29.11.2020 - 10:59 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Künstler Robin Seur aus Friedenfels legt Diktatoren dieser Welt in Ketten

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22 großflächige Ölgemälde mit von ihm frei interpretierten Darstellungen aus der Bibel hat Robin Seur geschaffen: Die Offenbarung des Johannes hat der Künstler aus Friedenfels in die Gegenwart transferiert.

Vor seinem Gemälde "Die Hure Babylon" erklärt Robin Seur leidenschaftlich die Hintergründe, warum er die Offenbarung des Johannes gemalt hat. Er möchte mit seinen 22 Werken die Menschen zum Umdenken einladen. Denn der Prophet habe bereits gewusst, dass die Menschheit eines Tages die eigene Lebensgrundlage zerstören werde.
von Ulla Britta BaumerProfil

„Da wandte ich mich um, weil ich sehen wollte, wer zu mir sprach. Als ich mich umwandte, sah ich sieben goldene Leuchter und mitten unter den Leuchtern einen, der aussah wie ein Mensch…“ Diese Sätze sind Bibeltexte. Sie stammen aus dem ersten Kapitel der Offenbarung des Johannes. 22 Kapitel später endet die Offenbarung mit der Entstehung einer neuen Welt, in der die Menschen nach Jahren des Schreckens und der Zerstörung wieder vom Lebensbaum satt werden. Was zwischen diesen 22 Kapiteln geschrieben wurde, hat Künstler Robin Seur in 22 Gemälden dargestellt.

„Ich möchte damit die teils sehr schwierigen Bibeltexte verständlich machen“, nennt Seur einen der Gründe seiner Arbeit, die mit Pausen sieben Jahre in Anspruch nahm. Ein Bekannter habe mit ihm darüber gesprochen, dass bisher niemand die Offenbarung des Johannes ganz gemalt habe. Dies habe sein Interesse geweckt. „Teilszenen gibt es. Unter anderem hat Alfred Dürer 15 Holzschnitte gefertigt“, erklärt Seur. Er habe sich danach der Offenbarung intensiv gewidmet und sie interpretiert.

Kreative Hochphase in der Pandemie

„Mit dem ersten Teil hat sich Johannes leicht getan, die ersten sieben Kapitel beschreiben seine Zeitepoche.“ Danach sei ihm aufgefallen, dass die Texte schwieriger wurden. „Johannes wusste nicht, was er in seinen Visionen sah.“ Der 74-jährige Maler nahm es als seine Aufgabe an, diese Bibeltexte mit bildlichen Darstellungsformen zugänglicher zu machen. Sieben Kapitel interpretierte er im realistischen Stil. Diese Gemälde erinnern an Kirchenmalerei.

Ich möchte damit die teils sehr schwierigen Bibeltexte verständlich machen.

Robin Seur über seine Arbeit

Was der Evangelist in Kapitel 8 bis 15 zu sagen hatte, nahm der Meister der Malkunst zum Anlass, sich bunt, komödiantisch und fantasievoll auszudrücken. „Dann kam der Moment, an dem ich nicht mehr weiter wusste“, erklärt der Künstler seine folgende „Auszeit“ vor der Vollendung der Offenbarung. Bis Corona kam: Mit der Pandemie begann für den Künstler eine Hochphase an Kreativität

Weltgeschehen vorhergesehen

Warum das so sei, erklärt er mit jenen Visionen des Johannes, die für ihn zweifelsfrei Wahrsagungen auf die Jetzt-Zeit seien. Corona, Waldbrände, Klimaerwärmung, Dürre, die Meeresverschmutzung, vermüllte Flüsse, die Gier nach Geld und Macht: Die Katastrophen, verursacht von Menschenhand, habe der Prophet vor 2000 Jahren vorhergesehen und beschrieben. Robin Seur, der unter der Zerstörung der Natur sehr leidet, setzte im dritten Offenbarungsteil seinen Pinsel dafür ein, die Weltgeschehnisse als Mahnung an die Menschen zu richten, es endlich besser zu machen.

Mit teils erschreckend intensiver Aussagekraft hat Seur die sieben Plagen auf die Leinwand gebannt. Krankheiten wie Corona, die Wasserverschmutzung, die Feuer auf Erden las er aus Johannes Zeilen und malte sie. „Alles, was prächtig und glänzend war, hast du verloren…“, heißt es im 18. Kapitel, wo die „Hure Babylon“ auf Gemälde 18 für den heute wie damals gleichen Mammon „Geldgier“ Patin steht.

Aber was ist mit Hitler, Stalin, Saddam Hussein und weiteren Diktatoren in Ketten? Ein Wunschtraum des Künstlers, der die grausamen Herrscher im Kapitel 20 knebelt, bewacht von einem schneeweißen Engel. Nummer 22 zeigt das (erhoffte) Happy End: Mit den Lebensbäumen kehrt das Paradies zurück. So steht es in der Bibel.

Zerstörung der Lebensgrundlage

Wo fängt die Fantasie an und wo hört die Realität auf? Eine Frage, die Robin Seur im dazugehörigen Buch seiner Johannes-Offenbarung stellt. Mit seinem nun fertigen Werk möchte er bewusst das Gespräch darüber in Gang setzen, was den Menschen dazu bringt, dass er trotz offenkundiger Warnungen weiterhin die Zerstörung der eigenen Lebensgrundlage vorantreibt.

Religiöses Ansinnen sei nicht seine Triebfeder gewesen, betont Robin. Es sei ein Beitrag zum Umdenken für alle, welcher Glaubensrichtung auch immer sie angehören. Der Künstler bietet seine 22 jeweils einen Quadratmeter großen Ölgemälde für Ausstellungen an, gern auch in Kirchen. Mit einem kleinen dazugehörigen Büchlein mit Abbildungen seiner Werke und den dazugehörigen Bibeltexten lädt er Interessierte ein, sich intensiver in die Materie zu vertiefen.

In der Sibyllenbad-Galerie präsentierte der Künstler zusammen mit einer Schülerin seine Arbeiten

Bad Neualbenreuth
In Kapitel 16 („Die sieben Engel mit den Schalen des Zorns“) stellt Robin Seur dar, was seiner Meinung nach Johannes über die Zukunft ausgesagt hat. Vieles davon wie Krankheiten, Dürre, Feuer und die Wasserverschmutzung sei eingetroffen, so der Künstler.
Die Heerscharen des Himmels auf weißen Pferden in weißen Gewändern und "Das Wort Gottes" in ihrer Mitte: In Kapitel 16 wird diese Szene ausführlich und sehr dramatisch beschrieben.
Robin Seur hat für Kapitel 20 ("Die Tausendjährige Herrschaft") nicht nur den Teufel gefesselt.
Robin Seurs Ketten gelten unbeherrschten und grausamen Machthabern dieser Welt, darunter Adolf Hitler, Stalin und Saddam Hussein.
Zu den 22 Gemälden gibt es ein kleines Büchlein, in dem neben den Malereien die dazugehörigen Offenbarungs-Texte stehen. Robin Seur bietet es Interessierten an, die sich in Johannes Schriften vertiefen wollen.
Hintergrund:

Die alte Schule der holländischen Malkunst

  • Robin Seur wurde 1946 in Amsterdam geboren. Ab dem zarten Alter von acht Jahren malte er, als Kind galt sein Interesse den Tieren im Amsterdamer Zoo. Beruflich arbeitete Seur als Malermeister und Restaurateur.
  • Seine Malereien gehören zur "alten Schule" der holländischen Malkunst, wo offensichtlich seine Gene verankert sind. Er hat mit seiner Familie auf allen Kontinenten der Welt gelebt und ist seit den frühen 90er Jahren als renommierter Künstler weltweit anerkannt.
  • In Friedenfels hat Robin Seur eine neue Heimat gefunden, wo er seit vielen Jahren ein Atelier und eine Malschule betreibt. Fragen zur Offenbarung können per E-Mail an rseur[at]web[dot]de oder unter Telefon 09683/9299933 an den Künstler gerichtet werden. Mehr Informationen über Robin Seur im Internet (www.robin-seur.nl).

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