07.10.2020 - 13:36 Uhr
FreihungOberpfalz

Früherer Freihunger Bürgermeister Norbert Bücherl wird 60

18 Jahre war Norbert Bücherl Bürgermeister von Freihung, und zwar mit Leib und Seele. 2020 hörte er – nicht zuletzt krankheitsbedingt – auf. Jetzt staunt er zu seinem 60. Geburtstag selbst darüber, wie leicht ihm der Abschied gefallen ist.

Der frühere Freihunger Bürgermeister Norbert Bücherl wird am 8. Oktober 60 Jahre alt.
von Markus Müller Kontakt Profil

Der Posten als Bürgermeister war im Hause Bücherl schon fast eine Familientradition. Als Norbert Bücherl 2002 Rathauschef wurde, trat er in die Fußstapfen seines Vaters Michael, der dieses Amt von 1984 bis 1996 bekleidet hatte. Der Sohn hatte zum Amtsantritt seine Erfahrungen als Zeitsoldat (von 1979 bis 1993) im Marschgepäck, als Beamter des nichttechnischen gehobenen Verwaltungsdienstes beim Landratsamt Nürnberger Land (1993 bis 2002) und als aktiver Fußballer sowie langjähriger Funktionär bei den beiden örtlichen Vereinen, dem FC Freihung und der DJK Seugast. „Mein liebstes Hobby war stets der Fußball“, sagt Norbert Bücherl im Rückblick. Noch heute ist er Vereins-Ehrenamtsbeauftragter des FC Freihung.

Seit 2002 aber galt seine Leidenschaft und Arbeitskraft vor allem der Kommunalpolitik. Bücherl war mit vollem Engagement bei der Sache, nie um ein offenes Wort verlegen und schaffte es für die Freien Wähler auch in den Kreistag. Dass seine Heimatgemeinde dort seit 2014 überhaupt nicht mehr vertreten ist, empfindet er als sehr schade. Zumal es die Freihunger selbst in der Hand gehabt hätten, das zu ändern – „aber sie haben lieber auswärtigen Kandidaten ihre Stimmen anvertraut, als den örtlichen Kandidaten zu unterstützen“.

Stolz und zufrieden

In der Bilanz schaut Norbert Bücherl „mit etwas Stolz, Zufriedenheit und auch Genugtuung“ auf sein kommunalpolitisches Wirken zurück. Ihm fällt auf Anhieb eine ganze Reihe an Projekten ein, die in seiner Amtszeit umgesetzt wurden. Und ganz besonders freut er sich, dass heuer mit der einfachen Dorferneuerung Großschönbrunn ein langgehegter Wunsch zur Umsetzung kam, für den es bereits 2011 erste Planungen gab. Das läuft jetzt unter der Regie seines Nachfolgers Uwe König (FW), dem Bücherl bescheinigt, sich sehr schnell in die komplexe Materie eingearbeitet zu haben und seine Aufgaben gut und zielstrebig zu erledigen.

Dass Bücherl, bei dem 2010 ein Meningeom (Hirnhauttumor) entfernt wurde, 2020 als Bürgermeister nicht mehr weitermacht, erklärte er bereits mit einem Jahr Vorlauf. Vielleicht ist ihm auch deshalb der Übergang in den Ruhestand relativ leichtgefallen. „Ich bin selbst etwas überrascht, wie schnell ich loslassen konnte“, sagt er heute.

Keine große Feier

Trotz zunehmender gesundheitlicher Einschränkungen – im Juli musste er sich noch einer Bandscheiben-Operation unterziehen – bleibt Norbert Bücherl in Ehrenämtern aktiv, fühlt sich deshalb „weiterhin ausreichend zeitlich ausgelastet und gesellschaftlich integriert“. Etwa mit der Aufgabe als Kreisvorsitzender des Bayerischen Soldatenbundes 1874. „Gerne opfere ich auch meine freie Zeit bei der Bundeswehr im Rahmen von Wehrübungen, überwiegend bei der Panzerbrigade 12 Oberpfalz, wo ich derzeit noch als Stabsoffizier Mob-beordert bin“, sagt der Oberstleutnant der Reserve.

Dass die Corona-Pandemie eine große Feier zum 60. Geburtstag verhindert hat, tut Norbert Bücherl, der derzeit verreist ist, nicht weh: „Ich war eigentlich nie der Typ, der seine Geburtstage großartig gefeiert hat.“ Aber dass seine Ehefrau Monika, mit der Bücherl seit 32 Jahren verheiratet ist, sowie die Kinder Tanja, Sandra und Stefan, zumindest eine familieninterne Feier organisieren, davon darf man fest ausgehen.

Wie Norbert Bücherl 2019 den Verzicht auf eine weitere Kandidatur als Bürgermeister bekanntgab

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