28.02.2021 - 12:19 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Kein Ackerland für Photovoltaik in Voitenthan

Freiflächen-Solaranlagen beeinträchtigen das Landschaftsbild und sollten nicht auf Ackerflächen entstehen. Diese Meinung vertritt die Mehrheit im Friedenfelser Gemeinderat. Zustimmung gab es dagegen für den Kauf eines Bauhof-Fahrzeugs.

Ein Investor möchte im Ortsteil Voitenthan eine Freiflächen-Photovoltaikanlage errichten. Als Standort sind 6,5 Hektar (von der Bildmitte Richtung Waldrand hin zur Ortschaft Güttern, rechts im Bild) vorgesehen. Zustimmung erhielt das Vorhaben jedoch nur von zwei Gemeinderatsmitgliedern.
von Bernhard SchultesProfil

Recht umfangreich gestaltete sich die jüngste Gemeinderatssitzung. Neben der Kläranlage gab es weitere wichtige Themen. Ein letztes Mal traf man sich in der Schule, künftig tagt man wieder in der Steinwaldhalle. Eine Voranfrage für die Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage im Ortsteil Voitenthan löste eine Grundsatzdiskussion aus.

Ein Investor möchte nördlich der Ortschaft Voitenthan auf einer Fläche von 6,5 Hektar eine Solaranlage errichten. Die normale Bauhöhe sollte bei rund drei Metern liegen. Nach Meinung des Antragstellers würde die Anlage das Landschaftsbild nicht beeinträchtigen, da sie von der vorhandenen Wohnbebauung kaum einsehbar sei und sich in einem landwirtschaftlich benachteiligten Gebiet befinde.

Es könnte auch eine Bürgerbeteiligung angeboten werden, um die Anwohner finanziell am Gewinn des Solarparks teilhaben zu lassen, unterrichtete Bürgermeister Oskar Schuster weiter. „Die Gemeinde Friedenfels müsste ein Bauleitverfahren mit Änderung des Flächennutzungsplanes und parallel dazu mit Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans durchführen. Alle bei der Planung anfallenden Kosten und Risiken werden von der Investor-Firma getragen. Die Planungshoheit liegt bei der Gemeinde Friedenfels.“ Der Gemeinderat musste nun prüfen, ob die Errichtung eines Solarparks auf dieser Fläche möglich und gewünscht ist.

„Sie passen nicht ins Landschaftsbild, und außerdem soll Ackerland Ackerland bleiben.“

Reinhard Stummreiter

Gemeinderat Reinhard Stummreiter (Freie Wähler) eröffnete die Diskussionsrunde. Er sprach sich zwar für erneuerbare Energien aus, lehnte aber große Solarparks allgemein ab. „Sie passen nicht ins Landschaftsbild und außerdem soll Ackerland Ackerland bleiben.“ Seine Fraktionskollegin Gertraud Wildenauer verwies ferner darauf, dass auf der anderen Seite Bauanträge von Bauwilligen im Außenbereich fast nie genehmigt würden. Auch Christian Bischof (SPD) war anderer Meinung als der Investor und bezweifelte, dass die Anlage nicht einsehbar sei. Das Landschaftsbild werde trotzdem beeinträchtigt.

Zwei Stimmen von den Grünen

Lisa Rauh und Karl Zeh (Bündnis 90/Die Grünen) hingegen konnten sich an der gewünschten Stelle schon einen Solarpark vorstellen. „Für die Biodiversität ist es ein Vorteil. Die biologische Vielfalt an Pflanzen und Tieren wird wachsen, da auf der Fläche keine Einträge mehr anstehen“, meinte die Fraktionssprecherin der Grünen.

Dem Argument „Ackerland soll Ackerland bleiben“ schloss sich der stellvertretende Fraktionssprecher der CSU, Christian Mitterbauer, an. Für seinen Parteikollegen Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg galt zudem die Devise, „dass auf Flächen, wo man Lebensmittel produzieren kann, keine Energiegewinnung angestrebt werden sollte“. Das abschließende Votum über die Photovoltaik-Freiflächenanlage erbrachte deshalb nur die Zustimmung durch die beiden Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen, Lisa Rauh und Karl Zeh.

Auch in Falkenberg diskutierte der Marktrat über Solaranlagen

Falkenberg

Die Anforderungen an die Kommunaltechnik steigen ständig. Wie Bürgermeister Oskar Schuster informierte, beabsichtigt die Gemeinde Friedenfels die Anschaffung eines Multifunktionsfahrzeuges für den Bauhof. „Die Aufgaben können dadurch schneller und effektiver erledigt werden. Der diesjährige Winter hat gezeigt, dass Räumarbeiten mit dem Balkenmäher und einer kleiner Schneefräse uneffektiv sind. Die Arbeitsbedingungen sind nicht mehr zeitgemäß", begründete das Gemeindeoberhaupt. Mit dem neuen Fahrzeug könnten Mäharbeiten, Kehrarbeiten, die Bewässerung der gemeindlichen Anpflanzungen sowie der Winterdienst mit Räumen, Streuen und Schneefräsen besser bewältigt werden.

Auch Wanderwege räumen

Beim Winterdienst sollen insbesondere die Gehwege, der Mehrzweckplatz, die Wege an der Steinwaldhalle sowie der Bereich um Schule, Kirche, Rathaus, Kindergarten und Feuerwehr bearbeitet werden. Angedacht ist zudem die Freihaltung von kleinen Orts-Parkplätzen sowie das Räumen von Wander- und Spazierwegen rund um Friedenfels. All das sei mit dem großen Schneepflug nur bedingt möglich, argumentierte Oskar Schuster. Die Verwaltung hatte deshalb mehrere Angebote eingeholt, die das Gemeindeoberhaupt präsentierte.

Lieber kein Gebrauchtfahrzeug

Eine Absage erteilte Oskar Schuster dem Ansinnen von Lisa Rauh, die sich nach Gebrauchtfahrzeugen erkundigte. „Diese Multifunktionsfahrzeuge haben viele Arbeitsstunden in den Kommunen und Städten hinter sich und sind zum Teil verschließen und verbraucht.“ Einen Pluspunkt bei der Beschaffung eines Neufahrzeuges sah Oskar Schuster durch zwei Vertragshändler in unmittelbarer Gemeindenähe. „Kundendienst und Wartung können somit immer zeitnah umgesetzt und erledigt werden.“ Einstimmig einigte sich daraufhin der Gemeinderat auf die Anschaffung eines knick- und allradgelenkten Geräteträgers von Typ „Hako Citymaster 650“ mit verschiedenen Anbaugeräten für den Ganzjahreseinsatz zum Preis von 100.864 Euro.

Weiterer Bericht zur Gemeinderatssitzung

Friedenfels

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