06.11.2019 - 15:41 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Bürgermeister Gottfried Härtl tritt nicht mehr an

Nach 24 Jahren im Amt ist Schluss. Das hat Bürgermeister Gottfried Härtl entschieden. Seit Mittwoch ist die Sache offiziell.

Seit 1996 steht Gottfried Härtl an der Spitze der Gemeinde Friedenfels. Im März nächsten Jahres ist Schluss, wie er bei einem Pressegespräch am Mittwochnachmittag informierte.
von Bernhard SchultesProfil

Was seit dem Besuch der Gemeinde Friedenfels bei ihrer Partnergemeinde Raggal in Vorarlberg im August als mehr oder weniger offenes Geheimnis im Ort und an den Stammtischen diskutiert wurde, ist seit gestern Nachmittag offiziell: Bürgermeister Gottfried Härtl tritt bei der Kommunalwahl 2020 nicht mehr als Bürgermeisterkandidat an. Dies teilten der Rathauschef und die CSU Friedenfels in einem Pressegespräch öffentlich mit. Gottfried Härtl: „Nach 24 Jahren als erster Bürgermeister werde ich mich bei den Kommunalwahlen im März 2020 nicht noch einmal für dieses Amt bewerben."

Eine ganze Generation kenne ihn nur in der Funktion des Bürgermeisters, dies müsse nicht immer und ewig so bleiben: "Die Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht auf ein neues Gesicht“, sagte Härtl. Sein Dank galt den Mitgliedern der CSU und der Fraktion im Gemeinderat, allen Gremiumsmitgliedern, der Gemeindeverwaltung und vor allem den Friedenfelsern für die Unterstützung und das ihm entgegengebrachte Vertrauen über diesen langen Zeitraum.

Seinen Entschluss habe er sich dieses Jahr lange und eingehend überlegt, mit seiner Frau Gabriele und der Familie oft diskutiert. „Ich stehe nun felsenfest zu dieser Entscheidung“, teilte der fast 60-jährige Härtl mit. Er möchte sich in den nächsten Jahren mehr um seine Familie kümmern, sich aber auch seinen Privatinteressen wie Garteln, Wandern und Reisen widmen. „Ich habe mich gerne für den Ort Friedenfels eingebracht und werde dies auch weiterhin auf andere Weise und in anderen ehrenamtlichen Funktionen tun“, versicherte der Rathauschef bei dem Gespräch mit den Oberpfalz-Medien.

Die Nominierungsversammlung der CSU für die Kommunalwahlen 2020 findet am 17. November in der "Schlossschänke" statt. Hier will Gottfried Härtl weitere Hintergründe seiner Entscheidung bekannt geben. Der ehrenamtlich tätige Bürgermeister, von Beruf Finanzbeamter, hatte sich in seiner Amtszeit einen festen Tag in der Woche von seinem Arbeitgeber freistellen lassen.

Hintergrund:

Pfarrer in Raggal prescht mit Andeutung vor

Spätestens seit dem Ausflug von über 50 Friedenfelsern in die Partnergemeinde Raggal im August 2019 gab es Spekulationen, dass Gottfried Härtl nicht mehr antreten würde. Der ortsansässige Geistliche, Pfarrer Bruno Bonetti, hatte beim Sonntagsgottesdienst den beiden langjährigen Bürgermeistern Hermann Manahl (Raggal) und Gottfried Härtl (Friedenfels) sowie deren Ehepartnern mit einem kleinen Präsent gedankt. Der Priester lobte ihren Einsatz für die Partnerschaft der beiden Gemeinden, für das friedvolle und stets herzliche Zusammenführen der Menschen beider Orte und für viele persönliche Freundschaften, die daraus entstanden sind. Der Sprecher war sich sicher, dass sich beide Bürgermeister nach ihrem bevorstehenden Ausscheiden aus ihren Ämtern weiterhin für diese Partnerschaft einsetzen werden. Gottfried Härtl, für den diese öffentliche Ansage völlig überraschend kam, reagierte seitdem intern mit der Auskunft, dass er sich noch nicht endgültig entschieden hat.

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