01.04.2021 - 15:39 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Afrikanische Schweinepest: Kadaver-Suchhund Crixus spürt die Wildschweine auf

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Bisher gibt es noch keinen einzigen Fall der Afrikanischen Schweinepest in Bayern. Um für den Notfall gerüstet zu sein, nehmen Kadaver-Suchhunde eine wichtige Rolle ein. Einer davon ist im Landkreis Tirschenreuth beheimatet.

Jacob Keller hat seinen Jagdhund gut ausgebildet. Crixus kann im Falle eines Falles für wichtige Dienste bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest eingesetzt werden.
von Ulla Britta BaumerProfil

Streift der neunjährige Jagdhund Crixus mit seinem Halter Jacob Keller durch die Waldgebiete im Landkreis Tirschenreuth, sind es vor allem die Wildschweine, deren herbe Duftnote für den Vierbeiner besonders reizvoll ist. Das ist auch so, wenn die Tiere Leichengeruch verströmen. Crixus ist dafür ausgebildet, tote Wildschweine aufzuspüren, die irgendwo im Wald verendet sind.

„Die liegen ja nicht direkt vor der Nase auf einer Wiese. Meist sind sie versteckt im Dickicht gestorben“, erklärt Hundehalter Jacob Keller aus Friedenfels. Der 35-jährige Berufsjäger, Gebietsbetreuer und Wildtiermanager am Landratsamt Tirschenreuth hat sein Tier für diese eher ungewöhnliche Aufgabe eines Jagdhundes selbst ausgebildet. Keller ist eigentlich zur Unterstützung der Teichwirte bei Problemen mit Kormoran, Biber, Waschbär oder Mink unterwegs.

Achtwöchige Ausbildung

Nun lauert in den Wäldern jedoch eine weit größere Gefahr: Die Afrikanische Schweinepest macht den Behörden große Sorgen, sie ist auf dem Vormarsch und verbreitet sich auch über Wildschweine. Noch sei sie bei uns nicht ausgebrochen, sagt Keller. Dennoch hat er sich entschieden, einen seiner drei Hunde als Kadaver-Suchhund auszubilden. Nicht die Schweinepest an sich habe ihn aber dazu animiert. Keller sagt, er habe das Suchen eines toten Tiers beim Hund eines Kollegen miterlebt. „Da dachte ich, das kann einer von meinen drei auch.“

Schon nach acht Wochen konnte Keller die Ausbildung seines Schwarzwälder Bracken mit Erfolg abschließen. Crixus darf sich jetzt offiziell „Kadaver-Suchhund“ nennen. Zu seinem Aufgabenbereich gehört es nun, speziell Schwarzwild aufzuspüren. „Und nach Möglichkeit kein anderes Wild anzujagen“, erklärt der Hundehalter weiter.

„Wenn mein Hund sich ansteckt, ist er in fünf Tagen tot.“

Berufsjäger und Wildtiermanager Jacob Keller mit Blick auf das Aujeszky-Virus

Da Wildschweine meist im Dickicht für Menschen nahezu unsichtbar sterben, ist Crixus angehalten, sich ganz auf seine neue Arbeit zu konzentrieren. Bekommt er von Keller die Order, ein totes Wildschwein zu suchen, läuft er als sogenannter „Bringselverweiser“ mit einem Lederriemen am Halsband ins Dickicht eines Waldgebietes. Findet Crixus ein totes Wildschwein, nimmt er den Riemen (das Bringsel) ins Maul und läuft zurück zum Herren, der draußen vor dem Dickicht auf ihn wartet. „Das ist das Zeichen für mich, dass er etwas gefunden hat“, so Keller.

Bisher von Seuche verschont

Der Begriff „Bringselverweiser“, erklärt der Jäger, stamme aus Militärzeiten. Im Krieg seien Hunde so genannt worden, die verletzte Soldaten aufspüren sollten. Wenn auch Crixus vielleicht schon richtig „scharf“ darauf ist, endlich seinem neuen Aufgabenbereich im Wald als Mithelfer gegen die gefährliche Schweinepest nachzugehen, ist Keller mehr als froh, dass der Landkreis bisher von der Seuche verschont geblieben ist.

Der Umgang mit Wildschweinen sei nie ganz ungefährlich für einen Jagdhund, gibt Keller weiteres Fachwissen preis. Wildschweine können Träger des Aujeszky-Virus sein, der über Körperflüssigkeit übertragen werde. „Wenn mein Hund sich ansteckt, ist er in fünf Tagen tot.“ Ein Grund mehr, dass es Keller wesentlich lieber ist, mit Crixus bisher den Ernstfall nur regelmäßig üben zu müssen.

Gefahren durch die Afrikanische Schweinepest

Tirschenreuth

Das ist Jacob Kellers Aufgabe als Wildtiermanager

Crixus ist ausgebildeter Kadaver-Suchhund.
Der Berufsjäger Jacob Keller setzt seinen Schwarzwälder Bracke seit vielen Jahren als Jagdhund ein. Crixus ist ihm ein treuer Jagdgefährte.
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