05.08.2020 - 10:19 Uhr
FreihungOberpfalz

Marktgemeinderat Freihung verabschiedet Rekordhaushalt

Ein Rekordvolumen von 9,6 Millionen Euro umfasst der Haushalt 2020 der Marktgemeinde Freihung. Das bedeutet ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 9,5 Prozent.

Dieser Blick auf den Dorfplatz in Großschönbrunn wird der Vergangenheit angehören, wenn mit der Dorferneuerung Großschönbrunn mit einem Aufwand von fast 1.6 Millionen Euro die Ortsmitte neu gestaltet wird. Die Maßnahme ist einer der größten Posten im Haushalt 2020.
von Siegfried BockProfil

Der Marktgemeinderat verabschiedete den Freihunger Gemeinde-Etat 2020 bei seiner Sitzung ebenso einstimmig, wie den Finanzplan 2020 bis 2023. 5,2 Millionen Euro umfasst der Verwaltungsetat, 4,4 Millionen Euro der Vermögensetat. Bürgermeister Uwe König bewertete den Haushalt 2020 "als durchaus solide in Anbetracht der Tatsache, dass schon viele Investitionen auf den Weg gebracht worden sind". Dank galt Amtsrat Max Heindl für die mustergültige Aufstellung und Erläuterung des Zahlenwerks.

„Corona-bedingt sind heuer noch keine Ausfälle zu verzeichnen. In Zukunft wird sich weniger die Frage stellen, wie man das Niveau der gemeindlichen Infrastruktur-Einrichtungen steigern kann. Vielmehr wird es eine große Herausforderung sein, dieses in den kommenden Jahren zu halten“, bemerkte Geschäftsleiter Heindl. Er erachtete für die künftige Entwicklung der Marktgemeinde eine weitere Ausweisung von Baugebieten und Gewerbeflächen für besonders wichtig. Daneben sollten Möglichkeiten, Energie einzusparen und regenerative Energien zu nutzen, weiterhin verfolgt werden. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Feuerwehrhauses Freihung habe 2019 eine Einspeisevergütung von 9449 Euro erwirtschaftet.

Zweiter Bürgermeister Klaus Siegert mahnte eine Verringerung der Pro-Kopf-Verschuldung an. Gleichwohl räumte er ein, „dass dies derzeit bei den umfangreichen Investitionsprojekten sehr schwer werden wird“. Eine Senkung wäre am schnellsten durch eine höhere Einwohnerzahl möglich, erwiderte Heindl. Die planmäßige Zuführung von 516 000 Euro zum Vermögenshaushalt reiche aus, die ordentliche Tilgung in seiner Gesamtheit zu bedienen, sagte Heindl. Die festgesetzte Tilgung beträgt nach seinen Worten 300 000 Euro. Demnach verbleibe eine freie Investitionsspanne von 350 000 Euro. Diese könne ein guter Beitrag zu den anstehenden Investitionen sein, so der Geschäftsleiter.

Vielzahl von Projekten

Freihung

Der Marktgemeinderat gab für eine Reihe von Bauanträgen grünes Licht. So für den Neubau von zwei Einfamilienhäusern mit Doppelgarage in Tanzfleck. Für den Wohnhausneubau mit Werkstatt in der Industriestraße 15 muss der Bauherr noch den Nachweis über die Sicherung der Zufahrt erbringen. Keine Einwände erhob das Gremium gegen die Erweiterung eines Einfamilienhauses auf zwei Wohneinheiten in der Amberger Straße 6.

Mit Bedauern hob das Gremium die Aufstellungsbeschlüsse zur Ausweisung eines Sondergebiets für die Errichtung einer Photovoltaikanlage an der Gemeindeverbindungsstraße bei Freihungsand auf. Im Zuge dieses Projekts wären die baufälligen Gebäude abgerissen sowie das Gelände eingeebnet und somit anschaulicher geworden. Der Betrieb der Anlage bei Regen sowie die ungeklärte Altlastenfrage auf dem Grundstück sind die Gründe für den Rückzug. Eine orientierende Untersuchung, die das Amt für Wasserwirtschaft Weiden in Auftrag gibt, sei erst 2021 möglich, hieß es.

Die MFS Hauswunsch GmbH Kirchenthumbach will auf einer privaten Grünfläche in Seugast (vormals Schulgarten mit Spielplatz) bis zu fünf Wohneinheiten errichten. Das Grundstück befindet sich nur zum Teil im Baugebiet und umfasst 3292 Quadratmeter. Marktrat Heinrich Schwirzer bemängelte die Anzahl der Wohneinheiten. Diese sei mit der zur Verfügung stehenden Fläche in Verbindung mit der umliegenden Bebauung nicht zu vereinbaren. Nach eingehender Beratung befürworteten die Räte eine Änderung des Bebauungsplans Seugast-Bruckgasse. Hinzu kommt der Abschluss eines Durchführungsvertrags mit dem Antragsteller, der sämtliche damit verbundenen Kosten zu tragen hat. Der FC Freihung erhält für die rund 7500 Euro kostende Sportplatzrenovierung einen Zuschuss von zehn Prozent.

Hintergrund:

Der Haushalt 2020 in Zahlen

Die Gewerbesteuer wurde auf 630 000 Euro fixiert, sie ist neben dem Einkommensteueranteil mit 1,4 Millionen Euro und der Schlüsselzuweisung mit 1,1 Millionen Euro wichtigste Einnahmequelle im Verwaltungshaushalt. Bei den Ausgaben schlagen die Personalkosten mit 1,1 Millionen Euro und die Kreisumlage mit 1,2 Millionen Euro besonders zu Buche. Im Vermögenshaushalt sind Zuschüsse und Darlehensaufnahmen mit zusammen rund zwei Millionen Euro angesetzt. Hauptausgaben: Dorferneuerung Großschönbrunn (Anteil der Marktgemeinde Freihung: 1,1 Millionen Euro), Grundstückserwerb (515 000 Euro), Erschließung des Baugebiets Thansüß (420 000 Euro). Die Steuerhebesätze bleiben unverändert. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt bis zum Ende des Haushaltsjahres auf 2177 Euro je Einwohner an.

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