15.10.2020 - 15:22 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Imker-Kreisverband Tirschenreuth warnt: Neuer Feind der Honigbiene ist nah

397 Mitglieder gehören dem Imkerkreisverband Tirschenreuth an. An die Spitze rückte im Frühjahr ein neuer Vorsitzender. Martin Fischer hatte wegen Corona aber keinen leichten Start.

Bei der Jahreshauptversammlung des Imker-Kreisverbandes Tirschenreuth würdigten der neue Kreisvorsitzende Martin Fischer (rechts) und sein Stellvertreter Gerhard Schraml (links), die langjährige Arbeit ihrer Vorgänger. Für ihre langjährige ehrenamtliche Tätigkeit bekamen Johann Schön und Klaus Schmidt je eine Dankurkunde und einen besonders schmackhaften Verpflegungskorb.
von Bernhard SchultesProfil

Kreisvorsitzender Martin Fischer aus Großkonreuth freute sich über das Interesse aus den Ortsvereinen. Zur Kreis-Jahreshauptversammlung hatten sie Abordnungen in die "Schloßschänke Friedenfels" entsandt. Aufgrund der aktuellen Hygienevorschriften und Abstandsregeln kamen in diesem Jahr aber weniger Bienenzüchter.

Fischer erinnerte in seinem Tätigkeitsbericht an den Start im Frühjahr mit der Delegiertenversammlung, bei der ein neuer Vorstand gewählt wurde. Wegen der fehlenden Zusammenkünfte aufgrund der Pandemie stellte Fischer den Besuchern und Mitgliedern des Kreisverbandes die neue Mannschaft vor. Ihm zur Seite stehen Zweiter Vorsitzender Gerhard Schraml (Imkerverein Neusorg), Schriftführerin Martina Gropengießer (Imkerverein Falkenberg), Kassier Josef Grillmeier (Imkerverein Waldsassen) sowie die Kassenprüfer Rudolf Habel und Werner Schaumberger (beide Imkerverein Fuchsmühl).

Ein großes Anliegen war Fischer eine ehrenvolle Verabschiedung von zwei besonders aktiven und langjährigen Vorstandsmitgliedern. Mit einer Dankurkunde und einem großen Verpflegungskorb entließ er den ehemaligen Zweiten Vorsitzenden Klaus Schmidt und den Ersten Vorsitzenden Johann Schön in den "Ruhestand". Der große Beifall durch die Besucher war ein sichtlicher Beweis für die jahrelange Arbeit im Kreisvorstand.

Ungenügendes Nahrungsangebot

Bürgermeister Oskar Schuster würdigte in einem Grußwort die Arbeit der Imker und wünschte den Anwesenden, dass sie auch künftig, trotz vieler Hindernisse, immer Freude an ihrem Hobby haben. In seinem weiteren Tätigkeitsbericht forderte der Kreisvorsitzende einen weiterhin stetigen Einsatz für das Wohl der Bienen. "Vor allem die mittlerweile recht zahlreich vorhandenen Jungimker in den Vereinen haben den Ortsgemeinschaften und dem Kreisverband gut getan." Trotz vieler Bemühungen in den vergangenen Jahren gebe es für die Imkerei weiter die Problematik, dass das Nahrungsangebot für die Bienen das gesamte Jahr noch immer nicht ausreichend vorhanden sei. Der Klimawandel trage dazu bei, war man sich an den Tischen einig. "In den Frühjahrsmonaten und Anfang der Sommermonate war eigentlich genug Nahrung vorhanden, doch im Anschluss und jetzt eher spärlich", wusste Fischer.

Vortrag über Honigvermarktung und Absatzwege bei der Jahresversammlung des Imkerkreisverbandes

Friedenfels

Neben den bekannten Schädlingen für die Bienen machte der Kreisvorsitzende auch auf künftige Bedrohungen aufmerksam. So hätten mittlerweile einige europäische Länder Schwierigkeiten mit dem kleinen Beutenkäfer. "Er ist ein gefürchteter Bienenschädling, die Larven und die ausgewachsenen Käfer fressen Honig, Pollen und bevorzugt Bienenbrut", wusste Martin Fischer. "Derzeit hält er sich in Italien auf, ich hoffe, da bleibt er", meinte der Kreisvorsitzende augenzwinkernd.

Sorge vor Asiatischer Hornisse

Näher herangerückt sei die Asiatische Hornisse, fuhr der Redner fort. "30 Kilometer ist sie noch von Bayern entfernt. Sie wird der neue Feind unserer Honigbiene, für uns Imker vermutlich eine weitere Bedrohung", betonte Martin Fischer.

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