11.07.2021 - 14:12 Uhr
FreihungOberpfalz

Freihung verabschiedet sechs langjährige Markträte

Über lange Zeit haben sie die Entwicklung der Marktgemeinde Freihung mitgestaltet: So beschrieb Bürgermeister Uwe König die Arbeit von sechs Markträten, die aus dem Gremium ausgeschieden sind.

Einen bayerischen Porzellanlöwen mit Gravur als Abschiedsgeschenk überreichten Bürgermeister Uwe König (rechts) und Geschäftsleiter Max Heindl (links) an die ausgeschiedenen Markträte (ab Zweiter von links) Helmut Klier, Norbert Bücherl, Irmgard Macke, Klaus Meißner und Hermann Lühr.
von Siegfried BockProfil

In einer Festsitzung im Gemeindezentrum hat der Markt Freihung sechs langjährige Markträte geehrt. Ausgeschieden aus dem Gremium waren sie schon zum 30. April, aber wegen der Pandemie musste die Verabschiedung verschoben werden. Die längste Amtszeit im Marktrat hatte Klaus Meißner: 42 Jahre. Bürgermeister Uwe König würdigte "den selbstlosen Einsatz, das beispiellose Engagement und die hochgeschätzte Kompetenz" der sechs ehemaligen Markträte. "Mit ihrem Ausscheiden fand auch ein Generationswechsel statt, der große Fußspuren hinterlässt", so König.

Ausgeschieden ist Norbert Bücherl, der im Jahr 2000 als Nachrücker für Heinrich Häusler ins Gremium eingezogen war. Nach seinem Sieg bei der Stichwahl 2002 war er 18 Jahre Bürgermeister. Laut seinem Nachfolger König lagen Bücherl die Verbesserung der Infrastruktur und die Erneuerung der Wasserversorgung sehr am Herzen. König nannte in seiner Laudatio auf den früheren Rathaus-Chef auch die Dorferneuerungen in Seugast, Schickenhof, Thansüß, Kleinschönbrunn und in der Dr.-Hans-Raß-Straße. Für seine Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung habe Bücherl 2019 die Verdienstmedaille in Bronze des Freistaats Bayern bekommen.

42 Jahre im Marktrat

Klaus Meißner war seit 1978 – und damit 42 Jahre – Mitglied im Marktgemeinderat, von 2014 bis 2020 war er Dritter Bürgermeister. Laut König war Meißner weit über die Gemeindegrenzen hinaus für seine ausgeglichene und kompetente Art, gepaart mit Weitsicht und Einsatz, bekannt. Er habe sich für den Neubau der Wasserversorgung, der Ertüchtigung der Kläranlage, den Dorferneuerungen und dem zeitgemäßen Ausbau der B 299 in seinem Heimatort Seugast eingesetzt. Ein Anliegen sei ihm auch die Umgestaltung und Renaturierung der Vilsquelle mit Errichtung eines Erlebnisspielplatzes gewesen. Für die Senioren, deren Beauftragter er war, habe er sich ebenfalls eingesetzt. Bei der Gründung der Nachbarschaftshilfe fungierte er als Pate. 2015 erhielt er die Bürgermedaille in Gold, vier Jahre später die kommunale Verdienstmedaille Bayerns in Silber für 40 Jahre im Marktrat.

Irmgard Macke gehörte dem Gremium von 2002 bis 2020 an, war von 2008 bis 2014 Dritte Bürgermeisterin. Uwe König würdigte ihre "bescheidene, ausgeglichene und charmante Art", mit der sie geholfen habe, bei Meinungsverschiedenheiten zwischen Bürgern und der Kommune zu vermitteln und damit zu einvernehmlichen Lösungen zu kommen. Als "einsatzfreudige Frauenvertreterin" habe sie durch ihr gutes Netzwerk in vielen Fällen die Sicht von Frauen, Müttern und Familien einbringen und damit zu runden Gesamtlösungen beitragen können.

Gelungene Bürgerfeste

Helmut Klier war nicht nur 18 Jahre im Marktrat (2008 bis 2020), sondern zwölf Jahre davon auch Zweiter Bürgermeister. Bei Grundstücksangelegenheiten und Fragen der Land- und Forstwirtschaft habe er als der Ansprechpartner schlechthin gegolten. "Besonders sein ausgeglichenes, unvoreingenommenes und seelenruhiges Wesen haben ihn zum bewährten und gern gesehenen Vermittler gemacht", sagte König. Als Vorsitzender des Sport- und Kulturausschusses habe er mit Ideen und Organisationstalent, Mut und Durchsetzungsfähigkeit zum Gelingen der Bürgerfeste 2013 und 2019 maßgeblich beigetragen.

Hermann Lühr war ebenfalls 18 Jahre im Marktrat vertreten. In dieser Zeit habe er sich, so Uwe König, um das Gemeinwohl verdient gemacht und sich "weit über das normale Maß für die Bürger und die Belange des Sports eingesetzt". Im Sport- und Kulturausschuss habe er sein großes Fachwissen eingebracht, an vielen Stellen Verantwortung übernommen und einen erheblichen Beitrag zum Gelingen der Bürgerfeste geleistet. Der Bürgermeister würdigte auch Lührs Art, Rückschläge gesundheitlicher Art wegzustecken. "Sein außergewöhnlicher Ehrgeiz und unnachgiebiger Wille, dann erst recht aufzustehen, ist einmalig und Vorbild in schwierigen Situationen", so Uwe König.

Harald Häusler war ebenfalls 18 Jahre im Marktrat, von 2003 bis 2008 hatte er das Amt des Zweiten Bürgermeisters inne, von 2014 bis 2020 war er weiterer Bürgermeister-Stellvertreter. Zum Wohle der Gemeinde habe Häusler seine Beziehungen zu Vereinen, besonders zur Feuerwehr genutzt. "Im Plenum überzeugte er durch hohes Fachwissen, klare Haltung und kritisches Hinterfragen", sagte König. Als Mann der Tat mit großem Organisationstalent sei Häusler ein stets geschätzter Marktrat gewesen.

"Fußspuren" in allen Ortsteilen

Im Namen aller ausgeschiedenen Markträte dankte der frühere Bürgermeister Norbert Bücherl für die Ehrerweisung. Seiner Einschätzung nach sei "das meiste relativ gut gelaufen". Dies sei nur möglich gewesen, "weil so viele Kräfte zusammengewirkt, an einem Strick gezogen und tatkräftig unterstützt hatten". Ihm sei es stets wichtig gewesen, "Fußspuren" in allen Ortsteilen zu hinterlassen. Zum Abschluss des Festakts trugen sich alle Geehrten in das Goldene Buch von Freihung ein.

2019: Norbert Bücherl verzichtete auf erneute Kandidatur

Freihung

"Mit ihrem Ausscheiden fand auch ein Generationswechsel statt, der große Fußspuren hinterlässt."

Bürgermeister Uwe König über die sechs ehemaligen Markträte

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