31.03.2020 - 11:54 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Laienspielgruppe Fuchsmühl legt Rollenbücher vorübergehend zur Seite

Normalerweise würde im Jugendheim jetzt Hochbetrieb herrschen. Auf dem Programm steht das Frühjahrsstück. Vom neuen Bühnenbild ist aber nichts, vom Ensemble keiner zu sehen. Auch die Laienspielgruppe wurde vom Virus eiskalt erwischt.

Noch vor wenigen Wochen ahnte keiner von der Laienspielgruppe, dass die Arbeit für unbestimmte Zeit ruhen würde. Beim zuletzt gezeigten Kindermusical „Claus und der Klabauter“ wirkte auch Vorsitzender Alexander Derwart als Freibeuter-Kapitän mit.
von Werner RoblProfil

Wochenlang probten die Buben und Mädchen der Laienspielgruppe (LSG), um die Uraufführung des Musicals "Claus und der Klabauter" auf die Bühne zu bringen. Die Premiere konnte noch stattfinden. Die Wiederholung jedoch wurde vorsorglich abgesagt. Aus dem vom Bühnenbau liebevoll gezimmerten Piratenschiff ist jetzt ein Geisterschiff geworden. An die bunten Tage der Proben und die gut besuchte Erstaufführung erinnern im Jugendheim nur noch die Requisiten und Bühnenteile wie die Schatzinsel.

"Klabauter" ausgebremst

Noch vor wenigen Wochen begeisterten die "Pfarreispatzen" und die "Theaterfüxe" mit dem Klabauter-Stück ihr Publikum. Dass der Bühnenvorhang danach für unbestimmte Zeit geschlossen werden musste, ahnte keiner. Auf der menschenleeren Bühne wird man den Eindruck nicht los, als hätte jemand die Zeit angehalten: Wie lange das sein wird, weiß niemand. LSG-Spielleiter Wolfgang Lang und Vorsitzender Alexander Derwart, zur Vereinsuntätigkeit verurteilt, bedauern diesen Zustand sehr.

"Bei all der Bitterkeit über die zweifellos notwendige Absage sahen wir ein, dass allein die Gesundheit zählt", blickt Regisseur Wolfgang Lang auf das vorsorglich abgebrochene Kindertheater. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien betont der Fuchsmühler voll Zuversicht, dass es irgendwann weitergehen wird: "Alle, auch wir von der Laienspielgruppe, müssen jetzt einen Beitrag leisten."

Kein "Kaviar und Hasenbraten"

Noch vor den Ausgangsbeschränkungen startete Lang mit Blick auf das im Mai anstehende Frühjahrstheater einen Versuch, die Bühnenarbeit aufrecht zu erhalten - wenn auch deutlich eingeschränkt. Die Mitwirkenden, die Lang für das Erwachsenen-Theater auserkoren hatte, waren bereits eingeteilt und bekamen die Rollenbücher ausgehändigt, um sich in das neue Stück "Kaviar und Hasenbraten" einzulesen. Vereinbart wurden auch die gewohnten Lese- und Bühnenproben. Doch vor einigen Tagen folgte das Aus. In der Theater-WhatsApp-Gruppe verkündete Lang: Man sei übereingekommen, das Frühjahrstheater ausfallen zu lassen. "Ein geordneter Bühnenbetrieb ist derzeit leider nicht möglich", kommentierte der Regisseur den einstimmigen Vorstands-Entschluss und fügte ein persönliches "Bleibt's g'sund" hinzu. Man müsse jetzt Ruhe bewahren, empfiehlt er: "Mit dieser Einstellung wird alles wieder gut werden. Umso mehr freuen wir uns auf den Herbst und auf unsere Zuschauer", hofft Lang auf "wieder unbeschwerte Stunden".

Auch der Vorsitzende der Laienspielgruppe, Alexander Derwart, bedauert das - so wörtlich - "tote Vereinsleben." Es sei so, als ob es den Verein nicht mehr geben würde, aber so gehe es ja nicht nur der LSG. "Vieles ist jetzt in den Hintergrund getreten", spricht er neben der abgebrochenen Probearbeit auch das Maibaumaufstellen an. Für die Bewirtung bei diesem Fest hatte man sich beworben. Mitgestalten wollte die Gruppe auch das Bürgerfest.

Gesundheit hat Vorrang

"Sehr schade, aber notwendig" kommentiert Derwart den Abbruch des Kindertheaters. "Wir handelten verantwortungsvoll." Die Gesundheit jedes Einzelnen habe Vorrang. Ob das soziale Miteinander so, wie man es kannte, zurückkehren wird? "Das Vereinsleben ist zum Erliegen gekommen. Derzeit plagen uns Fragen über Fragen", klagt Derwart. "Halten wir zusammen. Ich hoffe jedoch sehr, dass wir durch die Krise gestärkt werden." Vor allem wünscht sich der Vorsitzende, "dass alle gesund bleiben."

Regisseur Wolfgang Lang – hier bei den Probenarbeiten im Herbst 2019 – bedauert die Einstellung des Spielbetriebes sehr.
Die Fuchsmühler Laienspielgruppe arbeitet in normalen Zeiten im Jugendheim. Wegen der Coronakrise aber wird dort nicht geprobt und nicht gespielt.

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