09.10.2020 - 14:34 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Mit Gott im Gespräch

Der außergewöhnliche Vortrag von Axelle Mouret ist zweisprachig. Sie berichtet von Begegnungen mit Gott. Organisiert hat den Glaubensabend mit der Mystikerin ein Fuchsmühler Ehepaar.

Gemeinsam mit Pater Alfons Maria Haberkorn stand Axelle Mouret auf der Jugendheimbühne. Die Französin folgte einer Einladung eines Fuchsmühler Ehepaars, um von sich und ihrem Glauben zu sprechen.
von Werner RoblProfil

Axelle Mouret kam im Juni 1954 in Paris zur Welt. Ihr Vater war Notar, die Mutter Hausfrau und Pianistin. „Ich war das einzige Mädchen von insgesamt vier Geschwistern, die von meinen Eltern christlich erzogen wurden.“ Als Jugendliche wandte sie sich von der Kirche ab. Mouret begeisterte sich für fernöstliche Weisheitslehren und widmete sich eher banalen Dingen. Aus ihr war ein Taufschein-Christ geworden, bekannte sie.

Im Jugendheim in Fuchsmühl erzählte sie, dass sie Gottesdienste nur noch an hohen Feiertagen besuchte, um ihr Gewissen zu erleichtern. Mouret schob nach: „Eine kleine Glaubensflamme war aber immer noch am Lodern, richtig brennen wollte sie nicht mehr.“ Zu einem Schlüsselerlebnis wurde der gewaltsame Tod einer Tante im Juni 1995, der ihr Leben veränderte. Beim Begräbnis wurde sie vom Glauben ihres Onkels berührt, der, wie Axelle in ihrer Muttersprache erzählte, „den Mördern vergeben konnte“.

Radikale Bekehrung

Axelle Mouret engagierte sich von 1996 bis 2003 in ihrer Pfarrei. „Ich bereitete Eheleute auf die Hochzeit vor, organisierte Gebetsnächte, war in der Katechese tätig und half mit, wo ich gebraucht wurde.“ An anderer Stelle spannte sie auch einen Bogen zu Saulus, der durch eine Begegnung mit Gott bekehrt, zum heiligen Paulus wurde. „Auch bei mir vollzog sich eine radikale Bekehrung, die mich auf Reisen schickte, um vor Gläubigen zu sprechen.“ Nach Pilgerfahrten, die Mouret auch nach Medjugorje führten, stellten ihre Kinder fest, dass sich die Mutter verändert hatte: Fortan gab es eine Mama vor und nach den Pilgerreisen.

Mit diesem Rückblick, dem ein Rosenkranzgebet, eine Messe und moderne christliche Lieder, vorgetragen von Jörg Oppitz aus Erbendorf, vorangegangen waren, begann für die Zuhörer ein langer Abend voller Glaubensinhalte. „Liebe sie alle“, empfahl der Gast aus Frankreich. Axelle Mouret spricht regelmäßig mit Gott, erfuhr man an diesem Abend. Offen bekannte sie: „Ich stelle ihm Fragen.“ Sie bekomme auch eine Antwort, verriet sie. Die Französin sang und lachte. Mourets gute Laune und ihre Bekenntnisse wirkten ansteckend. Manchmal schwieg sie auch, schloss die Augen, um innezuhalten. Pater Alfons Maria Haberkorn – „wir kennen uns seit vielen Jahren“ – übersetzte das Gesprochene ins Deutsche. Hin und wieder kniete sich Mouret auf den Bühnenboden, um den Zuhörern direkt in die Augen zu schauen. In der 20-minütigen Pause wurden weitere Blicke getauscht und die von ihr geschriebenen Werke mit einer Widmung ergänzt.

„Feuerherde der Liebe“

„Heute Abend erinnere ich euch daran, dass ihr euch entscheiden müsst.“ Sie appellierte, entschlossen aus den Herzen „Feuerherde der Liebe“ zu machen und forderte dazu auf, anderen gegenüber gerecht und tolerant zu sein. „Sonst verliert ihr euch“, mahnte die Mystikerin und segnete alle. „Habt keine Angst. Die Engel werden euch beschützen“, versicherte die wortgewandte Botschafterin an anderer Stelle.

Organisiert hatten den Glaubensabend Gudrun und Matthias Köppl, die im Fuchsmühler Ortsteil Ludwigshöhe leben. Ohne viele Worte zu verlieren, zeigte sich das gläubige Paar dankbar dafür, dass die gut besuchte Veranstaltung – trotz Corona, jedoch unter Einhaltung der Hygiene- und Schutzmaßnahmen – zustande kommen konnte.

Glaube sei etwas froh Machendes, sagt Pfarrer Edmund Prechtl bei einem Vortrag in Fuchsmühl

Fuchsmühl
Axelle Mourets Worte übersetzte Pater Alfons Maria Haberkorn. Jörg Oppitz (ganz links) trug moderne geistliche Lieder vor.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.