zeit zusammen nicht noch knapper wird, als sie vorher schon war." Seine Mittagspausen verbringt der Bürgermeister nun zu Hause, das war in den vergangenen Jahren nie möglich.

Bewusst kein E-Bike gekauft

Den Ausgleich zum beruflichen Alltag findet er vor allem bei seiner Familie und durch seine Hobbys. Erst vor kurzem hat er sich ein neues Fahrrad gekauft. "Bewusst habe ich mich gegen ein E-Bike entschieden, darüber denke ich in zehn Jahren noch einmal nach", sagt König. Ansonsten spielt er gerne Neunerla mit seiner Frau und den Kindern oder Schafkopf am Stammtisch mit langjährigen Freunden.

Der persönliche Kontakt mit den Menschen fiel ihm noch nie schwer und kommt ihm als Kommunalpolitiker natürlich zugute. Freihung ist für ihn mehr als sein Wohn- und nun Amtssitz. "Es ist meine Heimat", sagt er. Die Gemeinde liege ihm sehr am Herzen. Daher sei es sein Bestreben, mit den Gemeinderatsfraktionen sachorientiert und über Parteigrenzen hinweg vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Nur so gelinge es, die Entwicklung der Gemeinde positiv zu gestalten.

In seiner Antrittsrede im Marktgemeinderat skizzierte Uwe König bereits seine Ziele

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