21.09.2021 - 14:27 Uhr
FreihungOberpfalz

Marktratssitzung in Freihung mit langen Debatten

Nach kontroverser Debatte im Freihunger Marktrat findet der Kauf eines Kleinfahrzeugs für den Hausmeister der Josef-Voit-Grundschule doch keine Mehrheit. Einig ist sich das Gremium dagegen über den Anbau des Vereinsheims in Tanzfleck.

Der Anbau an das Schützenheim in Tanzfleck für einen Umkleideraum dient auch der Unterbringung des Schießinventars.
von Siegfried BockProfil

„Es macht sehr viel Sinn“, sagte Freihungs Bürgermeister Uwe König bei der Marktratssitzung zum Anbau des gemeindeeigenen Vereinsheims in Tanzfleck. Dort sollen Schießkleidung und Waffen Platz finden. Die Gemütlichkeit-Schützen hatten einen Antrag auf Kostenübernahme gestellt, der ohne Gegenstimme befürwortet wurde. Die Arbeiten werden in Eigenleistung ausgeführt. Jetzt hofft man nach einem noch zu stellenden Antrag beim Oberpfälzer Schützenbund auf einen Zuschuss von 25 Prozent zu den geschätzten Gesamtmaterialkosten von 44 887 Euro. Davon entfallen auf die Dachsanierung 10 118 Euro.

Zur Beschaffung eines Kleinfahrzeugs mit Ladesäule für den Hausmeister der Josef-Voit-Grundschule empfahl Amtsrat Max Heindl ein gebrauchtes E-Fahrzeug Citroen Berlingo für 48 Monatsraten von 241 Euro, das ergibt 11 586 Euro, bei einer 15 000-Kilometer-Jahresleistung zu leasen. „Behörden bekommen die Förderung von 6000 Euro für E-Autos nicht. Und die circa 4000 Euro Förderung für Gemeinden sind beim Preis von 35000 relativ wenig“, bemerkte Heindl. Ein Benzinauto koste 13847 Euro, die Leasingrate betrage 146 Euro. „Das Auto am Wasserwerk ablösen und zur Schule geben, das würde der FW-Fraktion besser gefallen“, konstatierte deren Sprecher Reinhard Seidl und stellte einen weiterführenden Antrag. Dieser Meinung schloss sich Dritter Bürgermeister Johannes Ott (SPD) an. Zweiter Bürgermeister Klaus Siegert (CSU) plädierte für Heindls Vorschlag. „241 Euro monatlich sind mir persönlich zu viel“, warf CSU-Fraktionschef Helmut Wurzelbacher ein. Sein Kollege Heinrich Schwirzer wollte dagegen auf E-Mobilität setzen. CSU-Rätin Erika Urban fügte hinzu: „Energie sparen kostet nun mal Geld. Deshalb sollte man nicht nur darüber reden, sondern auch danach handeln.“ Grundsätzlich hinterfragen, meinte Sebastian Weiß (CSU). Stefan Blind (CSU) erkundigte sich nach den Lieferzeiten. „Das Gebrauchte wäre sofort zu bekommen, das E-Auto erst in sechs bis acht Monaten“, erwiderte Heindl. Bürgermeister König stellte den Seidl-Antrag zur Abstimmung, der jedoch mit 7:6 abgelehnt wurde. Ebenso abgelehnt mit 8:5 wurde der Vorschlag der Verwaltung über die Beschaffung des gebrauchten E-Fahrzeugs Citroen Berlingo. Auch der Vorschlag des Gemeindechefs, die kommende Förderung abzuwarten, wurde mit 10:3 verworfen. Weil keine Mehrheiten zu erwarten waren, wurde der Punkt ohne Ergebnis abgesetzt.

Pauschale für Fundtiere

Eine ebenso längere Debatte löste die Änderung der Aufwandspauschale zur Vereinbarung über die Aufnahme von Fundtieren zwischen Markt Freihung und Tierschutzverein Amberg aus. "Mehrere Katzen wurden 2020, zum Beispiel auch wegen Allergien, ins Tierheim nach Amberg gebracht. Heuer noch keine“, berichtete Verwaltungsleiter Heindl. Hier sei die Gemeinde zuständig. 9140 Euro betrugen die Kosten für Tierarzt, Kastrierung und anderes. Laut Norbert Vogl wäre eine Möglichkeit, den Fundtiervertrag so zu ändern, dass durch die Zahlung einer höheren Pauschale diese Kosten gedeckelt werden könnten. Die Pauschale würde dann pro Einwohner von 1,50 auf 2,20 Euro erhöht werden. „Mir ist es schon wichtig, dass Bürgermeister und Gemeinde prüfen, ob es Gemeindebürger sind“, warf Heinrich Schwirzer ein. Nach Ansicht von Helmut Wurzelbacher sollten die Besitzer selbst aufkommen. Zudem wünschte Wurzelbacher eine monatliche Meldung, „was wir zu tragen haben“. Heindl gab ihm recht. Der größte Posten seien die Tierarztkosten. „Das kann ich nicht nachvollziehen, das Ganze ist aufgebauscht und eine Abzocke hoch drei. Das kann ich nicht mittragen“, erklärte Reinhard Seidl. Dazu Heindl: „Es handelt sich in unserem Fall um Fundtiere. Das gehört nun mal zu unseren Aufgaben. 15 Katzen haben 2020 diese Kosten verursacht.“ Seidl regte die Veröffentlichung eines Fotos mit streunender Katze im Gmoibladl an. Heinrich Müller stört, dass soviel Geld für Tiere ausgegeben werde, obwohl eine ortsnahe Info den Halter wieder zum Tier führen würde.

Bürgermeister König beendete die Diskussion und stellte fest: Der Tagesordnungspunkt wird zur Kenntnis genommen. Eine Entscheidung wird zu einem späteren Zeitpunkt getroffen.“

Patenschaft vorbereiten

Die zuletzt angepasste Entschädigung für Wahlhelfer der Bundestagswahl am 26.September bleibt bei 30 Euro. Bürgermeister König wurde nach absolviertem Kurs durch seinen Vertreter Johannes Ott zum Standesbeamten, beschränkt auf Eheschließungen, mit Wirkung vom 1.September bestellt. Bestätigung fand die Wahl vom 30. Juli bis 31. März 2026 des Kommandanten Josef Regler und des zweiten Kommandanten Josef Scheidler für die Feuerwehr Großschönbrunn. Seine Zustimmung gab das Gremium zur Übernahme der Kosten für die Dienstreise des ersten und zweiten Bürgermeisters sowie Marktrats Heinrich Müller am 22./23.Oktober nach Plasy/CR zur Vorbereitung der Patenschaft. Die Fahrt erfolgt mit Gemeindebus. Hartmut Schendzielorz vom Europäischen Jugendprojekt wird als Pate mit beistehen. Weil der Regionalplan Oberpfalz-Nord keine Bedeutung für Freihung habe, verzichtete das Gremium auf eine Stellungnahme.

Handlungsbedarf sieht der Rathauschef für den Gemeindeverbindungsweg vom Weiler Schickenhof bis zum Wald in Richtung Staatsstraße. Den Auftrag für die Einarbeitung von circa 300 Tonnen Fräsgut erhielt für 7245 Euro die Firma Pichl aus Hiltersdorf. Zur Ausbesserung der auf etwa 3000 Metern beschädigten Bankette wegen der Umgehung der B299 kündigte das Oberhaupt ein Gespräch mit Tobias Bäumler vom Straßenbauamt wegen Kostenübernahme an. Zwei Nachhaltigkeitsanträge für je 1000 Euro hat König beim Landratsamt abgegeben. Das Bayernwerk hat dankenswerterweise beim Spielplatz am Rathaus das Trafohaus bemalt, hieß es.

Marodes Bushäuschen

Helmut Wurzelbacher beklagte den sehr maroden Zustand des Bushäuschens in Seugast. Sebastian Weiß wies auf die Erneuerung von Straßennamen-Schildern in Elbart und Tanzfleck hin. „Wir haben schon einige aufgestellt, es geht Zug um Zug weiter. Für Elbart erfolgt Nachbestellung“, versicherte Heindl. Eine Reparatur hält Weiß beim Straßeneinlauf in Weickenricht für notwendig. Heinrich Müller machte auf die gefährliche Kreuzung in Thansüß Gartenweg-Siedlungsstraße-Staatsstraße 2166 aufmerksam, wo manche die rechts-vor-links-Vorfahrtsregeln ignorieren, andere die Siedlungsstraße Richtung Süden als Rennbahn benützen. „Bevor was passiert, wären Hinweisschilder oder ein Beschränkung auf 30 km/h sinnvoll“, so Müller. Er erinnerte ferner an die Übernahme der Materialkosten für das in Eigenleistung zu renovierende Siedlerhaus. "Einen Fachmann einschalten", lautete die Bitte von Erika Urban, weil in der Seugaster Kirchgasse wiederholt Wasser von den Feldern komme. Bürgermeister König: „Der Eigentümer hat zugesichert, etwa 30 Meter seines Grundstücks in eine Wiese umzuwandeln.“ Johannes Otts Anliegen war, den Radweg zum Fußballplatz baldmöglichst zu mähen.

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