28.07.2019 - 12:47 Uhr
FuchsmühlOberpfalz

Photovoltaik-Anlage bei Fürstenhof: Tallage bevorzugt

Die Errichtung von Photovoltaik-Anlagen an einem Hang in der Nähe des Ortsteils Fürstenhof war Thema im Marktrat Fuchsmühl. „Wir dürfen uns dem nicht verschließen“, so Bürgermeister Wolfgang Braun. Kritik kam aber von der SPD.

Das geplante Vorhaben „Photovoltaikanlage“ am Hang (Bildmitte) bei Fürstenhof ist nicht unumstritten. Die Zustimmung zur Änderung des Flächennutzungsplanes erfolgte daher nur unter Vorbehalt.
von Werner RoblProfil

Es geht um eine leicht abschüssige Fläche auf Wiesauer Gemeindegebiet, unweit des Fuchsmühler Ortsteiles Fürstenhof. Bereits seit einiger Zeit befasst sich der Wiesauer Marktrat mit diesem Thema. Die entsprechenden Bauleitpläne für die Änderung der Flächennutzungspläne hat dieses Gremium schon auf den Weg gebracht.

Das künftige "Sondergebiet Sonnenenergienutzung Fürstenhof", von dem Fuchsmühl unmittelbar betroffen sei, habe man in Augenschein genommen, informierte der Fuchsmühler Bürgermeister Wolfgang Braun im Marktrat am Freitag über einen Ortstermin des Bauausschusses. Dazu müsse die Gemeinde jetzt Stellung nehmen, fasste der Rathauschef zusammen.

Markus Troesch (CSU) sprach von einem "massiven Eingriff" in die Natur. "Darauf muss die Gemeinde reagieren." Er regte eine deutliche Eingrünung an und forderte eine - so wörtlich - "Eingriffsminimierung". Eine Gefährdung des Erholungsortes Fuchsmühl sah er dennoch nicht. "Es kann nicht sein, dass wir eine Nein-Stellungnahme abgeben." Das sei keine optimale Lösung.

"Das ist kein schönes Bild für einen Erholungsort wie Fuchsmühl", kommentierte Udo Fürst (SPD) die präsentierten Skizzen und das Foto. "Das passt einfach nicht." Die Anlage sei überdimensioniert, untermauerte er seine ablehnende Haltung, der sich auch Rainer Bleistein (SPD) anschloss: Grundsätzlich stehe er alternativen Energieformen positiv gegenüber. Der Standort aber sei unakzeptabel. Er empfahl eine Verlagerung der Photovoltaikanlage mehr in Richtung Osten, hin zu Wiesau. Damit würde sie aus dem Blickfeld Fuchsmühls verschwinden.

"Ich denke, man sollte der Sache positiv gegenüberstehen", klinkte sich auch Wolfgang Stock (CSU) ein. "Eine Eingrünung ist doch zum Standard geworden." Bürgermeister Wolfgang Braun verwies auf die aktuellen Klimadiskussionen. "Jetzt haben wir eine Chance, aktiv zu werden." Man dürfe sich der Sache nicht verschließen, gab er zu bedenken und bat zur Abstimmung. Geschlossen verweigerte sich die SPD der Bauleitplanung. Das Ja der anderen Räte war aber an mehrere Bedingungen geknüpft, die in die Stellungnahme eingearbeitet werden.

Gefordert wird, die Leistung der Anlage um 20 Prozent zu reduzieren. Zudem müsse im westlichen Bereich eine deutlich höhere und breitere Bepflanzung entstehen. Weiterhin müsse der Plan überarbeitet werden, damit die Anlage in eine Tallage kommt, um sie aus dem Blickfeld Fuchsmühls verschwinden zu lassen. Empfohlen wird zudem, dass das Vorhaben - an der Straßenseite (Richtung Triebendorf beziehungsweise Tirschnitz) - um zehn Meter nach Osten rückt. Die Ergänzung wurde einstimmig gebilligt. Die Stellungnahme kann entsprechend kommentiert an die Nachbargemeinde weitergeleitet werden.

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