26.07.2021 - 13:08 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Gemeinderat Friedenfels beschließt Tempo 30 zum Schutz der Fußgänger

Die Friedenfelser Gemeinderäte reagieren auf Bitten der Bürger: Eine Geschwindigkeitsbeschränkung soll für mehr Sicherheit der Fußgänger sorgen. Diskussionspunkt war auch die Zukunft des Freibads.

Tempo 30 wird demnächst in der Sieglestraße ab dem Dorfladen (links) bis zur Einmündung des Radwegs nach Thumsenreuth gelten.
von Bernhard SchultesProfil

Wegen der mittlerweile vielen An- und Nachfragen von besorgten Bürgern zu einer Geschwindigkeitsbeschränkung in der Sieglestraße hatte Bürgermeister Oskar Schuster dieses Thema auf die Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatsitzung in Friedenfels gesetzt. Das Gemeindeoberhaupt wusste von zahlreichen Senioren, die auf dem Weg zum Besuch von Gräbern auf dem Friedhof wegen der teils engen Straßenführung bereits mehrmals beängstigende Verkehrssituationen hätten meistern müssen. Bürgermeister Oskar Schuster schlug deshalb eine Beschränkung auf Tempo 30 km/h in dem Teilbereich vom Dorfladen vorbei am Friedhof bis zur Einmündung Sonnengasse vor.

Zweiter Bürgermeister Christian Bischof ging in der anschließenden Diskussion sogar noch weiter und empfahl, diese Geschwindigkeitsbeschränkung durch den Ortsteil Unterneumühle bis zum Sägewerk fortzuführen. Während der erste Teilabschnitt auf Konsens im Gremium stieß, plädierten vier CSU-Gemeinderatsmitglieder (Erwin Bächer, Johannes Härtl, Uwe Heider und Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg) dafür, im zweiten Teilabschnitt die bisherige 50-km/h-Regelung zu belassen. Da sich jedoch acht Gemeinderäte und der Bürgermeister für eine Tempo-Drosselung im gesamten Abschnitt aussprachen, gilt demnächst die 30-km/h-Begrenzung ab dem Friedenfelser Dorfladen durch den Ortsteil Unterneumühle und das Sägewerk bis hin zur Einmündung des Radweges nach Thumsenreuth.

Sanierung des Freibads

Im Vorfeld der Gemeinderatssitzung hatte Johannes Härtl (CSU) eine Aussprache zum Thema Freibad beantragt. Im Detail ging es ihm darum, die künftige Personalplanung sowie Fördermöglichkeiten für eine Sanierung zu erörtern. Während der Diskussion hob Johannes Härtl hervor: „Ich verstehe nicht, warum im aktuellen Haushalt keine Beträge für das Freibad vermerkt wurden.“ Lisa Rauh (Grüne/Bündnis 90) fügte an: „Der Förderkreis Freibad hat im letzten Jahr eine zweckgebundene Spende von 10.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie an die Gemeinde übergeben. Es ist schade, dass leider noch nichts gemacht wurde.“ Reinhard Stummreiter (Freie Wähler) meinte, man sollte „das Engagement um das Freibad sowie des Förderkreises nicht schlecht reden“. Zu bedenken gab er aber, „dass im Dorf in nächster Zeit Dinge anstehen", die wichtiger als das Freibad seien. "Ich sehe deshalb wenig Spielraum, um auch noch das Schwimmbad schultern zu können“, meinte der Fraktionssprecher der Freien Wähler.

Nicht unbeantwortet ließ Bürgermeister Oskar Schuster die Fragen und Hinweise von Johannes Härtl und Lisa Rauh. Schuster: „Ich habe im Haushalt all die Dinge vorgesehen, wo ich der Meinung war, die sind wichtig und sinnvoll. Zudem gab es bei der Vorstellung des Haushalts keine Wünsche und Hinweise vonseiten des Gemeinderates, hierfür eine finanzielle Summe bereitzustellen.“ Zur von Lisa Rauh geforderten Machbarkeitsstudie betonte das Gemeindeoberhaupt: „Bereits 2016 wurde eine Machbarkeitsstudie, die sich über vier Leitzordner ausbreitet, erstellt und steht seitdem im Schrank. Wie der Scheck im letzten Jahr übergeben wurde, habe ich die Versammlung gebeten, Wünsche, Vorschläge und Ideen für eine Sanierung und den Weiterbetrieb bei mir einzureichen. Zu meiner damaligen Forderung habe ich bis heute aber noch keine einzige Antwort erhalten. Ein gewisses Grundkonzept von unserer Seite aus sollte schon vorhanden sein, bevor wir einen Planer beauftragen.“

Karl Zeh (Grüne/Bündnis 90) hingegen meinte, dass dieses Grundkonzept besser ein Planer erstellen könne. „Diese Leute haben das Fachwissen und können sachlich eher umsetzen, was machbar ist und was nicht.“ Christian Mitterbauer (CSU) regte aber trotzdem an, dass sich auch der Gemeinderat bei einer Vorortbesprechung ein Bild verschaffen sollte. Diesem pflichtete Lisa Rauh (Grüne/Bündnis 90) bei. „Jedoch sollte hierbei unbedingt ein Planer mit anwesend sein“, so die Fraktionssprecherin. „Die Verwaltung kümmert sich um einen Fachmann und nach der Sommerpause wird das Thema Freibad erneut auf der Tagesordnung sein“, versprach Bürgermeister Oskar Schuster.

Anschaffungen für Feuerwehr

Damit die Feuerwehr ihre Einsatzbereitschaft weiter beibehalten kann, musste die Wehr vor kurzem Ersatzbeschaffungen, aber auch einige Neuanschaffungen tätigen, wie Gemeinderat und Feuerwehrkommandant Christian Bischof vor dem Gremium berichtete. Weiter informierte der stellvertretende Bürgermeister: „Im Herbst 2020 wurden vier neue Atemschutzgeräte angeschafft, die alten Atemschutzmasken wurden als Reserve aufbewahrt. Allerdings sind diese nicht mehr brauchbar und müssen nun aus dem Verkehr gezogen werden. Die Feuerwehr hat Angebote eingeholt und die neuen Atemschutzmasken zum Preis von 1332 Euro bereits erhalten.“ Außerdem berichtete Bischof, dass bei einer Benzinpumpe das Gehäuse geborsten sei; auch hier sei unbedingt Ersatz notwendig gewesen. Die Kosten beliefen sich auf 619 Euro. Auch waren Feuerwehrhelme, Überjacken und Hosen verschlissen, die mittlerweile ebenfalls ersetzt wurden. Für das Auspumpen von vollgelaufenen Kellern benötigt die Feuerwehr außerdem eine Elektrotauchpumpe, wusste Christian Bischof.

Bürgermeister Oskar Schuster ergriff daraufhin das Wort und verkündete, dass die Kosten für die Neuanschaffung sowie für alle bereits getätigten Ersatzbeschaffungen 8786 Euro betragen. „Ich glaube, wir alle wollen nicht, dass wegen eines Materialfehlers oder fehlender Gerätschaften Personen zu Schaden kommen. Ich bitte deshalb um die Genehmigung der angefallenen Kosten.“ Das geschah durch die Gemeinderäte einstimmig.

Hier ein weiterer Bericht zur Gemeinderatssitzung in Friedenfels

Friedenfels

„Der Förderkreis Freibad hat im letzten Jahr eine zweckgebundene Spende von 10.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie an die Gemeinde übergeben. Es ist schade, dass leider noch nichts gemacht wurde.“

Gemeinderätin Lisa Rauh (Grüne/Bündnis 90)

 

 

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