19.07.2021 - 14:10 Uhr
FreihungOberpfalz

Marktrat Freihung vertagt drei Punkte der Tagesordnung

Das Regenüberlaufbecken Seugast und die Kläranlage Großschönbrunn waren Themen der Sitzung des Marktrats Freihung. Drei Tagesordnungspunkte wurden jedoch erst einmal zurückgestellt.

Das Regenüberlaufbecken Seugast und die Kläranlage Großschönbrunn (Bild) waren Themen der Sitzung des Marktrats Freihung.
von Siegfried BockProfil

Die Vergabe der Erneuerung der elektronischen Steuerung für das Regenüberlaufbecken Seugast löste in der Sitzung des Marktgemeinderats am Dienstag eine längere Diskussion aus. Ergebnis: Mit 15:0 Stimmen wurde die Erneuerung erst mal zurückgestellt.

Abwassermeister Wolfgang Braun erläuterte den Grund für eine Erneuerung. Die Gemeinde habe zwei Angebote eingeholt, und bereits im Februar 2020 wurde beschlossen, den Auftrag an die Firma Wilo, Hof, zu vergeben. Geschäftsleiter Amtsrat Max Heindl stellte ein weiteres Angebot der Firma KSB vor, die für kapazitive Steuerung, Demontage/Montage und Inbetriebnahme 33 005 Euro netto in Rechnung stellen würde. FW-Sprecher Reinhard Seidl würde unabhängig von der beauftragten Kanaluntersuchung die Investition jetzt nicht tätigen. Seidl empfahl mit dem Ingenieurbüro nochmal Rücksprache zu halten. Nach seiner Meinung gehe es nur um den Sandeintrag im Stauraumkanal.

Großer Reinigungsaufwand

Dem widersprach Braun: "Hier geht es nicht um Sand, sondern um alle Feststoffe, die im Schmutzwasser vorhanden sind. Diese müssen zur Kläranlage transportiert werden." Ohne diese Reinigungseinrichtung müsse der Rückstaukanal (RÜB Seugast) mindestens dreimal jährlich durch eine Fachfirma gereinigt werden, die jeweils 1000 bis 1500 Euro kostet, erklärte Braun und bekräftigte: Wegen des großen Aufwands für die Reinigung sei die Erneuerung der Steuerung notwendig. Für die CSU-Fraktion stellte Helmut Wurzelbacher den Antrag auf Zurückstellung des Tagesordnungspunkts und auf Einholung eines weiteren Angebots. „Ist eine Frist gesetzt worden?“, wollte Zweiter Bürgermeister Klaus Siegert wissen. Dies verneinte Max Heindl. Man sollte die Gespräche mit dem Ingenieurbüro Seuß, Amberg, noch abwarten, um Sicherheit zu haben, fügte Siegert hinzu. Sein Fraktionskollege Heinrich Schwirzer warnte vor einer übereilten Sanierung und plädierte für ein Alternativangebot.

Neues Klärschlammkonzept

Erster Bürgermeister Uwe König erklärte den Vertrag für die fachliche Beratung im Kommunalen Klimaschutz-Netzwerk für die Kommunen der AOVE GmbH. Es gehe um einen dreijährigen Beratungsvertrag, der für alle AOVE-Kommunen mit 328 000 Euro gefördert wird. Derzeit mache die AOVE GmbH ein Klärschlammkonzept. „Wir gehen in Bezug auf unsere Sanierung der Kläranlage keinerlei Verpflichtung ein“, betonte König. „Es ist eine Katastrophe, was die Klärschlammentsorgung kostet, und wenn uns da ein Konzept vom Institut weiterbringt, dann ist es ein Gewinn für die Gemeinde“, betonte Seidl. Einstimmig wurde der Vertrag genehmigt.

Zur Bodenuntersuchung der Leitungstrasse für die Überleitung der Schmutzwässer von der Kläranlage Großschönbrunn nach Seugast führte Heindl aus, dass noch nicht festgelegt sei, welche Trasse hierfür genommen wird. Ebenso bedarf es noch einer Entscheidung des Marktrats, ob einer Vorreinigung (Rechen) gebaut wird. Als wirtschaftlich günstigsten Bieter schlägt das Ingenieurbüro Seuß, Amberg, die Firma Ruppert und Felder zum Preis von 14 915 Euro vor. Heindl kündigte als Erstes eine Leitungsbegehung mit Bauausschuss und Ingenieurbüro in den nächsten Wochen an. Das beauftragte Büro wird dann dem Marktrat eine Trassenführung vorschlagen. Nach deren Genehmigung folgen Erstellung des Bodengutachtens und Bohrungen.

Antrag zurückstellen

Sebastian Weiß wünschte bei einer Trassenänderung entgegen der Projektstudie eine erneute Wirtschaftlichkeitsberechnung. Wurzelbachers Forderung: Antrag zurückstellen, erst anschauen. Für Schwirzer ist die Vorgehensweise nicht nachvollziehbar. Er wolle vielmehr, dass eine Trasse vorgelegt werde mit Aufzeigung von Vor- und Nachteilen. Dem wurde einstimmig stattgegeben.

E-Auto für Grundschule

Wegen seiner vielen Aufgaben hat der Hausmeister der Josef-Voit-Grundschule ein Kleinfahrzeug beantragt. Max Heindl schlug ein Leasing-Elektroauto vor. Dies würde für vier Jahre monatlich 240 Euro kosten. Dazu würden Angebote von neuen und gebrauchten Fahrzeugen eingeholt. Reinhard Seidl sah grundsätzlich die Notwendigkeit der Beschaffung und befürwortete die Elektrovariante als die richtige Alternative. Helmut Wurzelbacher bat erst die Fördertöpfe abzuklopfen und dann Angebote einzuholen. Zu Letzterem sprach sich Dritter Bürgermeister Johannes Ott (SPD) dafür aus, dies auch für Autos mit Verbrennungsmotor zu tun. Sebastian Weiß (CSU) brachte die Möglichkeit einer organisatorischen Lösung ins Spiel. Schließlich waren sich alle einig über die Beschaffung.

Vertagt wurde auch die Betriebskostenabrechnung 2020 für den Kindergarten St. Marien. Grund: Es bestehe noch Klärungsbedarf. Einverstanden war das Gremium mit dem Planfeststellungsverfahren zur Erweiterung des Privatanschlussgleises der Firma Quarzsand Strobel in Freihung-Sand. Keine Einwendungen gab es zum Anbau eines Wintergartens in Weickenricht 19. Aufgrund der Inzidenzzahlen sollten nach Meinung von Reinhard Seidl alle Ausschüsse wieder aktiv werden.

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