15.06.2021 - 11:05 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

100 Jahre Mütterverein Fuchsmühl: Glückwünsche an Frauen voller Tatkraft

Auf Anregung eines Augustinerpaters wurde vor 100 Jahren der Frauen- und Mütterverein Fuchsmühl aus der Taufe gehoben. Den runden Geburtstag, zu dem auch der Bischof kam, feierte man am Sonntag in der Kirche und beim Jugendheim.

von Werner RoblProfil

Sie backen Kuchen, kochen Kaffee, veranstalten unterhaltsame Nachmittage oder basteln – ausschließlich für einen guten Zweck – in der Vorweihnachtszeit Adventskränze und andere Dekosachen. Für die Sauberkeit in der Wallfahrtskirche schwingt man regelmäßig Besen und Schrubber. Nun blickte der Fuchsmühler Frauen- und Mütterverein auf sein 100-jähriges Bestehen zurück. Lange war es jedoch fraglich, ob die Feier überhaupt stattfinde dürfe. Für ein Aufatmen sorgten die sinkenden Corona-Inzidenz-Zahlen. Trotz der entspannteren Lage galten die Corona-Auflagen auch während des Gottesdienstes und beim anschließenden Festakt mit dem Diözesanbischof, den Gästen und Ehrengästen.

Diözesanbischof Rudolf Voderholzer hatte sein Kommen bereits im Vorjahr im Rahmen seiner Pastoralbesuche angekündigt. Dass daraus nichts wurde, lag an der Corona-Pandemie. "Enttäuscht darüber haben wir beschlossen, den Bischof zum Jubiläum des Frauen- und Müttervereins einzuladen“, kommentierte Vorsitzende Anna Koller die Verschiebung auf den „großen Tag für alle“.

Herzlicher Empfang

Voderholzers erstes Ziel nach seiner Ankunft in Fuchsmühl war das Vinzentiner-Kloster, anschließend die von Marianne Wolfrum getragene Vereinsfahne des Frauen- und Müttervereins. Begrüßt wurde Bischof Voderholzer von der Vorsitzenden des Frauen- und Müttervereins, danach von einer vierköpfigen Abordnung aus den Reihen der Fuchsmühler Kinder. Umplanen musste der Frauen- und Mütterverein beim Kirchenzug. „Wir haben ihn deutlich verkleinert“, bedauerte Vorsitzende Anna Koller im Gespräch mit Oberpfalz-Medien.

Der von Organist Werner Fritsch geleitete und links und rechts der Orgel positionierte Kirchenchor war wegen der Abstandsregeln reduziert. Pfarrer Joseph begleitete den Bischof zum Altar, der die Festmesse in der Wallfahrtskirche zelebrierte. Die Tageslesungen übernahm Lektorin Karin Ernstberger. Die Fürbitten sprach Isolde Kreuzer. Im Kirchenschiff – stets auf Augenhöhe und ohne schriftliches Konzept - sprach der Festprediger von "kleinen Dingen", aus denen eine "große Bewegung" wurde. Voderholzer dankte dem Frauen- und Mütterverein für das seit 100 Jahren gezeigte Engagement. "Die Frauen halten an der Berufung, Gutes zu tun, fest." Voderholzer ergänzte: „Es gibt emanzipierte Frauen, darüber müssen wir nicht ständig reden. Ihr gehört dazu.“ Großmütter und Mütter seien die ersten Missionare im Glauben und dessen Fackelträger, betonte er an anderer Stelle. Der Bischof folgerte: „Schaut auf Christus, damit die nächsten 100 Jahre gute Jahre werden.“ Er spannte auch einen Bogen zur Hauskirche: „Lebt sie. Dort brennt das Feuer des Glaubens.“

Feier im Freien

Anders als geplant wurde die Feierstunde nach draußen auf den späten Vormittag verlegt. Auf das gemeinsame Mittagessen verzichtete man. Die Glückwünsche des Landkreises überbrachte Roland Grillmeier. „Ich habe euch als Geschenk einen Umschlag und die Corona-Null-Inzidenz mitgebracht.“ Die Frauenrolle habe sich verändert. „Ihr habt dazu beigetragen“, ergänzte der Landrat.

„Respekt vor eurem Mut“

Einen respektvollen Blick auf das Gründungsjahr 1921 warf die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Frauen- und Müttervereine in der Diözese Regensburg, Helga Schnitzbauer: „Es war damals nicht immer leicht.“ Man müsse den vielen Dorfpriestern dankbar sein, dass Vereine geschaffen wurden, „um den Frauen die Freiheit zu schenken“. Nach Schnitzbauer Angaben gibt es in der Diözese 50 Frauen- und Müttervereine. „Respekt vor eurem Mut, die 100-Jahr-Feier in Fuchsmühl trotz der Corona-Zeit stattfinden zu lassen.“ Begleitet wurde Schnitzbauer von ihrer Stellvertreterin Julia Ochsenbauer.

Bürgermeister und Kirchenpfleger Wolfgang Braun hob hervor: „Es ist gut, dass es engagierte Frauen gibt, die die Nächstenliebe in die Praxis umsetzen.“ Braun schob nach: „Es freut mich, dass wir den Frauen, trotz der schwierigen Situation, für die geleistete Arbeit danken können.“ Im Namen des Marktes Fuchsmühl und des von ihm geführten CSU-Ortsverbandes gratulierte er mit einer Spende.

„100 Jahre Frauen- und Mütterverein ist eine beachtliche Zahl“, unterstrich der VdK-Ortsvorsitzende Edwin Ulrich. Begleitet vom 12-Uhr-Läuten der Wallfahrtskirche stellte er fest: „Der Verein ist bei vielen Veranstaltungen und Festen zugegen. Man hilft, wo es nur geht. Alles Gute für die Zukunft und ein herzliches ,Vergelt's Gott' für die sozialen und gesellschaftlichen Dienste.“

Die Pausen bereicherten die Großkonreuther Blaskapelle und deren Alphornbläser unter der Leitung von Markus Werner. Angeboten wurde eine Wegzehrung für den Nachhauseweg. Mitnehmen durfte man auch die von Erich Schraml gestaltete Festschrift.

Die Ehrung verdienter Mitglieder nahmen der Bischof, Pfarrer Joseph und Vorsitzende Anna Koller vor. Es gab Urkunden und Blumengeschenke.

  • 25 Jahre: Marga Bauer, Charlotte Brunner, Sonja Brunner, Petra Lippert, Helga Kellner, Inge Bormann, Ina Greger, Emilie Schultes, Sieglinde Zwerenz, Margit Höcht, Anna Koller, Karin Ernstberger, Hildegard Höfer, Isolde Kreuzer, Theresia Wedlich, Bettina Zange und Silvia Ernstberger.
  • 30 Jahre: Annemarie Mayerhöfer, Helga Müller, Elisabeth Hasenfürter, Ingeborg Polster, Magdalena Teichmann, Gisela Koller, Gerlinde Schönberger und Michaela Stilp.
  • 40 Jahre: Christa Hilgarth und Ottilie Wolf.
  • 50 Jahre: Erika Sperrer
  • 55 Jahre: Aurelia Thoma und Berta Trottmann
  • 60 Jahre: Anna April und Katharina Höfer
  • 65 Jahre: Maria Schiml

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Fuchsmühl

„Schaut auf Christus, damit die nächsten 100 Jahre gute Jahre werden.“

Bischof Rudolf Voderholzer

 

 

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