Fuchsmühl
18.02.2024 - 10:02 Uhr
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Junge "Pfarreispatzen" bereichern den Wallfahrtsort Fuchsmühl

"Die Teilnahme ist kostenlos, aber sicherlich nicht umsonst", wirbt Chorleiter Werner Fritsch für seine "Pfarreispatzen", die er vor einigen Jahren gegründet hat. Donnerstags wird geprobt. Wer mitmachen möchte, muss nur vorbeischauen.

Seit Oktober 2017 ist der 54-jährige Werner Fritsch aus Beidl für die Musik in der Wallfahrtsgemeinde Fuchsmühl zuständig. Zuvor war er 23 Jahre lang in der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Tirschenreuth tätig. Danach übernahm er die in Fuchsmühl damals vakante Stelle, weil sein Vorgänger Heribert Bauer im Alter von 76 Jahren verstorben war.

Kurz nach seinem offiziellen Antritt in Fuchsmühl verfolgte Fritsch eine später verwirklichte Idee. Als er noch in Tirschenreuth arbeitete, leitete Fritsch dort seit 2010 auch einen Kinderchor, die „Pfarreispatzen“. Und dieser sollte, so sein Gedanke, auch am neuen Wirkungsort und mit dem gleichen Namen ins Leben gerufen werden. „Ich wollte es halt hier auch probieren“, sagt Werner Fritsch, der neben Orgel – wie er gegenüber Oberpfalz-Medien verrät – auch Keyboard, Akkordeon, Saxofon und Gitarre spielen kann.

Abrupte Zwangspause

Mit Handzetteln, Plakaten und Aufrufen warb der Kirchenmusiker im Jahr 2017 für die neuen "Pfarreispatzen". Nur wenige Tage später trafen sich sieben sangesfreudige Kinder im Jugendheim zu einer ersten Singstunde. Die stimmlichen Qualitäten entwickelten sich. „Bald hatte sich auch die Anzahl der Chormitglieder verdoppelt; die Kinder wurden Teil des Pfarreilebens", berichtet Fritsch im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. „Bis uns dann die Coronapandemie einen dicken Strich durch die Rechnung machte. Das tat sehr weh, weil sämtliche Aktivitäten, und das auf unabsehbare Zeit, eingestellt werden mussten“, blickt der Leiter des Kinder- und Jugendchores mit Wehmut zurück.

An Pfingsten vor zwei Jahren sei man durchgestartet und man habe „mit neuem Schwung, leider aber mit deutlich weniger Kindern" weitergemacht. Eingebunden waren die von Fritsch geleiteten "Pfarreispatzen" voriges Jahr in den Gottesdienst anlässlich des Gründungsjubiläums der Feuerwehr Fuchsmühl im Festzelt. Später hörte man sie auch in der Messe beim Fest der örtlichen Bergwacht.

Arbeitsreicher Donnerstag

Viel Zeit in Fuchsmühl verbringt der Kirchenmusiker, der auch als Lehrer an der Musikschule in Neustadt/WN tätig ist, an Donnerstagen. Der Vormittag beginnt noch daheim in seinem Arbeitszimmer. Dort bereitet er sich auf den Tag vor. Dann fährt er nach Fuchsmühl und gibt dort ab dem Nachmittag Instrumentalunterricht. Der aber muss pünktlich beendet werden, weil Fritsch kurz vor dreiviertel fünf Uhr drei Mädchen und zwei Buben, seine "Pfarreispatzen", erwartet. Unter ihnen ist auch ein Jugendlicher aus der Nachbargemeinde Friedenfels. Kai ist von Beginn an dabei und 15 Jahre alt. Chormitglieder sind auch vier Fuchsmühler Kinder: die neunjährige Helena und ihre ein Jahr ältere Freundin Theresa, ferner Niklas (acht Jahre alt) sowie die Jüngste im Quintett, die siebenjährige Jasmin.

Übrigens: In den Wintermonaten üben die "Spatzen" im sogenannten Fernsehraum der Fuchsmühler Mehrzweckhalle. Sobald es wieder wärmer wird, ziehen sie ins Jugendheim um. Während der Proben muss die Uhr penibel im Auge behalten werden. Fritsch erklärt auch den Grund. Arbeiten könne man nämlich nur im Zeitfenster von 16.40 bis 17.30 Uhr. „Weil ich gleich danach nochmal Musikunterricht gebe." Der Donnerstag in Fuchsmühl endet mit der von Werner Fritsch geleiteten Kirchenchorprobe.

„Weil's Spaß macht“

„Ich singe sehr gerne“, verrät Theresa, die auch Blockflöte spielt und beim zurückliegenden Krippenspiel am Nachmittag des Heiligen Abends Maria darstellen und bei dieser Aufführung auch Gesangssolistin sein durfte. „Auch mir gefällt es, dabei zu sein“, schiebt Helena mit glänzenden Augen nach. Jasmin weiß auch den Grund: „Weil‘s halt Spaß macht“, sagt sie. Manchmal singen die "Pfarreispatzen" auch mit dem Kirchenchor. „Das motiviert“, unterstreicht der für seine acht Jahre bereits sehr wortgewandte Niklas aus Fuchsmühl. „Das, was Niklas sagt, stimmt schon“, fügt der Dienstälteste im Kreis, Kai, hinzu. „Wenn die Großen dabei sind, hört man auch das Ziel, auf das wir hinarbeiten“, konkretisiert Werner Fritsch die Aussagen. „Die Kleinen lernen von den Großen."

Sommerkonzerte

Fritsch verrät, welche Ziele er auch künftig verfolgen möchte. Ohne Zweifel gehört dazu der weitere Ausbau der „Pfarreispatzen“, weil der Chor ja von ursprünglich 15 auf nunmehr 5 Kinder – „wegen der Pandemie halt“, aber auch aus anderen Gründen – zusammengeschrumpft sei. „Wir werden auch die Familiengottesdienste, Erstkommunionen, Erntedankfeste, Feiertage und andere festliche Gottesdienste – zum Beispiel die Kinderchristmette und Radwallfahrt – mit unseren Liedern wieder mitgestalten.“ Mit dabei sein möchten die Fuchsmühler „Pfarreispatzen“ bei den jeweiligen Martinsumzügen des Kinderhauses Sankt Marien in Fuchsmühl und auch, laut Fritsch, beim jährlich stattfindenden Musicalchor „Abenteuer Kultur“ während der Herbstferien in der Jugendherberge Falkenberg und in Erbendorf. Fortführen werde man die Sommerkonzerte im Senioren-Servicehaus in Fuchsmühl. Im weiteren Gespräch mit Oberpfalz-Medien fasst Fritsch die Schwerpunkte seiner Arbeit zusammen: „Das spielerische Erlernen von Intonation, Aussprache und die Stimmbildung in den Übungsstunden.“

Gemeinschaftsproduktion

Für ein „Engagement“ hatten sich Werner Fritsch und seine damals noch 15 Schützlinge sehr intensiv, leider jedoch, bis auf den einen Auftritt bei der Uraufführung, vergeblich vorbereitet. Die für März 2020 geplanten weiteren Auftritte bei der Gemeinschaftsproduktion mit den Fuchsmühler „Theaterfüxen“, dem auf einer Bühne erstmals aufgeführten Kindermusical „Claus und der Klabauter“, zerplatzten wie eine Seifenblase. „Corona kam und alles wurde abgeblasen“, bedauert Werner Fritsch noch heute.

Doch zurück zur Chorprobe. „Wir haben jetzt den ursprünglichen Namen ‚Pfarreispatzen‘ erweitert und nennen uns ‚Kinder- und Jugendchor Pfarreispatzen‘, informiert Werner Fritsch.

„Um bei den ‚Pfarreispatzen‘ dabei sein zu können, muss man noch nicht lesen können“, verrät Fritsch mit Blick auf die Zielgruppe. „Einfach mal vorbeischauen“, empfiehlt er. Und vielleicht erfüllt sich ja der Wunsch des vielseitigen Kirchenmusikers und Musiklehrers Werner Fritsch, der möchte, dass in naher Zukunft aus den „Pfarreispatzen“ und auch aus dem Kirchenchor, der ebenfalls nach Sängerinnen und Sängern sucht, wieder große Singkreise werden.

Hintergrund:

Der Kinder- und Jugendchor "Pfarreispatzen" in Fuchsmühl

  • Gründung: im Oktober 2017
  • Leitung: Werner Fritsch aus Beidl bei Plößberg (Kirchenmusiker und Chorleiter in Fuchsmühl)
  • Auskünfte und Kontakt: Telefon: 0160/92070388 oder per E-Mail (fritsch[at]web[dot]de)
  • Mitglieder aktuell: fünf Mädchen und Buben
  • Probenraum: derzeit im sogenannten Fernsehzimmer der Mehrzweckhalle, in den wärmeren Monaten im Chorraum im Jugendheim in Fuchsmühl
  • Altersgruppe: vom Vorschulkind bis zum Teenager
  • Probentermine: jeweils donnerstags (außer in den Schulferien) von 16.40 bis 17.30 Uhr (Einstieg jederzeit)
  • Repertoire: alles, was Spaß macht (auch neue geistliche Lieder)
  • Ziel: Teamarbeit und Förderung der musikalischen Entwicklung
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