25.07.2020 - 15:28 Uhr
FreudenbergOberpfalz

Alles andere als ein Strohfeuer: Feuerwehrler schwitzen bei Feldbrandübung

Samstag, Sonnenschein, 26 Grad: ideales Wetter für das Freibad - oder für eine schweißtreibende Feuerwehrübung. 30 Männer aus Freudenberg haben sich für Letzteres entschieden.

von Autor (gri)Profil

Dichter Rauch stieg am Samstagnachmittag am Ortsrand von Wutschdorf auf - kein Grund zur Sorge, denn die Feuerwehr selbst hatte diesen Brand gelegt. Auf einem abgeernteten Getreidefeld übten die Löschtrupps, wie man Vegetationsbrände bekämpft. "Das Thema wird immer aktueller", erklärte Kommandant und Kreisbrandmeister Armin Daubenmerkl. In den Dürrejahren 2018 und 2019 habe die Zahl der Wald- und Feldbrandeinsätze deutlich zugenommen.

Daubenmerkl und seine Mannen hatten sich für diese Übung renommierte Brandbekämpfer eingeladen. Ein Team der Organisation "@fire" begleitete die Feuerwehrleute den ganzen Tag über, zuerst bei einem dreistündigen Theorieteil, dann bei einer ebenso langen Praxisübung. Die Leute von "@fire" kennen sich aus. Sie sind weltweit bei Katastrophen im Einsatz, haben schon mitgeholfen, Waldbrände in den USA, Bolivien, Kroatien und Portugal zu löschen.

Einer der Ausbilder ist Thorsten Sprenger. Er riet den Feuerwehren dringend, bei einem großen Flächenbrand nicht überstürzt vorzugehen. "Zuerst muss man das Feuer beobachten", sagte er bei der Schulung im Feuerwehrhaus. Woher weht der Wind? Wo finden die Flammen Nahrung? Wo gibt es Fluchtwege für die Löschmannschaften? All das müsse gut überlegt sein.

Draußen auf dem Acker teilten sich die 30 Übungsteilnehmer in drei Gruppen auf. Die einen übten mit Schaufel, Pickel und Feuerpatsche. Eine schweißtreibende Arbeit auf dem staubigen Boden. Nachdem auf dem Feld eine Schneise gegraben war, setzten die Ausbilder von "@fire" die Stoppel nach und nach in Brand. Sprenger und seine Leute zeigten dabei auch, mit welch einfachen Mitteln relativ große Effekte erzielt werden können. Zum Beispiel rückte ein Feuerwehrler den Flammen mit einem umgeschnallten Wasserrucksack zu Leibe - erfolgreich.

Natürlich kamen auch dickere Brummer zum Einsatz, die beiden Schlachtschiffe der FFW Freudenberg-Wutschdorf: das neue Löschgruppenfahrzeug LF 20 KatS und das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 20. Sie haben beide deutlich mehr als nur einen Rucksack voll Wasser geladen. Unterstützung gab es auch von oben: Über den aufsteigenden Rauchschwaden kreisten die Waldbrand-Luftbeobachter, die auch an diesem Samstag wieder vom Stützpunkt Schmidgaden gestartet waren.

Info:

Hintergrund: "@fire"

"@fire Internationaler Katastrophenschutz Deutschland"ist eine gemeinnützige Hilfsorganisation, die weltweit schnelle Nothilfe nach verheerenden Naturkatastrophen leistet. Die rund 250 Aktiven aus ganze Deutschland sind in der Waldbrandbekämpfung sowie dem Suchen und Retten von Verschütteten nach Erdbeben speziell ausgebildet. Alle Mitglieder von "@fire" arbeiten ehrenamtlich und unentgeltlich. Die Mitglieder sind vornehmlich Mitarbeiter von Berufsfeuerwehren, freiwilligen Feuerwehren und Rettungsdiensten, die sich zusätzlich ehrenamtlich in der internationalen Hilfe engagieren.

Zur Website von @fire

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