(wro) Das Fest zu Ehren der heiligen Rita wird in der Fuchsmühler Wallfahrtskirche stets zum Sterbetag Ritas oder aber am Wochenende darauf gefeiert. In der Vergangenheit war es üblich, dass die Gottesdienste an beiden Tagen von einem Augustinerpater mitgestaltet wurden. Seit einiger Zeit geht „Maria Hilf“ auch andere Wege. Mit dem Mitterteicher Pfarrer Anton Witt hatte man einen Gast aus der näheren Umgebung nach Fuchsmühl eingeladen. In der von ihm zusammen mit Pfarrer Joseph, Pater Martin und Ruhestandsseelsorger Siegfried Wölfel gestalteten Vorabendmesse gestand der katholische Geistliche: „Ich musste mich erst einlesen, um über das Leben der heiligen Rita ein wenig mehr zu erfahren.“
Die spätere Augustinernonne Margherita Lotti–Mancini lebte in der italienischen Region Umbrien. Noch heute kann Ritas Geburtshaus in Roccaporena, einem Ortsteil Cascias, besichtigt werden. Als äußeres Zeichen ihrer tiefen Frömmigkeit trug sie auf der Stirn ein Wundmal des Gekreuzigten. Ihr Leichnam liegt in der Basilika Cascias aufgebahrt. Blühende Rosen, die auch in Fuchsmühl an beiden Tagen wieder mit nach Hause genommen werden konnten, wurden bald zu einem duftenden Symbol der beliebten Augustinerin.
Auch heuer pilgerten wieder zahlreiche Gläubige in die Wallfahrtskirche "Maria Hilf“ beziehungsweise zum Rita-Fest. Musikalisch wurde der Vorabend-Festgottesdienst vom Singkreis "Cantiamo" (Leitung Werner Fritsch) und mit rhythmischen Liedern mitgestaltet.
Eingangs der Messe erinnerte Pfarrer Joseph an den Anlass und daran, wie die Heilige vielen Menschen bereits beigestanden habe. Auch heute noch sei Rita Helferin in allen Nöten und ausweglosen Lebenslagen, hob er an. In seiner Festansprache erinnerte Pfarrer Anton Witt zugleich auch an den Dreifaltigkeitssonntag. Mit Blick auf die Dreifaltigkeit und die verschiedenen Gestalten Gottes räumte er ein, wie schwierig dies zu verstehen sei. „Im Neuen Testament begegnet er uns in einer völlig neuen Art“, verwies Witt auf den historisch belegten Jesus, der von den Evangelisten Sohn Gottes genannt wird. Witt nannte die biblischen Begegnungen „Mosaiksteinchen“ und ergänzte, zusammengesetzt ergäben sie ein Bild von Gott. Der Schöpfer sei liebevoller Vater und Mutter zugleich, betonte er an anderer Stelle und mahnte: Anders als in anderen Religionen dürfe man glücklich sein, ihn Vater nennen zu können.
Eigentlicher Anlass für die geschmückte Kirche sei das Rita-Fest, auf das er ebenso zu sprechen kam. Das wundertätige Wirken der Heiligen und deren Schicksal berührten auch ihn. Mit Blick auf die später gesegneten Rosensträuße erinnerte Witt an das Wunder, als die Heilige im Winter eine Rose zum Blühen brachte. Höhepunkt war die vom Kirchenchor begleitete Dank-Andacht, die mit einer Segnung der Gläubigen durch Pater Martin ihr Ende fand.
Die Volksheilige Rita
Margherita Lotti-Mancini wurde in der Kirche Santa Maria della Visitazione in Cascia getauft und später gegen ihren Willen zu einer Ehe mit Paolo di Ferdinando gezwungen. 1401 - nach 18 Ehejahren - wurde ihr Mann ermordet. Ihre beiden Söhne schwören daraufhin Blutrache zu nehmen. Inständig betete Rita, dass die beiden lieber sterben sollten, als dass sie zu Mördern würden, was 1402 tatsächlich geschah. Daraufhin fasste Rita den Entschluss, als Augustiner-Eremitin ins Kloster in Cascia einzutreten.
Fortan führte Rita ein Leben in strengster Entsagung und Buße. Ihre mystischen Erfahrungen reichten bis zur Stigmatisierung im Jahr 1432 durch die Wundmale der Dornenkrone Jesu Christi, als sich in ihre Stirn ein Dorn bohrte. Die schmerzende und offene Wunde trug sie 15 Jahre lang bis zu ihrem Tod. Zuvor soll sie gebeten haben, dass man ihr eine Rose aus dem Garten bringen möge. Trotz der winterlichen Kälte soll der Strauch geblüht haben.
Bald nach Ritas Tod geschahen an ihrem Grab viele Wunder, schnell verbreitete sich ihre Verehrung als Helferin in aussichtslosen Nöten. Zehn Jahre nach ihrem Tod wurde ihr bis heute unversehrter Leib in die Sakristei ihres Klosters übertragen. 1937 wurde in Cascia neben dem alten Kloster eine Rita geweihte Basilika erbaut, sie ist ein vielbesuchter Wallfahrtsort. In Italien übertrifft nur Antonius und inzwischen auch Padre Pio, Rita an Volkstümlichkeit.




















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