11.02.2020 - 17:21 Uhr
Oberpfalz

Die Freude, etwas zu verpassen

Zu viel Zeit am Smartphone kann zu Depressionen führen. Schalten Sie das Teil öfter aus und genießen Sie das Hier und Jetzt, meint die OWZ-Glücksexpertin.

Schalten Sie öfter mal ganz bewusst einen Gang runter.
von Autor EWAProfil

Lifestyle-Trends scheinen derzeit nur so aus dem Nichts aufzutauchen. Fast schon täglich wird wieder ein neues Konzept erfunden, das unser Leben besser, gesünder oder entspannter machen soll. Lohnt es sich wirklich, sich mit jedem neuen Trend zu beschäftigen? Sicherlich nicht. Aber ab und zu taucht dann doch ein Begriff auf, der eine nähere Betrachtung durchaus verdient. Einer davon ist JOMO, kurz für "joy of missing out". Oder ins Deutsche übersetzt: die Freude, etwas zu verpassen.

"Was soll das denn schon wieder sein?", fragen Sie nun vielleicht, während Sie gerade dabei sind, durch die Feeds der sozialen Netzwerke zu scrollen, um das scheinbar so aufregende Leben der anderen zu beobachten. "Wow, der Stefan ist schon wieder auf Mauritius", denken Sie dann. Oder: "Das muss ja eine Wahnsinnsparty gewesen sein. Warum gehe ich eigentlich nicht öfter aus?" Sie staunen mal wieder über die Aktivitäten der anderen, Ihr Leben erscheint Ihnen dagegen ziemlich langweilig zu sein.

Wenn das tatsächlich so ist, erleben Sie gerade das Gegenteil von JOMO - nämlich FOMO, kurz für "fear of missing out", die Angst, etwas zu verpassen. Und die macht natürlich alles andere als glücklich. Längst gibt es zahlreiche Studien, die aufzeigen, dass zu viel Zeit am Smartphone zu Depressionen und Ängsten führen kann. Grund genug also, das Teil öfter einmal auszuschalten, sich dem Internet zu entziehen und das Hier und Jetzt zu genießen - und zwar ganz analog. Denn seien Sie mal ehrlich: Müssen Sie wirklich die ganzen Bilder der anderen sehen? Nein. Sie müssen auch nicht permanent etwas Neues oder Aufregendes erleben, um glücklich zu sein. Werden Sie lieber JOMO-Anhänger. Genießen Sie ruhig entspannt Ihren Abend auf dem Sofa und schauen Sie Ihre Lieblingsserie, wenn Ihnen gerade danach ist. Lassen Sie sich von den grenzenlosen Möglichkeiten, die Ihnen das Internet täglich aufzeigt, einfach nicht länger stressen.

Schalten Sie ganz bewusst einen Gang runter und überlassen Sie das Leben auf der permanenten Überholspur getrost den anderen. Denn nicht immer ist alles so bunt und wunderbar, wie es auf den geposteten Fotos aussieht. Schließlich werden meistens nur die tollen Momente online gestellt, die anderen 23,5 Stunden des Tages, der vielleicht alles andere als schön war, bleiben im Netz unsichtbar.

Nehmen Sie sich also ruhig genug Zeit zum Entspannen, Nachdenken und Nichtstun. Verbringen Sie auch mal Zeit mit sich alleine, trauen Sie sich "Nein" zu sagen, wenn Ihnen nicht nach Gesellschaft oder einer bestimmten Veranstaltung ist. Und lassen Sie getrost alle Lifestyle-Trends links liegen.

Naja, außer vielleicht, wenn es um JOMO geht. Denn die Freude, etwas zu verpassen, macht tatsächlich ganz schön glücklich.

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