20.06.2021 - 16:40 Uhr
FriedenfelsOberpfalz

Umbau zum neuen Friedenfelser Rathaus: Räte fragen nach Einsparmöglichkeiten

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Es sind Millionen-Projekte: Der Gemeinderat Friedenfels hat dem Bauantrag zum Umbau des Lehrerwohnhauses zum neuen Rathaus sowie dem Breitbandausbau zugestimmt. Eine Debatte zum Rathaus blieb nicht aus.

Als erhaltenswert stuft der Denkmalschutz das Treppenhaus des ehemaligen Lehrerwohnhauses ein.
von Bernhard SchultesProfil

Seit vielen Jahren beschäftigt das alte Lehrerwohnhaus den Gemeinderat. Einst als Wohnraum für die Friedenfelser Lehrer der Grundschule, später als Arztpraxis - stets musste sich das Gremium mit Unterhalts- und Instandsetzungsarbeiten befassen. Nach der Schließung der Arztpraxis von Dr. Siegfried Steinkohl im Dezember 2017 meldete die Gemeindeverwaltung das leerstehende Gebäude als anstehende Sanierungsmaßnahme im Programm „Förderoffensive Nordostbayern“ an. Die Regierung der Oberpfalz erstellte daraufhin eine Wirtschaftlichkeitsberechnung und ermittelte den förderfähigen Betrag.

Nach mehreren Ideen seitens des Gemeinderats, darunter Wohnraumschaffung für Bürger oder Unterkünfte für Vereine und Jugend, reifte der Entschluss zum Umbau und zur Nutzung als neues Rathaus. Der damalige Bürgermeister Gottfried Härtl stellte die Maßnahme im Dezember 2019 zur Beschlussfassung im Gemeinderat vor. Bei nur einer Gegenstimme wurde das Vorhaben auf den Weg gebracht und das Architekturbüro Hilgarth mit Planentwürfen beauftragt. Nach Besprechungen und Ausfertigungen folgte ein fertiger Bauantrag zur Einreichung beim Landratsamt, der bereits in der Gemeinderatssitzung im Mai zur Diskussion vorlag. Die Fraktionen von Grünen/Bündnis 90 sowie der CSU wollten jedoch vor ihrer Zustimmung eine Bedenkzeit.

Sitzungssaal zurückstellen

Bei der erneuten Behandlung des Themas in der jüngsten Sitzung suchten beide Fraktionen sowie Mitglieder der Freien Wähler vor ihrer Zustimmung noch nach Einsparmöglichkeiten. Karl Zeh (Grüne/Bündnis 90): Da der geplante Sitzungssaal (im Anbau an das Lehrerwohnhaus) ein eigenes Gebäude ist, sollte man sich überlegen, diesen Teilabschnitt zurückzustellen und erst in späteren Jahren zu verwirklichen. Den jetzigen Mehrzweckraum als Sitzungssaal in der Steinwaldhalle sah Zeh als ausreichend an und fuhr fort: „Das eingesparte Geld könnte man zum Beispiel für einen Bauhof verwenden.“

Reinhard Stummreiter (Freie Wähler) verwies jedoch in seiner anschließenden Äußerung darauf, dass die Förderung und der Zuschuss in der bekannten Höhe nur gewährt würden, wenn der Bau in der dargestellten Form erfolge. Aber auch für ihn galt das Prinzip Einsparung. Stummreiter sah deshalb Potenzial bei Material und Ausstattung. Uwe Heider (CSU) erkundigte sich, ob die gesamte Baumaßnahme - Umbau Lehrerwohnhaus und Anbau Sitzungssaal - in einem bestimmten Zeitraum erfolgen muss. Im Blick hatte der CSU-Fraktionssprecher dabei die Finanzen und den künftigen Haushalt.

Johannes Härtl (CSU) wollte wissen, ob neben dem 1,5-Millionen-Euro-Zuschuss nicht auch eine Förderung durch den Denkmalschutz möglich wäre. Dies beantworte Bürgermeister Oskar Schuster mit einem Nein, da die Gemeinde diesbezüglich schon nachgehakt hatte, wie er weiter ausführte. „Offen hingegen ist noch, ob Zuschüsse aus dem Bereich Tourismus und durch den Bezirk fließen.“ Dies werde geprüft, meinte Schuster.

Brandschutz

Zu den weiteren Anfragen der Gemeinderäte wusste Oskar Schuster, dass die zugesprochene vollständige Förderung nur dann erfolgt, wenn die Baumaßnahme nach dem derzeitigen Bauplan durchgezogen wird. „Hier ist nun mal der Sitzungssaal als Anbau geplant." Die Eigenleistung von einer Million Euro habe zudem auch bei der ursprünglichen Variante, mit einem Sitzungssaal im Dachgeschoss, zu Buche gestanden. "Hauptsächlich aus Brandschutzgründen wurde jedoch diese Version fallen gelassen“, erinnerte der Bürgermeister. Mehrkosten hingegen sahen Bürgermeister Oskar Schuster und Reinhard Stummreiter (Freie Wähler) sogar, „wenn die Bauabschnitte zu verschiedenen Zeiten durchgeführt werden. Alleine die zweimalige Baustelleneinrichtung, das Freilegen von Anschlüssen wären hier nur ein kleiner Teil der Mehrkosten.“

Nach einer weiteren sachlichen Diskussion sowie kleinen Erörterungen zum weiteren Verlauf der Maßnahme erfolgte die von Bürgermeister Oskar Schuster herbeigeführte Abstimmung: Alle Räte waren für das Vorhaben. Der Bauantrag wird deshalb an das Landratsamt weitergeleitet.

Schnelles Internet

Nichts auf die lange Bank schieben wollte der Gemeinderat beim Breitbandausbau. Einstimmig angenommen wurden deshalb die Angebote der Breitbandberatung Bayern GmbH in Höhe von 4814 Euro für die weiteren nötigen Schritte. „Dazu zählen das Auswahlverfahren, Vertrag und Fördersteckbrief“, wie Oskar Schuster betonte. Ferner erfolgt eine Aktualisierung und Überarbeitung der Webseite für die Bitratendarstellung zum Preis von 1663 Euro. Bereits ermittelt wurden die Erschließungsgebiete, wie das Gemeindeoberhaupt an anderer Stelle betonte. Für den Erholungsort sind dabei vier Erschließungsgebiete - ohne den Ortsteil Köhlerlohe und im Ortsteil Bärnhöhe das Anwesen 15 (Eisenbahnerhaus) - geplant, die als Gesamtpaket ausgeschrieben werden. Die Gesamtkosten für den Ausbau bezifferte Bürgermeister Oskar Schuster auf 2.450.000 Euro. Der Fördersatz liegt bei 90 Prozent, die restlichen zehn Prozent muss die Gemeinde erbringen.

Architekt Peter Hilgarth stellte kürzlich die Pläne zum Umbau des ehemaligen Lehrerwohnhauses vor

Friedenfels

„Das eingesparte Geld könnte man zum Beispiel für einen Bauhof verwenden.“

Karl Zeh (Grüne/Bündnis 90)

 

 

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