Fuchsmühl
10.03.2025 - 12:04 Uhr
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Naturparkzentrum im Steinwald: Entscheidung fällt zwischen zwei neuen Standorten

Es ist der dritte Anlauf für ein Naturparkzentrum. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Naturparks Steinwald soll am Mittwoch die Entscheidung fallen, wo es realisiert wird. Zwei Standorte stehen zur Wahl.

Der Naturpark Steinwald hat seit über sechs Jahren ein Naturparkzentrum auf der Wunschliste. Dort sollen Bürger, Urlauber und sonstige Interessierte über den Steinwald und seine Besonderheiten informiert werden.

2021 war man mit den Planungen schon einmal sehr weit. Man wollte zusammen mit dem Nachbar-Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald, der sich über den Landkreis Neustadt/WN und einige Teile des Landkreises Tirschenreuth erstreckt, am Bohrturm bei Windischeschenbach ein gemeinsames Zentrum errichten. Das Projekt wurde zu den Akten gelegt, weil der Naturpark Steinwald ein eigenes Zentrum wollte. Ende 2023 war dann der Um- und Ausbau des alten Forsthauses Hohenhard zu einem eigenen Naturparkzentrum im Gespräch. Dieses Projekt scheiterte an den unterschiedlichen finanziellen Vorstellungen der beteiligten Parteien.

Weichen sind gestellt

Nun steht das Projekt wieder auf der Tagesordnung. Geschäftsführerin Elisabeth Frank rechnet bei der außerordentlichen Jahreshauptversammlung im Sitzungssaal des Friedenfelser Rathauses nun fest mit einer Entscheidung. Die endgültige Klärung der Standortfrage ist Hauptthema der Sitzung. Wie Elisabeth Frank auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien verrät, sind im vergangenen Jahr in mehreren Beiratssitzungen die Weichen gestellt worden. Die Kommunen des Naturparks konnten Vorschläge einreichen, die intensiv geprüft und diskutiert wurden.

In die engere Wahl waren am Ende vier Standorte gekommen. Neben Schafbruck (Waldershof) waren Pfaben (Erbendorf), Hohenhard (Waldershof) und Fuchsmühl übrig geblieben. Bei einer Zusammenkunft im November 2024 entschieden sich laut Elisabeth Frank 27 von 29 Beiratsmitgliedern für die Standorte Hohenhard und Fuchsmühl. Elisabeth Frank findet, dass beide Standorte mit der vorhandenen Infrastruktur für ein Naturparkzentrum geeignet wären.

In Hohenhard sehen die Pläne ein Naturparkzentrum als Verbindung und Anbau zum gastronomisch genutzten Marktredwitzer Haus vor. In Fuchsmühl könnte das einstige Gasthaus „Zum Schützen“ nach Sanierung und Umbau ein Zentrum beherbergen. Deutlich unterstreicht Elisabeth Frank auch, dass im Beirat bei den Zusammenkünften darauf geachtet worden sei, dass nicht nur der überregionale Tourismus aus dem Zentrum Kapital schlagen könne. Auch Einheimische und die Region sollten davon profitieren, erläutert die Geschäftsführerin. Auf die Frage von Oberpfalz-Medien, welchen Standort sie favorisiert, zeigt sich Elisabeth Frank diplomatisch: „Mir geht es um den Prozess, mir ist es wichtig, dass es passiert und dass etwas vorwärtsgeht. Die Chancen, die wir haben, sind gut, allein schon durch die Förderung.“ Sie könne „mit jeder Entscheidung“ leben, betont sie.

Überall Vor- und Nachteile

Beide Standorte hätten dabei Vor- und Nachteile. Hohenhard könne mit der Einbettung in die Natur, dem weitläufigen Panoramablick, vielen Wanderwegen, der Gastronomie sowie vorhandenen Seminarräumen und WCs punkten. Außerdem gebe es vor dem Haus schon Parkplätze. Weitere Parkplätze würden auf dem Areal von der Stadt Waldershof geschaffen. Für Fuchsmühl spreche die Nähe zum Wiesauer Bahnhof, die Lage im Ortszentrum, die nahe Infostelle und der Dorfladen vor dem Fuchsmühler Wahrzeichen, der Wallfahrtskirche. Eng verbunden sei dieser Standort zudem mit dem Stiftland und seiner Teichwirtschaft, unterstreicht Elisabeth Frank.

Optimistisch, dass es diesmal etwas wird, stimmt Frank die eindeutige Beiratsentscheidung im vergangenen Jahr für einen erneuten Anlauf zu einem Naturparkzentrum und das Engagement der beteiligten Kommunen und sonstigen Beteiligten. Die Stadt Waldershof und die Besitzerin des Marktredwitzer Hauses, Martina Freifrau von Waldenfels, sowie der Markt Fuchsmühl würden kostenfrei 25 Jahre den benötigten Grund zur Verfügung stellen, betont sie.

Hohe Förderungen möglich

Nach Angaben von Elisabeth Frank können neben voraussichtlichen 2 Millionen Euro Bauförderung für eine Dauer von 25 Jahren zusätzlich 215.000 Euro jährlich an Betriebskosten bereitgestellt werden, was drei Personalstellen entsprechen würde. Durch eine zu erwartende Kombinationsförderung zusammen mit der Städtebauförderung könnte Fuchsmühl kostengünstiger für den Naturpark und die beteiligten Kommunen umgesetzt werden als ein Zentrum in Hohenhard.

„Doch erst einmal muss am Mittwoch eine Entscheidung fallen, dann können wir unsere Vorstudie anpassen und einreichen“, betont Elisabeth Frank und verweist darauf, dass es sich bei dem Verfahren um einen mehrstufigen Prozess handle. Auf einen genauen Zeitplan will sich die Geschäftsführerin des Naturparks Steinwald nicht festlegen. Realistisch seien wohl drei bis fünf Jahre, sagt sie.

Insgesamt gibt es in Bayern 19 Naturparke. Naturparkzentren sind dabei zusammen mit den Naturparkrangern ein wichtiger Teil der 2018 gestarteten "Naturoffensive Bayern", mit der Lebensräume, Artenreichtum und Naturerlebnisse gefördert werden sollen. Der Freistaat hat sich bereiterklärt, Info-Zentren zu fördern. Das erste Naturparkzentrum ist im September 2021 im Naturpark Nagelfluhkette, einem Gebiet zwischen dem Allgäu und Vorarlberg in Österreich, eröffnet worden. Weitere sind, wie im Steinwald, in Planung beziehungsweise bereits im Bau.

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Tirschenreuth28.04.2023
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Friedenfels25.04.2023
Neustadt an der Waldnaab24.09.2020
Hintergrund:

Was ist ein Naturparkzentrum

  • sind mit den Naturparkrangern ein wichtiger Teil der 2018 gestarteten Naturoffensive Bayern
  • sollen die Naturparke stärken
  • sollen informieren und aufklären
  • sollen die Besucherströme lenken
  • sollen sich unter der gemeinsamen Dachmarke "Naturparkzentren in Bayern" präsentieren
  • Jedes Zentrum soll einen anderen Schwerpunkt haben.
  • sollen an stark frequentierten Orten eingerichtet werden
  • Die Förderung ist an bestimmte Voraussetzungen geknüpft.
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