Bei der Aufführung gab es viel Szenenapplaus und die Lachmuskeln des Publikums mussten einiges aushalten. In dem turbulenten Stück von Bernd Kietzke standen die normabweichenden Behandlungsmethoden des Landarztes Dr. Johann Zwickl, gespielt von Thomas Schlosser, im Mittelpunkt. Dreh- und Angelpunkt war seine Arztpraxis, ausgestattet mit echtem Inventar aus der aufgelösten Praxis von Dr. Siegfried Steinkohl.
Mit Bauernschläue und Menschenkenntnis behandelt in der Komödie Dr. Zwickl seine Patienten und erlangt den Ruf des „Heilers von Friedenfels“. Seine Verschreibungen – Friedenfelser Bio-Zoigl, Weizenbier und ab und zu mal ein Urtyp – haben ihn weit über die Grenzen des Dorfes hinaus bekannt gemacht. Seit Jahren war kein Friedenfelser mehr im Krankenhaus, weshalb Krankenkassen und Ärztekammer misstrauisch werden. Sie schicken den Kontrolleur Hans Werthmann (Jürgen Schultes) vorbei, der dem Landarzt auf die Finger schauen und ihn auf den rechten Pfad der Schulmedizin zurückführen soll.
Sprechstundenhilfe Lore Ley (Petra Schwingshandl) sieht durch das Auftauchen des Kontrolleurs nicht nur ihren Arbeitsplatz, sondern die gesamte Zukunft der Praxis in Gefahr. Sie entwickelt einen ausgeklügelten Plan, um Werthmann von den Heilmethoden ihres Chefs zu überzeugen. Unterstützt wird sie dabei von Künstler Eduard Kühlmann (Martin Bischof). Der gescheiterte Schauspieler steht plötzlich vor der Rolle seines Lebens und verkörpert voller Inbrunst die Charaktere verschiedener Patienten von Welt, um Werthmann von der überregionalen Bedeutung der Praxis zu überzeugen. Dauergast in der morgendlichen Sprechstunde ist Wilma Öfter (Jutta Schlicht). Dabei braucht die frustrierte Ehefrau nicht selbst ärztlichen Beistand, sondern ihr Mann, der in bestimmten Körperregionen todkrank zu sein scheint. Auch die unbeholfene Bauerstochter Chantal Bollermann (Adelheid Horn) taucht immer wieder bei Dr. Zwickl auf. Sie sorgt für viel Trubel, während sie sich von einer Stallgehilfin zu einer Schönheit verwandelt. Privatdetektivin Lisa Groß (Petra Würth) ist in der Praxis in geheimnisvoller Mission unterwegs, nimmt durch Abhörwanzen die Spuren der Dorfbewohner akribisch auf und findet so manch kleines Geheimnis heraus. Die ehrgeizige Bürgermeisterin Minna Moritz (Renate Rögner) hat hochfliegende Pläne, in denen Dr. Zwickl eine nicht unwesentliche Rolle spielt: Friedenfels soll zum Kurort werden. Ihr Sohn Max Moritz (Lukas Schultes), mit überschäumender Phantasie und Erfindungsgeist gesegnet, hat darüber hinaus ganz eigene Ideen und versucht diese mit zahlreichen Akteuren des Stücks in die Tat umzusetzen. Und zwischen allen wuselt die energische Putzfrau Ambrosia Teufel (Gabi Lang), die zu allem und jedem eine Meinung hat, stimmgewaltig durch die Praxis polterte.
Obwohl schon das Drehbuch begeisterte, setzten die Darsteller im Jubiläumsjahr – 30 Jahre Laienspielgruppe – noch eins drauf. In allen drei Akten bekamen Nachbardörfer wie Fuchsmühl und Reuth immer wieder ihr Fett weg, was für zusätzliche Kracher sorgte. Vom Publikum besonders honoriert wurden die imitierten Slangs verschiedener Nationalitäten, spitzfindige Sprüche und Gags sowie die Gesangseinlagen unter Einfluss von Gerstensaft durch die bewährten Akteure. Neuling Lukas Schultes gab einen gelungenen Einstand, überzeugte als Max Moritz und bei seiner Eröffnungsrede.
Neu war auch eine Verlosung zum Vereinsjubiläum: Zwischen dem zweiten und dritten Akt gab es Einkaufsgutscheine für den Friedenfelser Dorfladen. Thomas Schlosser, Siegfried Steinkohl und Bierkönigin-Kandidatin Marina Schicker brachten die Preise unter die Leute. Spielleiter Karl Wittmann und Souffleuse Sandra Wittmann, die hinter den Kulissen die Fäden zogen, waren am Ende der Premiere stolz auf ihre Truppe und freuten sich über das Feedback des Publikums. Weitere Gelegenheiten, die Komödie zu verfolgen, bestehen noch bei einer Sondervorstellung zum Behindertentreffen am Samstag, 4. Mai, um 14.30 Uhr sowie bei der Abendvorstellung um 20 Uhr. Karten kosten für Erwachsene sechs Euro und für Kinder vier Euro.
















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