16.07.2019 - 10:43 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Dem Himmel ganz nah

Die Berggottesdienste sind beliebt. Am Sonntag kamen rund 300 Gläubige und beteten vor der imposanten Kulisse am Weißenstein.

Viele Christen beteiligten sich am Berggottesdienst der evangelischen Kirchengemeinden Waldershof, Neusorg, Mitterteich, Thumsenreuth und Krummennaab vor der imposanten Kulisse der Burgruine Weißenstein.
von Bernhard SchultesProfil

Zwölf Berggottesdienste bieten die evangelischen Gemeinden rund um Steinwald und Fichtelgebirge in diesem Jahr an. Am Sonntag kamen etwa 300 Gläubige zum Weißenstein in den Steinwald.

Vor der imposanten Kulisse der Burgruine Weißenstein hatte die Gesellschaft Steinwaldia Pullenreuth mit ihrem Vorsitzenden Norbert Reger alle Voraussetzungen für den alljährlich beliebten Gipfelgottesdienst getroffen. Pfarrer Andreas Kraft aus Waldershof und Pfarrer Martin Schlenk aus Mitterteich dankten noch vor dem Gottesdienst unter freiem Himmel den Mitgliedern für die umfangreichen Vorbereitungen. Neben Wanderern und Mountainbikern kamen auch zahlreiche ältere Menschen, die das Angebot der Fahrten mit den Shuttle-Bussen gerne nutzten.

An die Adresse der Gläubigen gerichtet, meinte Pfarrer Kraft zu Beginn des Gottesdienstes: „Ihr seid die Mutigen, ihr habt trotz des nicht idealen Wetters den Weg herauf zur Burg gefunden. Ihr seid hinausgegangen in die Natur, um von Gottes Kraft etwas zu spüren.“ Die starken Mauern der Burg verglich der Pfarrer mit dem Thema des Gottesdienstes - "eine feste Burg ist unser Gott". Und er betonte: "Gott ist ewig.“

Einen besonderen Gruß richtete der Geistliche an den vereinigten Posaunenchor Thumsenreuth-Krummennaab, Waldershof und Mitterteich unter der Leitung von Werner Klüher sowie an den Kirchenchor Waldershof unter der Leitung von Carol Bischoff. Zusammen hatten sie die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes übernommen und bekamen am Ende langen Applaus.

Ein Mix aus allen Wetterlagen begleitete den eindrucksvollen Berggottesdienst – nach anfänglichen Nebelschwaden, leichtem Regen und immer wieder hervorblitzenden Sonnenstrahlen "meinte es der Himmel dennoch gut mit uns Kirchenbesuchern", sagten die beiden Geistlichen am Ende des Gipfelgottesdienstes. Doch während der Predigt im Freien wurde der leichte Regen Pfarrer Martin Schlenk etwas zu viel: „Ich habe zwar nichts gegen Wasser, aber wenn es einen während der Predigt laufend auf den Kopf regnet, muss man Abhilfe schaffen“, so Pfarrer Martin Schlenk und setzte während seiner eindrucksvollen Predigt unter den Blicken schmunzelnder Gläubiger flugs eine Mütze auf.

Der Geistliche nutzte bei seiner Predigt auch die Gelegenheit, daran zu erinnern, "was in der Welt vor sich geht". „Klimawandel, Zerstörung der Schöpfung, Krisen, persönliche Schwierigkeiten und Probleme, viele fragen sich, wo ist da Gott. Wo ist seine Macht zu spüren? Hat er vielleicht der Welt den Rücken gekehrt?“ Diese Fragen ließen uns oft eher zur Skepsis neigen als zur Zuversicht oder zur Resignation als zu einem fröhlichen Glauben. „Dennoch ist Gott unser Mittelpunkt. Er ist der Entscheidende und durch ihn haben wir einen Helfer, eine Zuflucht und durch ihn haben wir eine Hoffnung“, sagte Pfarrer Martin Schlenk mit Nachdruck.

Nach dem Gottesdienst nutzten viele Besucher das Angebot der Gesellschaft Steinwaldia Pullenreuth zur Stärkung. Schmackhaftes vom Grill und verschiedene Getränke gaben Kraft für den Heimmarsch oder für die Fortsetzung der Wander- und Radtour. Auch nutzten einige Gottesdienstbesucher ihren Aufenthalt an der Burgruine vor der Rückfahrt mit den Shuttle-Bussen, über die Treppen die Plattform des Weißensteins zu besteigen. „Wer weiß, wann ich hier mal wieder so bequem rauf komme“, war mehrfach zu hören.

Pfarrer Andreas Kraft aus Waldershof (links) und Pfarrer Martin Schlenk aus Mitterteich (rechts) gestalteten den vierten von insgesamt zwölf Gipfelgottesdiensten in diesem Jahr.

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