Im Rahmen eines Forschungsprojekts untersuchten nun Wissenschaftlerinnen das Insektenvorkommen auf den weithin leuchtenden Feldern. Mohn-Pionier und Bio-Bauer Josef Schmidt begleitete dazu die Studentinnen Rosa Albrecht und Mareen Geyer zu den prächtig blühenden Feldern und unterstützte sie bei ihren Arbeiten. „Das Artensterben hat einen Anteil daran, dass nach Alternativen gesucht wird“, weiß Josef Schmidt und verweist darauf, dass derzeit nur noch wenig in freier Natur blüht.
„Die verschiedenen Mohnarten sind neben den Pflanzen in den Hausgärten die derzeit einzigen leuchtenden Blüher und somit auch Futtervorrat für Insekten. Eine Agrarkultur, die in einer Vegetationszeit blüht, wo andere schon verschwunden sind, hat somit ein Riesenpotenzial“, meint Josef Schmidt. Für den Mohnanbauer ist es deshalb wichtig, dass seine Hypothese, was Mohnfelder alles leisten können, erforscht und wissenschaftlich hinterlegt wird.
Die beiden Forscherinnen steckten dazu in einem zehn Hektar großen Mohnfeld verschiedene 50 Meter große Territorien ab und versuchten, in jeweils 30 Minuten möglichst viele Insekten einzufangen. Das geschah nicht etwa mit Keschern wie bei Schmetterlingsbestimmungen oder beim Fang von Wildbienen, sondern mit Gläsern. Diese wurden durch die beiden Forscherinnen über die prachtvollen Blüten des Mohns gestülpt und die darauf befindlichen Insekten anschließend abgestreift und eingefangen.
Erfasst wurden zudem Wetter, Temperatur, Wind und sonstige Einflüsse, um einen möglichst genauen Wert zu ermitteln, wie Rosa Albrecht und Mareen Geyer betonen. Auch wurde die Untersuchung nicht nur an einem Tag durchgeführt; bei derartigen Prüfungen zählen nur mehrmalige Erprobungen, informiert das Forschungsteam. Im Fall des Friedenfelser Mohns waren durch die Uni Bonn drei Tage angesetzt.
Obwohl das Ergebnis der genauen Bestimmung der Insektenarten durch die Universität erst in ein paar Wochen bekannt gegeben wird, zeigten sich Rosa Albrecht und Mareen Geyer zusammen mit Bio-Bauer Josef Schmidt bereits bei der ersten Erprobung angetan. Eine große Vielfalt an Insekten konnte bereits bestimmt werden. Für Josef Schmidt sind die ersten Sammelergebnisse aber schon ein Beweis, dass er mit seinen Beobachtungen in den zurückliegenden Jahren richtig lag.
„In Zeiten des Klimawandels ist der Mohn nicht nur ein Hingucker.“ Josef Schmidt: „Mohn liebt die Wärme. An den Boden stellt er nicht allzu große Ansprüche. Deshalb kann er auch an trockenen Standorten gedeihen. In Zeiten mit wenig Regen, wie im letzten Jahr oder auch wie in diesem Jahr, gedieh er auf den Feldern in den Ortsteilen Öd, Bärnhöhe oder wie hier beim Sägewerk prima.“
Erinnern können sich die Forscherinnen und der Bio-Bauer auch daran, dass der Mohn einst ein typischer Getreidebegleiter auf dem Feld und besonders an den Feldrändern war. "Mit dem Einsatz von Pestiziden auf den Feldern jedoch zog sich die Pflanze mit ihren leuchtenden Farben immer mehr zurück." Dass eine dauerhafte Wiederansiedelung jedoch möglich ist und damit auch einem Verlust der Artenvielfalt entgegen gesteuert werden kann, zeigten nun die ersten wissenschaftlich durchgeführten Aktionen auf den vielen filigranen Blüten der Mohnfelder.













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