22.12.2020 - 14:27 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Hilfe auch bei der Ausbildung

Das Projekt "Feuerkinder" ist in Tansania stärker denn je gefordert. Initiatorin Dr. Annemarie Schraml berichtet von Erfolgen und darüber, wie geholfen wird.

von Externer BeitragProfil

Dr. Annemarie Schraml aus Waldsassen freut sich über jede Unterstützung und Hilfe aus Deutschland. Die Initiatorin des Projektes „Feuerkinder“ ist mit den Mitarbeitern im Nkoaranga-Krankenhaus und dem Usa-River-Reha-Center in Tansania ständig in Kontakt. Sie berichtet: "Die Aufgaben des Projektes haben sich aktuell erweitert und wir wollen im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützend tätig werden, da es derzeit für viele Menschen, auch ehemalige Patienten, um Leben und Tod geht."

Infolge der Corona-Schutzmaßnahmen und des vollständigen Ausfalls des Tourismus und dadurch bedingte Arbeitslosigkeit würde Armut verstärkt auftreten. Dr. Annemarie Schraml: "Oft hatte nur ein Familienmitglied ein regelmäßiges Einkommen. Wenn das wegen Corona wegbricht, muss die gesamte Familie hungern, können Schulgeld und Gesundheitskosten nicht bezahlt werden." Patienten könnten die Krankenhausrechnung nicht begleichen. "Das hat zur Folge, dass die Einnahmen des Krankenhauses niedrig sind, so dass Löhne der Mitarbeiter und Medikamente nicht bezahlt werden können."

Die Initiatorin des Projektes „Feuerkinder“ hebt in ihrem Bericht hervor: "Trotz aller großen Probleme und persönlicher Betroffenheit bei uns dürfen wir die Menschen in Afrika nicht vergessen und müssen besonders wegen unserer christlichen Verantwortung helfen." Sie verweist auf ein afrikanisches Sprichwort: Viele kleine Menschen, die an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht unserer Welt verbessern.

Und so gehe es darum, die Unterstützung armer Menschen mit Lebensmitteln, Hygieneartikeln, Bettwäsche und Kleidung fortzusetzen. Dr. Schraml: "Bei der Organisation helfen weiterhin Mitarbeiter des Usa-River-Reha-Center und Pastoren, die für die armen und behinderten Menschen sensibilisiert sind." Wichtig ist Dr. Annemarie Schraml auch die Unterstützung ehemaliger Patienten bei Aus- und Weiterbildung. Ein Beispiel: Peter, 2002 und 2003 weil gehunfähig an schweren Klumpfüßen operiert, habe in diesem Jahr das Abitur abgelegt. Er werde nun für das Lehramtsstudium an der Universität Mwanza unterstützt. Die Waldsassenerin blickt auch auf Joel, „schwer verletzt nach einem Löwenangriff und nun weitgehend wiederhergestellt“. Er werde als Betreuer von Jungen in einem Internat von „Help for the Massai“ gefördert.

Medizinstudium abgeschlossen

Godnester Muungure habe Ende Oktober 2020 das vom "Feuerkinder"-Projekt finanzierte Medizinstudium abgeschlossen. Sie müsse nun ein Jahr in einem staatlichen Hospital arbeiten und kehre dann als Ärztin an das Nkoaranga-Krankenhaus zurück. Dr. Annemarie Schraml verweist in dem Zusammenhang auf die Unterstützung des Bachelor- beziehungsweise Masterstudiums von vier Mitarbeitern des Nkoaranga-Krankenhauses.

Narkosegeräte

In der letzten Novemberwoche ging eine Luftfracht mit medizinischen Materialien, Gehhilfen, Stricksachen und zwei Narkosegeräten nach Tansania und wurde in das Nkoaranga-Krankenhaus gebracht. "Die Freude über die Fracht ist sehr groß." Der vielfache Dank aus Tansania sei sehr bewegend. "Zum Beispiel von Mama Mokoro mit ihren vier Kindern. Ihr Mann, der Schreinermeister des Usa-River-Reha-Centers, war vor drei Jahren plötzlich verstorben. Die Tochter Eunice wird für das Studium, die drei Söhne beim Schulbesuch unterstützt."

Äußerst erfreulich sei, dass in dem mit Unterstützung von „Ein Herz für Kinder“ gebauten und eingerichteten OP-Trakt gearbeitet werden könne. "Alle Beteiligten in Tansania und Deutschland warten auf die Einweihung, die hoffentlich im Frühjahr - wenn die Corona-Pandemie das Reisen erlaubt – erfolgen kann." Dr. Annemarie Schraml schließt ihren Bericht mit den Worten: "Die Menschen in Tansania brauchen weiterhin unsere Unterstützung."

Hier ein weiterer Bericht zum Einsatz der Aktion "Feuerkinder"

Tirschenreuth
Hintergrund:

Projekt "Feuerkinder"

  • Schwere Verbrennungen: Die Bezeichnung "Feuerkinder" kommt von den Kindern, die in den einfachen Hütten, in denen viele tansanische Familien leben, immer wieder in die offenen Feuerstellen geraten. Dabei erleiden sie oft schwere Verbrennungen, die meist nicht medizinisch versorgt werden. Die Folgen sind häufig gravierende körperliche Behinderungen.
  • Ärzte operieren kostenlos: Seit vielen Jahren kommen Ärzte und medizinisches Fachpersonal zum Teil mehrmals jährlich während ihres Urlaubs nach Tansania und operieren kostenlos diese "Feuerkinder". Darüber hinaus werden Kinder mit Klumpfüßen, Unfallopfer und Kinder mit Fehlstellungen von Knochen (X- und O-Beine) operativ und konservativ behandelt. Durch diese Maßnahmen sind die betroffenen Kinder wieder in der Lage, die Schule zu besuchen und einen Beruf zu erlernen. So können sie der Armutspirale entkommen.
  • Spendenkonto: Stiftung Hilfen für Tansania, Projekt "Feuerkinder", IBAN: DE53 5206 0410 0103 5099 82, BIC: GENODEF1EK1.
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