28.12.2020 - 11:02 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Hilfe für Kinder in Katastrophengebieten

Kindern in Krisenregionen ein Stück Kindsein zurückbringen. Dieser Aufgabe haben sich die Aid Pioneers verschrieben. Einer von ihnen ist der Friedenfelser Constantin Gemmingen. Nach der Hilfe in Beirut folgen Spenden für Irak.

Constantin Gemmingen (Bild) ist Mitglied bei den Aid Pioneers, eine Initiative junger Erwachsener. Sie bitten um Spenden, um Wünsche bedürftiger Kinder und Jugendlicher zu erfüllen.
von Bernhard SchultesProfil

Katastrophen passieren immer wieder in unserer Welt. Plötzlich entreißen sie Kinder ihrem Alltag und verändern ihr Leben. Schnelle internationale Hilfe gewährleistet den Wiederaufbau oder die Bereitstellung von Nahrung und Wasser. Dies ist wichtig, weiß auch Constantin Gemmingen. Zusammen mit weiteren jungen Erwachsenen engagiert er sich. Die Aid Pioneers helfen nach Katastrophen den Schwächsten in der Kette – den Kindern.

Die vielen Kinder und Jugendlichen in Beirut, die bei der verheerenden Explosion im August ihr Zuhause verloren haben, hat die Gruppe bereits mit über 1000 Kilogramm Sachspenden unterstützt. Auf sechs Flügen wurden Schreibwaren, Kuscheltiere, Spielsachen und Brettspiele für Mädchen und Jungen transportiert, die sonst keine Möglichkeit hätten, sich Kindheitsträume nach der Katastrophe zu erfüllen.

Bereits während seines Studiums interessierte sich Constantin Gemmingen für die Aid Pioneers. Vor einigen Monaten traf er einen Freund von früher, der Mitgründer von Aid Pioneers war und Constantin Gemmingen ausführlich über die Projekte unterrichtete. Beruflich ist der Friedenfelser als Maschinenbauingenieur in einem Medizintechnik-Unternehmen in Berlin tätig. Und da der Hauptstandort der Initiative Berlin ist, „war die Mitarbeit bei Aid Pioneers eine Fügung“, berichtet Constantin Gemmingen. Als Aid Pioneer habe er jetzt die Möglichkeit, da zu helfen, worüber viele Medien oft nur kurz oder gar nicht berichten.

Flugbrücke organisiert

Nicht verschweigen will Constantin Gemmingen beim Gespräch mit Oberpfalz-Medien, dass sie teilweise mit nicht vorhersehbaren Schwierigkeiten konfrontiert werden. „Nach der Explosion der Lagerhalle in Beirut war die erste Aufgabe: Wie bringen wir die Sachspenden von Deutschland in den Libanon? Nach 500 Anrufen und über 100 E-Mails war die Logistik hinter einer Flugbrücke dann organisiert.“ Constantin Gemmingen weiter: „Mit der Fluggesellschaft Sundair aus Stralsund hatten wir nach vielen gescheiterten Versuchen eine verlässliche Partnerin gefunden und mit sechs Flügen die Sachspenden nach Beirut geschafft. Mehr als 1000 Kindern haben wir damit das Leben in den Trümmern wenigstens ein bisschen verschönert."

"Jeder kann ein Projekt für Aid Pioneers vorschlagen."

Constantin Gemmingen

Noch während des Beirut-Projektes kam es auf Lesbos (Griechenland) zu einem Brand im Flüchtlingslager Moria, berichtet Constantin Gemmingen. "Auch hier wollten wir nicht wegschauen, sondern aktiv werden. Uns fielen Flüge der Bundesregierung auf, die einmal wöchentlich aus Griechenland kommend Flüchtlinge nach Hannover brachten. Die gecharterten Maschinen flogen dabei leer wieder nach Griechenland zurück, weshalb wir beim Bundesinnenministerium nachfragten, ob wir die leeren Frachtkapazitäten nutzen dürfen“, erzählt der Friedenfelser. Er freut sich, dass am 3. Dezember auf einem ersten Flug nach Athen 300 Kilogramm Winterkleidung für Kinder transportiert werden konnten. „Die Spenden wurden in Athen an die International Organisation for Migration übergeben, die die Verteilung koordiniert.“

Schulmaterial für Waisenhaus

Ein weiteres Projekt soll im nächsten Jahr im Irak initiiert werden, weiß Constantin Gemmingen. „Dort wollen wir mit anderen deutschen Organisationen kooperieren, um bei der Lieferung von Schulmaterial in ein Waisenhaus im irakischen Kurdistan zu helfen. Aid Pioneers ist eine Initiative junger Menschen, die andere Organisationen im Bereich Logistik unterstützt. Bisher haben wir immer kostenlos Hilfe geleistet und Spielsachen und Lernmaterial in Form von Spenden angenommen. Nun sammeln wir aber auch finanzielle Spenden. Damit wollen wir in Zukunft hochwertiges Schulmaterial und warme Kleidung kaufen sowie mehr Logistikplatz in Anspruch nehmen, um noch mehr Kindern zu helfen.“

Constantin Gemmingen weiter: „Den Link zu unserer Kampagne findet man unter https://www.aidpioneers.com." Im Irak wird Constantin Gemmingen im nächsten Jahr selbst vor Ort sein. „Einerseits macht es das Verschicken von Spenden einfacher, wenn es einem Flugpassagier mitgegeben werden kann und anschließend am Zielflughafen von einer Organisation abgeholt wird. Andererseits ist es für den Empfänger ein Zeichen der Wertschätzung, wenn die Verantwortlichen der Hilfeleistung vor Ort sind. Beides zusammen bietet mir aber auch die Möglichkeit, die Spenden sicher ans Ziel zu leiten.“

Außer um Helfer und Unterstützer wirbt Constantin Gemmingen aber auch für weitere Projekte und betont: „Jeder kann ein Projekt für Aid Pioneers vorschlagen. Bisher sind manche Projekte eher aus Zufall oder durch Fügung entstanden. Trotz unserer mittlerweile umfangreichen Hilfe befinden sich die Aid Pioneers noch in einer Startphase. Eine große Hilfe für uns ist dabei auch das mündliche Verbreiten unserer Aktivitäten sowie die Unterstützung über Soziale Medien. Viele Projekte liegen noch vor uns.“ Constantin Gemmingen fährt fort: „Bei Aid Pioneers arbeiten ausschließlich junge Menschen. Alle arbeiten ehrenamtlich und jede Spende kommt ohne Abzüge dem Projekt zugute. Helfen Sie uns - jeder Betrag, ob 5 Euro oder 500 Euro, verbessert den Alltag notleidender Kinder.“

Hier ein Bericht über Projekte der Aktion Feuerkinder

Waldsassen

 

 

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