15.09.2021 - 20:31 Uhr
FreudenbergOberpfalz

Warum der Lintacher Kindergarten doch komplett geschlossen wurde

Eigentlich hatte es geheißen, nach den neuen Infektionsschutzrichtlinien müssten Kindergärten oder Schulen nicht mehr komplett zugesperrt werden, wenn sich dort ein Coronafall ereigne. Beim Lintacher Kindergarten lief es aber anders.

Diese Mitteilung am Lintacher Kindergarten informierte über die zeitweise Schließung.
von Markus Müller Kontakt Profil

Im Kindergarten St. Walburga in Lintach hatte am Freitag ein PCR-Test die Coronainfektion einer Mitarbeiterin bestätigt. Am Montag wurde eine weitere Beschäftigte positiv auf das Coronavirus getestet. Daraufhin gab es eine Absprache zwischen dem Gesundheitsamt und der katholischen Kirchenstiftung St. Walburga als Trägerin der Einrichtung. Im Ergebnis wurde der Kindergarten erst einmal für zwei Tage – Dienstag und Mittwoch – komplett geschlossen.

Dr. Roland Brey, der Leiter des Gesundheitsamts Amberg-Sulzbach, betont, dass es nicht seine Behörde sei, die Kindergärten oder Schulen schließe. Man berate aber die Verantwortlichen des Trägers, die dann eine Entscheidung fällen müssten. Nach dem Coronafall am Wochenende in Lintach habe man zuerst klären müssen, ob die Infektion aus dem privaten Bereich komme oder womöglich aus der Einrichtung selbst.

Eine angemessene Reaktion

Unter den gegebenen Umständen und angesichts der Gefahr weiterer Ansteckungen sei die zeitweise Komplettschließung eine angemessene Reaktion gewesen. Alle Erzieherinnen hätten inzwischen PCR-Tests absolviert. „Die ersten Ergebnisse sehen gut aus und deuten darauf hin, dass die Schließung bald aufgehoben werden kann“, sagte Brey am Mittwochvormittag.

Am Dienstag, dem ersten Schultag nach den Ferien, waren in allen Schulen Schnelltests für die meisten Kinder vorgeschrieben. Laut Brey ergaben sie für einzelne Schüler – „die Größenordnung liegt im einstelligen Bereich“ – positive Ergebnisse. Für die betroffenen Klassen bedeute das, die Coronatests müssten jetzt täglich vorgenommen werden. Für die betroffenen Kinder seien ein PCR-Test, die Ermittlung ihrer Ansteckungswege und Kontaktpersonen vorgesehen. Müssten weitere Schüler in Quarantäne, könnten sie sich nach fünf Tagen freitesten. Eine komplette Klasse werde man aber erst in Quarantäne schicken, wenn dort eine größere Anzahl an Fällen auftauche.

Weitere Fälle wahrscheinlich

Brey würde sich nicht wundern, wenn tatsächlich bei den Tests in den Schulen noch weitere positive Ergebnisse herauskämen. Zwar sei die Ansteckung unter Kindern eigentlich nicht so stark wie bei Erwachsenen. Auf der anderen Seite sei die Delta-Variante des Virus eben ansteckender als die anderen, vor allem angesichts wegfallender Kontaktbeschränkungen und zunehmender Mobilität. Deshalb bildeten sich leicht sogenannte Cluster, also Ansteckungsherde mit vielen Infizierten innerhalb einer Gruppe, die häufig Kontakt habe.

Dass ab nächster Woche in den Schulen PCR-Pooltests durchgeführt werden sollen, begrüßt Brey: „Sie sind deutlich zuverlässiger als die Schnelltests.“ Und es komme ja darauf an, eventuelle Infektionen frühzeitig zu erkennen, „weil es dann eben nicht mehr nötig ist, dass man alle in der Klasse nach Hause schickt“.

Wie man in Lintach auf die Infektionsfälle im Kindergarten reagierte

Lintach bei Freudenberg

„Die ersten Ergebnisse sehen gut aus und deuten darauf hin, dass die Schließung bald aufgehoben werden kann“

Dr. Roland Brey zum Kindergarten in Lintach

 

 

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