15.01.2020 - 14:50 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Friedenfelser Bürger zeigen großes ehrenamtliches Engagement

Walter Konhäuser und Lieselotte Irmer erhielten beim Neujahrsempfang die Friedenfelser Bürgermedaille in Silber. Diese Plattform für besondere Auszeichnungen wurde vor vier Jahren geschaffen.

Beim Neujahrsempfang wurden Lieselotte Irmer und Walter Konhäuser (vorne, Zweite und Dritter von links) mit der Bürgermedaille in Silber geehrt. Erster Bürgermeister Gottfried Härtl (hinten links) und zweiter Bürgermeister Oskar Schuster (hinten rechts) dankten für das besondere Engagement um den Erholungsort und würdigten auch die langjährigen Leistungen von Emmeram Trottmann (vorne links), Karl Wittmann (hinten Zweiter von rechts) und Monika Seidel (vorne rechts).
von Bernhard SchultesProfil

Die Medaille, verbunden mit einer Urkunde, erhielten bis jetzt fünf Personen. Seit Sonntag gehören zwei weitere, besonders engagierte Friedenfelser zu diesem Kreis. Als Laudatoren fungierten die beiden Gemeindeoberhäupter. Bürgermeister Gottfried Härtl überreichte dem 82-jährigen Walter Konhäuser die besondere Auszeichnung. Der Geehrte habe die Kriegergedächtniskapelle auf dem Schusterberg bereits vier Mal renoviert: "1981, 1998, 2015 und 2019 verbrachte er viele Stunden allein im und rund um den beliebten Andachtsort auf dem Gipfel des Schusterbergs." Mit seiner akribischen Arbeit habe er dem Gotteshaus, dem Stürme, Schneetreiben, Frost und Feuchtigkeit stark zusetzten, stets ein neues Outfit verpasst.

Walter Konhäuser unermüdlich

"Großen Anteil hat der frühere Malermeister Walter Konhäuser auch an der Sanierung und Instandsetzung des ,Humperlkreuzes', würdigte der Sprecher. Der rüstige Rentner habe 2012 viele Stunden geopfert, um dem von Fäulnis befallenen Korpus wieder zu seinem jetzigen Aussehen zu verhelfen. Freude mit seiner ehrenamtlichen Arbeit habe Konhäuser auch vielen Friedenfelsern mit seiner Unterstützung bei der Instandsetzung des Muttergottesbühls bereitet. Die kleine Gedenkstätte, zehn Minuten vom Ortszentrum entfernt, erfreue auch Wanderer und Feriengäste, wusste der Rathauschef. "Konhäusers stetes Werkeln wissen Bürger und Urlauber auch zu schätzen, wenn sie sich auf den Ruhebänken entlang des Radweges von Friedenfels nach Reuth niederlassen." Hier kümmere sich der Rentner um zwei Ruhebänke, ein Marterl und mehrere Nistkästen. Zu dem breit gefächerten Engagement des Geehrten zählte Gottfried Härtl auch die kostenlose Unterstützung mit Materialien und zahlreichen Arbeitsleistungen für Friedenfelser Vereine. Beim Ausbau ihrer Vereinsheime habe Walter Konhäuser besonders dem Turn- und Sportverein Friedenfels sowie dem Schützenverein Frauenreuth geholfen. Der Bürgermeister erwähnte auch die vielen Pokalspenden für Siegerehrungen bei sportlichen Wettbewerben.

Lotte Irmer sozial im Einsatz

Zweiter Bürgermeister Oskar Schuster hielt die Laudatio für Lieselotte Irmer. Die rüstige 90-Jährige sei vielen Friedenfelsern besonders durch ihr großes Engagement um das Bayrische Rote Kreuz bekannt. "Ihr soziales Wirken begann bereits nach dem Krieg durch ihre Arbeit in einem Lazarett sowie in Flüchtlingslagern", betonte der Sprecher.

Bei der Friedenfelser Rotkreuzbereitschaft fungierte sie viele Jahre als stellvertretende Bereitschaftsleiterin und nahm an zahlreichen Sanitätsausbildungen sowie an der Ausbildung zur Notfallmedizinerin teil, hieß es in der Laudation. Nach dem Fall der Mauer habe Lieselotte Irmer Übersiedler aus der DDR betreut, sie habe Sonderzüge mit Behinderten begleitet und Friedenfelser Senioren in verschiedenen Heimen besucht. "Dass dabei ein Geburtstagsständchen oder ein passendes Gedicht nicht fehlen durfte, versteht sich von selbst", meinte der Laudator. "35 Jahre lang leitete Lotte, wie sie von den Friedenfelsern genannt wird, auch die Altenstube und kümmerte sich besonders engagiert um ihre Mitbürger." Zu einem großen Hobby wurde für Lieselotte Irmer das Fotografieren, wusste Oskar Schuster. Lange vor dem digitalen Zeitalter habe sie Ereignisse im Erholungsort mit ihrer Kamera festgehalten und unzählige Friedenfelser mit Momentaufnahmen überrascht.

Auch die Mitgliedschaft in vielen Vereinen hob Schuster hervor. Besonders aktiv war Irmer im Fichtelgebirgsverein und im Trachtenverein. "Im Dirndl präsentierte sie mit ihren Tanzpartnern bei unzähligen Heimatabenden und Festen Tradition und Brauchtum." Großen Stellenwert im Leben der Geehrten habe immer ihre Familie gehabt. "Dazu gehörte, dass sie sich mit großer Leidenschaft um ihren Gemüsegarten und ihre Blumenbeete kümmerte." Sichtlich gerührt nahm Lieselotte Irmer, die seit 2016 ihren Lebensabend im Seniorenheim Erbendorf verbringt, unter großem Applaus die Bürgermedaille entgegen.

Dank des Bürgermeisters

Bürgermeister Gottfried Härtl nutze seinen letzten Auftritt als Gastgeber eines Neujahrsempfangs auch, um sich bei einigen Mitbürgern im Namen der Gemeinde sowie persönlich zu bedanken. Monika Seidel würdigte er für die über 30-jährige Leitung der "kleinen, aber fein sortierten Gemeindebücherei". Emmeram Trottmann dankte er für seine Tätigkeit in Kreistag und Gemeinderat sowie seinen Einsatz für Friedenfelser Vereine. Karl Wittmann dankte er für die Organisation des Weihnachtsmarktes sowie Marie-Luise Schraml für ihr Engagement um die Gruppe "Fit und gesund".

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